Über eine Stadt, die aufwärts strebt

dzBesuch in der israelischen Partnerstadt

In Eilat gibt es bewegende Momente bei Begegnung mit Holocaust-Überlebenden. Kamens Partnerstadt baut den Tourismus stetig aus und modernisiert sich mit großem Tempo.

Kamen

, 24.10.2018, 16:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jahrelang war Eilat, Kamens Partnerstadt in Israel, immer wieder in den Schlagzeilen, weil die Stadt von dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern nicht verschont blieb. Trauriger Höhepunkt war ein Selbstmordanschlag im Januar 2007, bei dem drei Menschen zu Tode kamen und mehrere verletzt wurden.

Die Lage in der Küstenstadt hat sich nicht nur normalisiert, sondern deutlich verbessert. Das stellten die 27 Reisenden aus Kamen fest, die jetzt ihre Partnerstadt bereisten – und bei einer Rundreise auch andere Gebiete des Landes kennenlernten. Mit dabei waren Mitglieder des Freundeskreis Shalom Eilat um Dieter Drescher und auch Bürgermeisterin Elke Kappen, die nach 1982, damals direkt nach dem Abitur am Städt. Gymnasium, zum zweiten Mal dorthin reiste. „Es ist unglaublich, wenn man sieht, wie sich das Land entwickelt hat“, sagt sie.

Über eine Stadt, die aufwärts strebt

In Eilat bewegende Momente bei Begegnung mit Holocaust-Überlebenden. Kamens Partnerstadt baut Tourismus aus und modernisiert sich mit großem Tempo. © picture-alliance/ dpa

Eilat floriert, Eilat prosperiert auch als touristisches Ziel. Von einst nur Dutzenden Hotelbetten ist nun die Zahl auf 1200 gesteigert worden. Ziel ist es, so erfuhren die Kamener vor Ort, auf 1700 Hotelbetten auszubauen. Demnach herrscht überall Bautätigkeit, Aufbruchsstimmung an allen Ecken. Pro Woche zählt man dort 70 Flüge, vor einigen Jahren waren es noch vier. Die Zahl soll weiter steigen. Der jetzige Flughafen soll an den Stadtrand weichen und größer werden. „Es geht hin zur modernen Stadt“, wie Kappen auch im Austausch mit dem Bürgermeister Meir Itzchak Halevi erfuhr.

Über eine Stadt, die aufwärts strebt

Blick auf die Ruinen des Kalifenpalastes am Ufer des See Genezareths. Der Kalifenpalast wurde in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts erbaut und vermutlich 749 während eines Erdbebens stark beschädigt. Die Überbleibsel des Palastes wurden später von Händlern und Zuckerrohrverarbeitern genutzt. © dpa

Bewegende Augenblicke gab es an einem Nachmittag bei einem Treffen mit Holocaust-Überlebenden in einer Seniorenbegegnungsstätte. „Es war eigentlich ein freier Nachmittag, aber alle wollten an dem Termin teilnehmen“, schildert Kappen. Mit dabei Betty Pri Gal, Ehefrau des verstorbenen Honoralkonsuls Jacky Pri Gal, die mehrmals in Kamen waren und die der Städtepartnerschaft ein Gesicht gegeben haben. Die 87-Jährige schaut nach wie vor deutsches Fernsehen und hat die Ereignisse von Chemnitz kritisch verfolgt. „Ich reklamiere nicht für mich, nachvollziehen zu können, was diese Bilder für die Menschen hier bedeuten“, sagt Kappen mit Blick auf deutsche Geschichte. „Trotzdem sind uns die Menschen hier sehr, sehr zugewandt.“

  • Eilat, auch Elat oder Elath, ist eine Stadt an der Südspitze Israels im Süden der Wüste Negev.
  • Die am Golf von Akaba gelegene Stadt ist der einzige Zugang Israels zum Roten Meer und damit zum Indischen Ozean.
  • Die Länge des israelischen Küstenabschnitts beträgt nur knapp zwölf Kilometer. Vom Hafen sind bei guter Sicht die Küsten von Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien zu sehen.
  • Eilats Einwohnerzahl beträgt etwa 49.000.
  • Die Stadt ist aufgrund des Meeres und der umgebenden Wüstenlandschaft ein beliebtes Tourismusziel.
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