Verbesserung für Lkw-Fahrer: Mobile Toiletten sollen erst der Anfang sein

Gewerbegebiet Unna-Nord

Fast zwei Jahre, nachdem die Naturfreunde Kamen auf die Notlage der Brummifahrer am Pröbstingholz aufmerksam machten, verspricht die WFG Unna mobile Toiletten. Und noch mehr.

Kamen, Unna

, 29.10.2020, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Brummifahrer im Gewerbegebiet Unna-Nord müssen teils auf der Ladefläche ihrer Lkw kochen. Das größere Problem sind aber fehlende Sanitäranlagen. Das soll sich nun ändern.

Brummifahrer im Gewerbegebiet Unna-Nord müssen teils auf der Ladefläche ihrer Lkw kochen. Das größere Problem sind aber fehlende Sanitäranlagen. Das soll sich nun ändern. © Stefan Milk (Archiv)

Keine Toilette, keine Dusche und Abendessen auf der Ladefläche: Die Brummifahrer, die das Gewerbegebiet Nord ansteuern, haben es nicht leicht. Fast zwei Jahre sind vergangen, seit die Naturfreunde Kamen auf die Situation aufmerksam machten – weil aus Not das Pröbstingholz als Toilette und Mülleimer herhalten musste.

Der Verein machte das Problem öffentlich und nun gibt es einen konkreten Lösungsweg. Bereits im August kündigte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Unna an, mobile Toilettenanlagen aufzustellen. Darauf einigten sie sich gemeinsam mit dort niedergelassenen Unternehmen. Nach einem zweiten Treffen, zu dem die Wirtschaftsförderin der WFG, Sabine Radig, geladen hatte, ist der Plan nun fix. Und er enthält mehr als mobile Toiletten.

Jetzt lesen

„Zunächst sollen im kommenden Monat zwei mobile Toilettenanlagen sowie zusätzliche Müllbehälter aufgestellt werden“, kündigt die WFG in einer Pressemitteilung an.

Sie sollen im Anschluss an zwei Ortsbegehungen an der Formerstraße im Bereich des Wendehammers sowie an der Einmündung Schlosserstraße/Gießerstraße aufgestellt werden. Doch sie können nur eine kurzfristige Lösung sein, wie Radig sagte.

Das langfristige Ziel aller Beteiligten sei es, einen Parkplatz mit festen Sanitäranlagen im Gewerbegebiet zu etablieren, der den Fahrern auch die nötige Sicherheit vor Planenschlitzern biete. Hintergrund: Bei einer Befragung der Lkw-Fahrer war herausgekommen, dass viele Angst vor Lkw-Schlitzerbanden haben.

Naturfreunde wünschen sich Gesetz für alle Lkw-Fahrer

Wo genau der Parkplatz errichtet wird, steht noch nicht fest. Das nächste Treffen unter den Logistikern und der WFG ist für Januar angesetzt. „Ich hoffe, dass dann weitere Unternehmen, die Verkehre in dem Gebiet verursachen, einen Verantwortlichen entsenden können und sich ebenfalls an den Kosten beteiligen“, so die Wirtschaftsförderin.

Jetzt lesen

Das hofft auch Heribert Jurasik, der das Ganze angestoßen hat. Er wünscht sich, dass die Unternehmen vor Ort kooperieren und den Lkw-Fahrern so etwas Gutes tun. Dass das Problem lokal angegangen wird, freut ihn – auch wenn die demnächst aufgestellten Toiletten erst eine Notlösung seien.

Doch Jurasik hofft, dass sich eines Tages ein Gesetz formiert, das Unternehmen dazu zwingt, ab einer bestimmten Grundstücksfläche oder Mitarbeiterzahl sanitäre Anlagen für die Lkw-Fahrer zur Verfügung zu stellen. So eine Regelung gebe es für die eigenen Mitarbeiter schließlich auch.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Auslegung der Corona-Regeln
Gilt vor den Läden in der Kamener Fußgängerzone die Maskenpflicht?
Hellweger Anzeiger Zweitgrößte Grundschule in Kamen
Geschlossene Friedrich-Ebert-Schule: Alle Corona-Testergebnisse sind da
Hellweger Anzeiger Warnung der GSW
„Er stellte den Fuß in meine Tür“: Falscher Ableser ist im Namen der GSW unterwegs