Nur das Ergebnis eines PCR-Tests (Symbolbild) darf bisher als Nachweis einer überstandenen Coronainfektion vorgelegt werden. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Über 700 positive Schnelltests im Kreis: So oft stimmt das Ergebnis

Ein Kamener wurde bei einem vorsorglichen Corona-Schnelltest falsch positiv getestet. Er fragt sich, wie oft das vorkommt. Die Experten des Kreisgesundheitsamtes antworten.

Für viele gehören Corona-Schnelltests schon zum Alltag dazu. Egal ob es zu den Eltern geht oder zum Friseur: Vorher schnell das Stäbchen rein, Bescheinigung erhalten und weiter geht das Leben. Allerdings gilt das nur für jene, die negativ getestet wurden. Der Tagesablauf von positiv Getesteten wird nach dem Test durcheinandergewirbelt.

Sie müssen sich sofort in Quarantäne begeben und einen PCR-Test machen lassen. Der gibt dann preis, ob wirklich eine Corona-Infektion vorliegt. Ein Kamener, der nicht genannt werden möchte, hat genau das jetzt erlebt. Er wurde im Nachhinein doch negativ getestet und fragt sich, wie oft das wohl vorkommt.

Rund 60 bis 70 Prozent der positiven Schnelltests im Kreis sind korrekt

Wie viele positive Schnelltest-Ergebnisse sich durch einen PCR-Test bestätigen, dokumentiert der Kreis nicht, wie Sprecher Max Rolke auf Anfrage mitteilt. „Unsere Experten gehen davon aus, dass rund 60 bis 70 Prozent der positiven Schnelltests durch ein positives PCR-Testergebnis bestätigt werden.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Schnelltest falsch positiv ausfällt, ist mit etwa 40 bis 30 Prozent also gar nicht mal so gering. Und der falsch positiv getestete Kamener kein Einzelfall.

Insgesamt sind laut Rolke im Kreis Unna (Stand Mittwoch, 15.15 Uhr) 158.526 Menschen in den Schnelltestzentren getestet worden. 724 davon waren positiv. Wären 60 Prozent davon richtig getestet worden, hätten also etwa 289 Menschen beim Schnelltest ein falsches Ergebnis erhalten. Demgegenüber würden dann über 400 korrekte Ergebnisse stehen, die sonst vielleicht unentdeckt geblieben wären.

Kamener will sich trotzdem weiter testen lassen

Die Fehlerquote ist mitnichten ärgerlich für jene, die ein falsch positives Ergebnis erhalten und einen gehörigen Schreck erleiden. Aber die Vorteile der Schnelltests – also die Infektionen, die durch die Tests ans Licht kommen – überwiegen. Jede aufgedeckte Infektion führt immerhin dazu, dass die infizierte Person sich in Quarantäne begibt und keine weiteren Menschen ansteckt.

Und so will auch der Kamener weiterhin Schnelltests durchführen lassen. Er findet, dass das in der Pandemie zu einem verantwortungsbewussten Handeln dazu gehört.

Jeder kann etwas dazu beitragen, dass sich die Situation langsam bessert. Dazu gehört übrigens auch – man kann es nicht oft genug sagen – Abstand zu halten und sich an die Hygieneregeln halten. Denn Schnelltests können nicht nur falsch positiv, sondern auch falsch negativ ausfallen.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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