Tobender Mann verletzt Polizisten und landet vor Gericht

dzWiderstand gegen Vollstreckungsbeamte

Ein Kamener randalierte in einem Bus und verletzte einen Polizisten. Vor Gericht hat das Konsequenzen, doch gegen einen weiteren Vorwurf kann sich der Mann erfolgreich wehren.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 22.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als er in einem Bus randalierte, nahm die Polizei einen Kamener mit. Er leistete erbitterten Widerstand. Das stellte er jetzt vor dem Amtsgericht Unna auch nicht in Abrede – einen weiteren Vorwurf aber sehr wohl. Und das mit Erfolg.

Am Morgen des 8. November wurde die Polizei zum Kamener Busbahnhof gerufen, nachdem sich der 28-Jährige von seiner schlechtesten Seite gezeigt hatte. Zur Feststellung seiner Personalien wurde er mit zur Wache genommen und durfte kurz darauf wieder gehen. Doch das nutzte er, um zum Ort des Geschehens zurückzukehren. Erneut randalierte er in einem Bus, brüllte laut herum. Wieder musste die Polizei kommen und die Beamten nahmen den tobenden Mann mit. Doch das wollte der in diesem Fall so nicht hinnehmen. Er wehrte sich, trat und schlug um sich. Dabei wurde ein Polizist verletzt.

Darüber hinaus sollte der Kamener nur einen Tag später mit einem Bekannten in einem Unnaer Park in Streit geraten sein. Laut Anklage sollte er den Mann zu Boden befördert, mit einem Messer bedroht und angekündigt haben, dass er ihn abstechen werde. Dabei sollte er dem Anderen zudem so fest gegen den Fuß getreten haben, dass der einen Trümmerbruch erlitten haben sollte.

Nun befasste sich das Unnaer Schöffengericht mit den Vorwürfen und der Kamener zeigte sich, was den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte betraf, regelrecht geläutert. „Das stimmt“, räumte er ein und fügte rechtfertigend hinzu: „Ich war besoffen.“ In dem Moment hätten ihm die Handschellen wehgetan und er habe sich gewehrt. „Aber nicht, dass ich Jemandem vorsätzlich Leid oder Schmerzen zufügen würde.“ Den Vorwurf der Bedrohung und Körperverletzung wollte er indes nicht auf sich sitzen lassen. Und tatsächlich gab eine Belastungszeugin in dem Zusammenhang zu, bei der Polizei gelogen zu haben. Damals sei sie sauer auf ihn gewesen. Auch hätten sie der vermeintlich Geschädigte und seine Freundin darum gebeten.

Was diesen Anklagepunkt betraf, wurde der Kamener am Ende freigesprochen. Der Widerstand brachte ihm allerdings 600 Euro Geldstrafe ein.

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