Über den Sinn von Hundekot-Beuteln diskutiert

dzMehrweg statt Plastikmüll

Der Kampf gegen Plastikmüll findet Unterstützung in der Politik. Lokale Umweltpolitiker äußern sich positiv über die Bemühungen. Dabei wird über den Sinn von Hundekot-Beuteln diskutiert.

Kamen

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Ärger über Plastikmüll. Dazu zählt auch der Hundekot-Beutel, der immer öfter in der Natur zu finden ist. Bei der Diskussion über verstärkte Anstrengungen, örtlich auf Plastiktüten und -verpackungen zu verzichten, rücken auch die Plastiktüten für die Hinterlassenschaften von Vierbeinern in den Blickpunkt. „Es gibt nicht nur diese Coffee-to-go-Mentalität, es kommen vermehrt auch Hundekot-Beutel als Problem dazu“, berichtet Klaus-Bernhard Kühnapfel, der für den Naturschutzbund als sachverständiger Bürger im Umwelt- und Klimaausschuss sitzt. „Man könnte schon wieder darüber nachdenken, ob man das wieder lässt.“ Denn in die Natur geworfene Hundekot-Beutel sind kontraproduktiv, weil die Hinterlassenschaft so dauerhaft erhalten bleibt.

Um ein Bewusstsein für derlei und andere Probleme mit Plastikmüll zu schaffen, will Umweltberaterin Jutta Eickelpasch ein Aktionsbündnis gründen. Dabei geht es nicht nur darum, mahnend auf Menschen zu zeigen, die, siehe oben, ihren Hundekot-Beutel in die Landschaft werfen. Es soll auch Lust gemacht werden, auf Plastik zu verzichten und Mehrweg zu verwenden, indem coole und hochwertige Mehrwegprodukte wie Tassen und Tragetaschen eingesetzt werden. SPD-Ratsherr Gökcen Kuru lobt die von Eickelpasch initiierte Aktion und kündigte an, dass sich der von ihm geleitete SPD-Ortsverein Kamen-Mitte beteiligen wird. „Wir haben 700 Mitglieder und können uns vorstellen, beispielsweise bei den nächsten Kaffeekränzchen auch Mehrweg-Geschirr einzusetzen.“ Eickelpasch hatte über ihre guten Erfahrungen berichtet, einen Mehrweggeschirr-Service der GWA zu nutzen. Kuru erinnert an die bevorstehende Europawahl und dass dort auch wieder Plastik als Werbematerial eingesetzt wird. „Man muss darauf achten, was für Materialien man dann nimmt. Ich persönlich würde die auf Null runterfahren.“

Eine Meinung, die im Ausschuss geteilt wird. Karsten Diederichs-Späh (CDU) weiß aber, dass es „dicke Bretter zu bohren gilt“. Dabei verweist er auf seine Erfahrungen als Bürger, der sich an der Aktion Frühjahrsputz beteiligt hat. „Es ist erschreckend, wie viel Plastikmüll an den Straßen liegt. Ruckzuck waren die Mülltüten voll.“ Es ärgere ihn maßlos, wie gelbe Säcke illegal an Straßen entsorgt oder Pendlerparkplätze vermüllt werden.

Stefan Helmken (Bündnisgrüne) findet die Aktion der Verbraucherschützerin „klasse“. Es sei erstaunlich, welche Dynamik in der Kürze der Zeit entstanden sei, wohl auch zusätzlich beschleunigt durch die veröffentlichten Bilder über Plastik in den Weltmeeren. Und wenn nicht alle an einem Strang ziehen, landen wohl dort auch irgendwann die falsch entsorgten Beutel mit Hundekot.

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