Verkauf von Toyota Muermann sorgt für Unsicherheit bei Kunden: Der neue Chef beruhigt

dzWirtschaft

Die Nachricht sorgte bei vielen Kunden für Unsicherheit. Nachdem Toyota Muermann sein Ende bekannt gab, klingelt das Telefon im Kamener Autohaus pausenlos.

Kamen

, 05.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben nicht vor, alles radikal umzustellen. Das Autohaus Muermann ist ein tolles Unternehmen mit hoher Kundenzufriedenheit. Es wäre verrückt, das alles auf den Kopf zu stellen“, sagt der künftige Chef des Autohauses Muermann, Oliver Dietz. Mit dieser Aussage dürfte er eine Reihe Kunden beruhigen. Denn nachdem das familiengeführte Unternehmen jüngst den Verkauf an die Essener BOB Automotive Group bekannt gab, riefen viele verunsicherte Kunden an, erzählt Eva Muermann.

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Sie selbst ist wohl das beste Beispiel dafür, dass sich für die Kunden nichts ändern soll. Sie wird den Standort am Schattweg in Kamen leiten, während der in Unna geschlossen wird. Auch die anderen Gesichter werden den Kunden nach dem Verkauf am 1. April vertraut bleiben.

Alle Mitarbeiter vom Standort Unna, der zuletzt nur noch noch als Werkstattbetrieb diente, werden übernommen und künftig am Standort in Kamen arbeiten. Das kommt diesem sogar zu Gute, denn dort fehlten lange Mitarbeiter in der Werkstatt. Man war auf Personalsuche, musste mit zwei Monteuren auskommen.

Die Mitarbeiter von Toyota Muermann bleiben und die Autos auch

Die Mitarbeiter eines der letzten familiengeführten Autohäuser im Kreis Unna bleiben also. Und die Autos auch. Am Standort an der Stadtgrenze zwischen Kamen und Unna werden weiterhin Toyota verkauft. Denn genau genommen hat Muermann das Unternehmen an die „TCB Automobile GmbH“ verkauft – eine Tochter der BOB-Gruppe, die neben Kamen an vier weiteren Standorten ausschließlich Fahrzeuge dieser Marke vertreibt.

Das Autohaus Muermann wurde verkauft. Doch die Autos und die Mitarbeiter bleiben dem Standort erhalten.

Das Autohaus Muermann wurde verkauft. Doch die Autos und die Mitarbeiter bleiben dem Standort erhalten. © Stefan Milk

Am Schattweg wird es also weiterhin Toyota geben – und zwar vor allem Hybridwagen. 80 Prozent der im vergangenen Jahr verkauften Fahrzeuge kamen laut Eva Muermann aus dieser Kategorie. Doch darauf wird sich nicht ausgeruht. Ganz im Gegenteil. Unentwegt werden neue Technologien und neue Modelle etc. entwickelt. Es sind Entwicklungen wie diese, die es dem kleinen, familiengeführten Unternehmen Muermann immer schwerer machten.

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Bei den Herausforderungen, die die Automobilindustrie mittlerweile stellt, habe das kleine Unternehmen keine Chance mehr gehabt, erklärt Junior-Chef Matthias Muermann, der sich künftig aus dem Autogeschäft zurückziehen will. „Die Automobilindustrie stellt sich derzeit um. „Elektromobilität und autonomes Fahren stehen im Fokus.“

Viele Aufgaben werden künftig zentral gesteuert

Für größere Unternehmen ist es da freilich einfacher, mitzuhalten. Das lässt sich schon an kleinen Beispielen erkennen. Künftig werde Aufgabenbereiche wie Marketing, Personal- und It-Geschicke zentral gesteuert. An den Standorten werde sich künftig nur noch auf die Kunden konzentriert, so der neue Chef Oliver Dietz. „Es ist ein Vorteil, dass wir uns an vorhandenen Strukturen bedienen können“, sagt Dietz. Das spart Arbeitskraft und Kosten.

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Die kann die Essener Autogruppe dann zum Beispiel in die Ausarbeitung neuer Mietmodelle stecken. „Das klassische Modell ‚Ich kaufe mir ein Auto‘ verschwindet. Viele wollen mobil sein, aber nicht mehr besitzen“, weiß Dietz. Darauf stellt sich der Käufer von Toyota Muermann nun ein.

Was sich allerdings nicht verändere, ist der Wunsch nach Beratung und der Service vor Ort. Deshalb soll sich am Schattweg auch nichts ändern und die alten Ansprechpartner bleiben. Ein Auto müsse laufen und das bei immer komplizierter werdender Technik, sagt Eva Muermann. Die Kunden wollen ihre Autos in guten Händen wissen. „Dazu gehört Vertrauen.“ Und dieses Vertrauen soll nicht verloren gehen.

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