Über Fuß gerollt: Junger Mann ohne Führerschein und mit falschem Nummernschild erwischt

dzGericht

Es sind Szenen wie aus einem Film: Zwei Männer wollen einen jungen Mann im Auto aufhalten. Er versucht auszuweichen, wird dann aber doch gestoppt – ohne Führerschein.

von Jana Peuckert

Kamen

, 30.11.2019, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Szenen, die sich am 3. August vergangenen Jahres auf der Alisostraße in Kamen abgespielt haben, hätten gut einem Film entsprungen sein können. Um 12.30 Uhr will ein damals 25-Jähriger mit einem Auto weg fahren. Zwei Männer in einem anderen Fahrzeug sind damit jedoch nicht einverstanden.

Sie steigen beide aus, gehen auf das Auto des 25-Jährigen zu. Was dann passiert, darüber herrschte am Freitag im Amtsgericht Kamen Uneinigkeit. Verhandelt wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung, Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung.

Der Flüchtige soll den Fuß eines Mannes überrollt haben

Der mittlerweile 26-Jährige auf der Anklagebank erklärte, beide Männer seien ausgestiegen, aber nur einer sei auf ihn zugelaufen. Er habe daraufhin zurückgesetzt. Als der Mann stehen geblieben sei, habe er den Vorwärtsgang eingelegt, um an dem Mann vorbei, zu entkommen. Der zweite Mann aus dem Wagen sei allerdings wieder eingestiegen gewesen und habe das Auto quer gestellt, um den Fliehenden aufzuhalten.

Er sei dann über den Bordstein an der Sperre vorbei, gab der 26-Jährige an. Laut Anklage soll er dem Mann am Steuer über den Fuß gefahren sein. Zudem soll er an der Ecke Alisostraße/Lünener Straße ein Stopp-Schild missachtet und beinahe einen Unfall verursacht haben.

Bezüglich des Fußes gab der Schwerter an, der angeblich Geschädigte sei gar nicht in der Nähe seines Wagens gewesen. Was die Sache mit dem Stoppschild betraf, daran habe er keine Erinnerung mehr.

Der Fahrer des anderen Wagens erklärte im Zeugenstand, er habe den Angeklagten anhalten wollen, weil er gewusst habe, dass dieser gar keine Fahrerlaubnis besitzt. Dazu habe er sich an die Fahrerseite des Wagens des 26-Jährigen gestellt und gegen die Scheibe geschlagen. Daraufhin sei der Angeklagte los gefahren und dabei über den Fuß des Bergkameners gerollt.

Angeklagter hatte „ganz knapp Glück“

Ein Attest bestätigte eine unauffällige Quetschung. Trotz der Verletzung habe der Geschädigte den Angeklagten verfolgt und währenddessen die Polizei alarmiert. Die Beamten stoppten den Schwerter und nahmen ihn auch direkt fest – er war per Haftbefehl gesucht worden. Die Polizisten stellten fest, dass der Angeklagte noch nie eine Fahrerlaubnis besaß und, dass die Kennzeichen des Autos gestohlen waren. Das Anbringen der Schilder stellte somit eine Urkundenfälschung dar. Die Kennzeichen habe er von einem Kumpel bekommen, so der Angeklagte.

Da sich der Geschädigte den Vorfall mit dem Fuß auch selbst zuzuschreiben hatte und der Sachverhalt mit dem Stoppschild nicht aufgeklärt werden konnte, stellte das Gericht diese Vorwürfe ein.

Für den Rest gab es für den sechsfach auch einschlägig vorbestraften Angeklagten sechs Monate Haft auf Bewährung und eine Fahrerlaubnissperre von 18 Monaten. „Ganz knapp Glück gehabt heute“, betonte der Richter mit Blick auf die Bewährung. Die hatte er dem Mann nur gegeben, weil der 26-Jährige mittlerweile Vater ist und seit der Tat nichts mehr vorgefallen ist. Als Auflage muss der Schwerter 500 Euro zahlen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Landgericht Dortmund
Bewährungsstrafe für Ex-Vizebürgermeisterin: Angeklagte weint beim Urteil
Hellweger Anzeiger Hunderttausende Euro veruntreut
Verteidiger fordert Bewährungsstrafe für Kamener Ex-Vizebürgermeisterin
Hellweger Anzeiger Kriminalität
Untreue-Prozess gegen Ex-Vizebürgermeisterin: Ein Fünftel des Schadens wiedergutgemacht
Hellweger Anzeiger Betrugsprozess am Landgericht
Kamener Ex-Vizebürgermeisterin gesteht unter Tränen: „Das Geld war immer einfach so weg“
Meistgelesen