Trauriger Verdacht nach dem Dachstuhlbrand auf der Lüner Höhe in Kamen

dzPolizei

Am Samstagmorgen forderte ein Dachstuhlbrand auf der Lüner Höhe ein Todesopfer. Die Ermittlungen laufen weiter. Mittlerweile hat die Polizei neue Erkenntnisse zur Brandursache.

25.02.2020, 14:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein rotes Flatterband und ein komplett zerstörtes Dach erinnern noch an das Ausmaß des Feuers. Am Samstagmorgen brannte ein Dachstuhl auf der Lüner Höhe lichterloh. Die Feuerwehr sprach von einem Feuerball über der Doppelhaushälfte.

Am Dienstag sind die Ermittlungen der Polizei noch nicht abgeschlossen. Doch man ist schon einen Schritt weiter. „Das zuständige Kriminalkommissariat hat sich mit einem Sachverständigen die Brandstelle nochmal angesehen“, sagt Polizeisprecher Christian Stein. „Wir können fahrlässige Brandstiftung nicht ausschließen.“

Obduktion wird wohl komplizierter sein

Der Fall ist aber noch nicht abgeschlossen. Auch, weil das Todesopfer noch nicht identifiziert ist. Obduziert wird es erst am Donnerstag. Doch das bedeutet nicht, dass am Donnerstag schon klar ist, wer die Person ist. Die Obduktion wird sich wohl komplizierter gestalten. Wahrscheinlich müssen DNA-Spuren eingeschickt werden, erklärt Stein.

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Eine traurige Vermutung steht jedoch im Raum. Denn schon direkt nach dem Brand hieß es, dass es sich bei dem Opfer wahrscheinlich um einen jungen Mann handelt, der in dem ausgebauten Dachgeschoss wohnte. „Es spricht nichts dafür, dass es sich um eine andere Person handelt“, sagt Stein. Ein endgültiges Ergebnis könnte es Ende der Woche geben.

Das ganze Ausmaß erschließt sich erst ganz am Ende

Handelt es sich tatsächlich um den jungen Mann, könnte er das Feuer versehentlich verursacht haben. Dass sich der genaue Hergang rekonstruieren lässt, ist mit Blick auf das Ausmaß aber fraglich. Denn vom Dachstuhl ist nicht mehr viel übrig.

Vier Stunden lang kämpfte die Kamener Feuerwehr gegen die Flammen. Vom Dachstuhl des Hauses ist nicht mehr viel übrig.

Vier Stunden lang kämpfte die Kamener Feuerwehr am Samstagmorgen gegen die Flammen. Vom Dachstuhl des Hauses ist nicht mehr viel übrig. © Michael Neumann

Weitere Menschen kamen durch das Feuer nicht zu Schaden. Die zwei anderen Bewohner des Hauses konnten sich rechtzeitig ins Freie retten. Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf mindestens 100.000 Euro. Gegen 6 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert. Nachbarn hatten den Feuerschein bemerkt und die Feuerwehr gerufen.

Als die anrückte, war sofort klar, dass es ein größerer Einsatz wird. Tatsächlich dauerte er etwa vier Stunden, in denen nicht nur der Dachstuhl gelöscht, sondern auch die andere Doppelhaushälfte geschützt werden musste. Die Leiche wurde bei den Nachlöscharbeiten entdeckt. In diesem Moment wurde den Helfern das ganze Ausmaß des Brandes klar.

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