Wirtschaft in Kamen

Überraschende Übernahme: Vahle schluckt Fabrik aus Tirol

Kamens Technologie-Firma Vahle übernimmt einen Innovationsmotor in Österreich. Die Firma im Bezirk Kufstein liegt vor malerischer Bergkulisse und soll Treiber für neue Vahle-Produkte sein.
Innovationszentrale vor Bergkulisse: Vahles Tochtergesellschaft in Schwoich soll zukünftig als Entwicklungsstandort für alle Produkte der Kamener Technologiefirma dienen. © Vahle

Aufsehenerregende Übernahme beim Kamener Technologieunternehmen Vahle, das durch Auswirkungen der Corona-Pandemie voriges Jahr Stellen abbauen musste. Dieses Mal gibt es positive Nachrichten. Der Spezialist für Stromzuführungen aller Art übernimmt einen Standort in Tirol ganz, an dem er bisher beteiligt war.

Es handelt sich um die „Vahle Automation GmbH“, ein Innovations- und Technologiezentrum, das in der österreichischen Gemeinde Schwoich im Bezirk Kufstein angesiedelt ist.

Am Standort in Tirol wird die neue Vahle-Technik entwickelt und ausprobiert: Das Unternehmen setzt auf die Innovationskraft des Standorts in Österreich.
Am Standort in Tirol wird die neue Vahle-Technik – wie diese Stromschienen – entwickelt und ausprobiert: Das Unternehmen setzt auf die Innovationskraft des Standorts in Österreich. © Vahle © Vahle

Standort in Österreich nun vollständig übernommen

Das Kamener Unternehmen hat zum Wochenstart die Übernahme bekannt gegeben. „Seit dem 1. Mai ist die Vahle-Automation nun vollständiger Teil des Mutterkonzerns“, teilte Geschäftsführer Achim Dries mit. Vahle, so heißt es, hielt zuvor etwa 75 Prozent der Anteile.

Die Demofabrik in Tirol, in der ein Expertenteam neue Technologien und Innovationen in die Realität umsetzt, soll für Vahle
Die Demofabrik in Tirol, in der ein Expertenteam neue Technologien und Innovationen in die Realität umsetzt, soll für Vahle “die Basis für dynamischen Fortschritt” bilden, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. © Vahle © Vahle

Entwicklung vor malerischer Bergkulisse

In der Denk- und Demofabrik in der Tiroler Gemeinde, die lediglich 2300 Einwohner hat, werden vor malerischer Bergkulisse neue Produkte entwickelt. Technik für Achterbahnen, Free-Fall-Tower oder Riesenräder. Für vollautomatisierte Straßenbahnen, blitzschnelle Hochhausaufzüge oder wuchtige Containerhafenkrane. Vahle-Technik ist oftmals in ungewöhnlichen Projekten verbaut, für spezielle Lösungen ausgetüftelt werden müssen.

2013 hatte Vahle das sogenannte Joint Venture zusammen mit der Tiroler Deto-Group gegründet. „In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Gemeinschaftsunternehmung erfolgreich zum Innovations- und Technologiezentrum für unsere Automationslösungen“, teilte das Unternehmen mit. Die Tochtergesellschaft, die nun hundertprozentig zu Vahle gehört, werde zukünftig als Entwicklungsstandort für das gesamte Produktportfolio dienen. Alfred della Torre, Gründer der Deto-Gruppe, verlässt das Unternehmen.

Entwicklung auf einem 4200 Quadratmeter großen Grundstück

Nach einjähriger Bauphase war das Innovationszentrum im Jahr 2017 auf einem 4.200 Quadratmeter großen Grundstück eröffnet worden. Start war dort mit 30 Mitarbeitern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien seitdem zu einem wichtigen Teil der Vahle-Group geworden, äußerte Dries jetzt.

Neben neuen Techniken will Vahle gezielt sein Engagement in den Bereichen Hardware- und Softwareentwicklung sowie Projektmanagement verstärken und sich auf die Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen der Region fokussieren.

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