Trotz Hafenfest und Festa Italiana: Die Ateliers der Kamener Künstler waren gut besucht

dzOffene Ateliers

Im Rahmen der Veranstaltung „Offene Ateliers – Kunst erleben in Kamen“ öffneten Künstler ihre Werkstätten. Darunter waren auch Frauen, die alleine und als Gruppe erfolgreich Kunst schaffen.

Kamen

, 03.06.2019 / Lesedauer: 3 min

„Wir bekamen auch Likes aus Amerika und Australien“, sagt Susanne Specht stolz. Mit ihrer Künstlerinnen-Gruppe „Blickwechsel“ hat sie an einem Instagram-Wettbewerb teilgenommen, für den die Frauen je fünf bekannte Persönlichkeiten zeichneten. Die Bilder von Emma Watson, Greta Thunberg, Anne Frank und Co. begeisterten auch die Besucher der zweitägigen Veranstaltung „Offene Ateliers – Kunst erleben in Kamen“. „Dafür ging es zurück zum Handwerk und damit kann jeder etwas anfangen“, sagt Specht. Doch auch für außergewöhnlichere Techniken wie Radierungen, Drucke, Papierarbeiten oder Aquarelle haben sich die Besucher von „Blickwechsel“ am Samstag und Sonntag interessiert.

Trotz Hafenfest und Festa Italiana: Die Ateliers der Kamener Künstler waren gut besucht

Von Emma Watson bis Elton John: Die Künstlerinnen der Gruppe „Blickwechsel“ sind einem Aufruf auf der Plattform „Instagram“ gefolgt und haben berühmte Persönlichkeiten gezeichnet. © Pott

Neue Kamener Künstlerinnen-Gruppe lockt viele Besucher nach Heeren-Werve

Von den fünf Künstlerinnen Susanne Specht, Heike Behrens, Kerstin Donkervoort, Anette Heuer und Tania Mairitsch-Korte haben sie sich in den Räumen von Specht Küchen in Heeren-Werve aus erster Hand erklären lassen, wie Kunst entstehen kann. Gegründet hat sich die Gruppe aus erfahrenen Künstlerinnen Anfang des Jahres, im Rahmen der „Offenen Ateliers“ stellen sie ihre Werke das erste Mal in dieser Konstellation aus. Das Besonderere an ihrer Gruppe sei, dass jede Künstlerin eine andere Perspektive einnimmt und auf ihre eigene Art arbeitet, die Frauen sich aber gleichzeitig gegenseitig inspirieren, erklärt Heike Behrens. „Ich arbeite sehr gerne mit Frauen zusammen“, sagt sie. Unter professionellen Künstlern gebe es noch zu wenige Frauengruppen, was schade sei.

Trotz Hafenfest und Festa Italiana: Die Ateliers der Kamener Künstler waren gut besucht

Heike Behrens, Susanne Specht, Susanne Anette Heuer (vl.) gehören zur neuen Künstlerinnen-Gruppe „Blickwechsel“. © Borys Sarad

Künstler sind zufrieden mit der Resonanz der Aktion Offene Ateliers – Kunst erleben in Kamen

Mit den Besucherzahlen der zwei Tage seien sie sehr zufrieden, sagt Specht. Das Wetter war gut, in Unna strömten Besucher zur Festa Italiana und in Bergkamen zum Hafenfest - und dennoch seien durchgehend Besucher da gewesen, sagt Specht, die sich sicher ist, dass es immer mehr werden, je bekannter „Blickwechsel“ wird. „Das muss erstmal wachsen.“ Die Frauen planen bereits ihre nächste Ausstellung. Im März 2020 stellen sie Arbeiten zum Thema „Aufbruch“ vor. Das passe gut zu ihrer Gruppe, denn „wir brechen auf, wir fangen neu an“, sagt Behrens. Die Künstlerinnen wollen sich dem Thema ganz unterschiedlich nähern.

Petra Zapatero begeistert ihre Besucher mit Portaits

Ebenfalls zufrieden mit der Künstler-Aktion ist Petra Zapatero, die die Türen ihres Ateliers an der Westenmauer für Besucher öffnete. Bei ihr tummelten sich Künstlerkollegen, Interessierte, potenzielle Kunden und neue Teilnehmer für ihre Kurse. Auch ihre Besucher wollten wissen, wie Zapatero arbeitet. Ein Geheimrezept konnte sie ihren Besuchern allerdings nicht mit auf den Weg geben, als es hieß „Wie schafft man das?“. Für Porträts müsse man die Menschen kennen, damit auch ihr Wesen auf den Bildern zu erkennen ist. „Ich gucke mehr als ich male“, sagt Zapatero. Bei Berühmtheiten schaue sie sich zum Beispiel Filme an und wenn jemand ein Porträt bestellt, dann spricht sie vorher mit der Person. Zapatero hat gut zu tun - nimmt aber trotzdem noch Aufträge an. Auch Schnellporträts gehören zu ihren Spezialitäten. „Wenn es fließt, dann fließt es“, sagt sie über ein Gemälde, bei dem ein Besucher gar nicht glauben konnte, dass Zapatero es in kürzester Zeit gepinselt hat.

Trotz Hafenfest und Festa Italiana: Die Ateliers der Kamener Künstler waren gut besucht

Petra Zapatero gewährt ihren Besucher am Wochenende auch Einblicke in ihre Werkstatt, wo auch ihre begehrten Porträts entstehen. © Pott

Frauen in der Kunst: Man muss sich nur trauen

Wie die Künstlerinnen der Gruppe „Blickwechsel“, beweist auch Zapatero, dass Frauen in der Kunstwelt Fuß fassen können, wenn sie es nur wollen. „Das einzige, was eine Frau davon abhält, Kunst zu schaffen, ist, dass sie ihren eigenen Wert unter den Scheffel stellt.“ Zapatero selbst hat sich Ende der 80er, als es noch weniger bildende Künstlerinnen gab als heute, getraut. Sie hat ihren Job als leitende Op-Schwester an den Nagel gehängt, studierte Malerei und Grafik und hielt sich mit Nebenjobs über Wasser. „Ich ziehe das durch“, habe sie sich gesagt. Und sie hat es geschafft. Zapatero gibt Kurse, stellt aus, verkauft ihre Werke und Künstlermaterialien.

Ein neues Projekt der Kamener Künstlerin Petra Zapatero ist ihr Ausdrucksmalerei-Kurs, bei dem es eher um das Erleben als das Ergebnis geht. Anmelden kann man sich unter Tel. (02307) 3649738. Die Gruppe ist offen, die Teilnahme unverbindlich. Jeden Montag wird in ruhiger Atmosphäre gemalt. Der Kurs beginnt in Kürze.
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