„Ein Wirt, wie er im Buche steht“: Unikum-Inhaber Miro Kosjerina ist unerwartet gestorben

dzUnikum Kamen

Der Wirt der Kamener Kultkneipe Unikum ist am Dienstag überraschend gestorben. Miro Kosjerina wurde nur 65 Jahre alt. Ein Freund erinnert sich an einen guten Menschen, der für seine Kneipe lebte.

Kamen

, 21.10.2020, 10:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ein Wirt, wie er im Buche steht.“ So beschreibt Eckhardt Simon seinen langjährigen Freund Miro Kosjerina. „Er kannte jede Eigenart und Vorlieben seiner Stammgäste. Man brauchte nichts bestellen, es kam automatisch.“

Simon war jeden Mittwoch Gast in Kosjerinas Kultkneipe „Unikum“ an der Bahnhofstraße. Woche für Woche traf sich dort ein Stammtisch, um Würfelspiele zu spielen.

„Es war immer ein netter Abend“, sagt Simon. Ein Abend, der es an diesem Mittwoch nach langer Tradition nicht stattfinden wird. Denn Kosjerina ist am Dienstag unerwartet gestorben. Die Nachricht verbreitete sich unter den Wirten und Ur-Kamenern wie ein Lauffeuer. „Ich wollte es erst gar nicht glauben“, sagt Simon betrübt. Die Nachricht habe ihn schockiert.

Miro Kosjerina soll beim Aufschließen des Unikums zusammengebrochen sein

Gerüchten zufolge soll Kosjerina gegen 18 Uhr seine Kneipe aufgeschlossen haben und dabei zusammengebrochen sein. Was an dem Gerücht dran ist, kann Simon nicht sagen, auch weiß der langjährige Freund am Mittwoch noch nichts Näheres über die Umstände von Kosjerinas plötzlichem Ableben. „Sein Tod kam plötzlich, damit war nicht zu rechnen.“

Miro Kosjerina hat in Kamen verschiedene Kneipen geführt – zum Beispiel den Bürgerkrug und den Schöppchenkeller.

Miro Kosjerina hat in Kamen verschiedene Kneipen geführt – zum Beispiel den Bürgerkrug und den Schöppchenkeller. © Archiv

Simon war 21 Jahre lang selbst Gastwirt in Kamen und kann die Geschichte von Kosjerina von Anfang an erzählen: Als junger Mann kam Kosjerina aus Jugoslawien nach Kamen und kellnerte im ehemaligen Restaurant Adriatik an der Oststraße. Dann machte er sich mit dem Bürgerkrug an der Bahnhofstraße selbstständig. Es war ein Treffpunkt für junge Leute, die gern zum Tanzen herkamen. Später führte Kosjerina den Schöppchenkeller an der Marktstraße, bevor er schließlich das Unikum an der Bahnhofstraße kaufte.

Kamen verliert mit Miro Kosjerina ein Urgestein

Es wurde zur Kultkneipe in Kamen und ein beliebter Treffpunkt. Kosjerina hat über der Kneipe gelebt. Und er hat für die Kneipe gelebt, bis er im Alter von 65 Jahren plötzlich starb. Kamen verliert damit ein Urgestein in Kamens Gastronomie-Geschichte – und einen guten Menschen. „Er war ein guter Kumpel und ein guter Wirt“, so Simon.

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Außerdem war Kosjerina ein eingefleischter Schalke-Fan. „Bis in die Wurzeln“, sagt Simon, der selbst Dortmund-Fan ist. „Wir haben das locker gesehen und konnten die Scherze vertragen“, sagt Simon. Es sind Scherze und gesellige Abende, die Simon vermissen wird. Und da ist er ganz sicher nicht der einzige.

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