Pleite von Thomas Cook: „Für uns entsteht natürlich ein finanzieller Schaden“

dzReisebüro-Chef Jens Timmermann

Ob Malediven oder Mallorca – viele Urlaubsträume sind wegen der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook geplatzt. Nun sind auch alle Reisen für 2020 abgesagt. Das sagt Reisebüro-Chef Jens Timmermann über den Fall.

Kamen, Unna

, 13.11.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jens Timmermann ist mit seinem Reisebüro einer der bekanntesten Agenten von Thomas-Cook-Reisen im Raum Unna und Kamen. Oder besser gesagt: gewesen. Denn Thomas Cook hat seinen Betrieb insolvenzbedingt eingestellt. Timmermann und sein Team können nur noch die Kunden kontaktieren und über die nun drängenden Fragen informieren.

Viele Kunden fühlten sich zuletzt noch in der Schwebe, weil Hoffnung bestand, dass die 2020 gebuchten Reisen durchgeführt werden. Doch seit Dienstag ist es offiziell: Die Reisen können aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht angetreten werden. Thomas Cook hat jetzt auch alle Reisen ab 2020 gecancelt. Kunden, die bereits im Voraus gezahlt haben, können versuchen, über die Insolvenzversicherung Zurich wenigstens einen Teil des Reisepreises zurückzubekommen.

Pleite von Thomas Cook: „Für uns entsteht natürlich ein finanzieller Schaden“

Reisebüro-Chef Jens Timmermann: „Wichtig ist für uns aber, den Kontakt zum Kunden zu halten und gemeinschaftlich eine bestmögliche Lösung zu finden.“ © Udo Hennes

Geschäftsführer Jens Timmermann: Endlich Klarheit

Aus Sicht von Jens Timmermann, Geschäftsführer der Reisebüro Timmermann GmbH & Co. KG mit Filialen in Unna und Kamen, endet eine wochenlange Hängepartie. „Nun herrscht endlich Klarheit“, erklärt der Inhaber auf Anfrage der Redaktion. Während kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz im September die Telefone im Reisebüro heiß liefen, hat sich die Lage jetzt aus seiner Sicht normalisiert.

Großteil der Kunden auf andere Veranstalter umgebucht

Timmermann und sein Team kontaktierten alle Kunden, die eine Abreise ab Januar 2020 hatten. „So konnten wir einen Großteil unserer Kunden auf andere Veranstalter umbuchen, hier wurden sogar kostenlose Rücktrittsrechte eingeräumt, sofern Thomas-Cook-Buchungen doch noch stattgefunden hätten.“ Die Kunden konnten also ihren Urlaub weiter fest einplanen.

Betroffene Marken

Thomas-Cook-Pleite

Betroffen von der Insolvenz von Thomas Cook sind in Deutschland laut Insolvenzverwalter die Marken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin sowie Thomas Cook International (TCI).

Fragen und Antworten rund um die Insolvenz von Thomas Cook

Die Reiseagenten haben den Kunden Tipps zur Rückforderung des Reisepreises gegeben. Viele Fragen und Antworten rund um die Insolvenz von Thomas Cook sind auf der Internetseite thomas-cook.insolvenz-solution.de aufgelistet. Alle betroffenen Gäste mit Ansprüchen müssen sich selbst aktiv an den vom Insolvenzversicherer Zurich Insurance plc beauftragten Dienstleister wenden: www.kaera-ag.de. Timmermann geht davon aus, dass ein erheblicher Schaden bei den Kunden bleibt, da der Sicherungsschein für das eingezahlte Geld nicht ausreichend sei. „Hier reicht es nur für eine anteilige Quote“, erklärt er.

Reisebüro sieht keinen Cent Provision

Für die Betreuung der insolvenzgeschädigten Kunden sieht Timmermann als Vermittler keinen Cent. „Für uns als Reisebüro entsteht aufgrund der abgesagten Reisen natürlich auch ein finanzieller Schaden. So fallen sämtliche Provisionen weg, obwohl unsere Leistung bereits mit der Buchung der Reiseträume erbracht wurde“, erklärt er. Das Reisebüro bekommt die Provisionen erst, wenn der Kunde abreist. Wer also im März 2019 eine Reise mit Thomas Cook bei Timmermann buchte und ab dem Tag der Insolvenz, 23. September, abreiste oder abreisen wollte, löst keine Provisionszahlung mehr aus. „Wichtig ist für uns aber, den Kontakt zum Kunden zu halten und gemeinschaftlich eine bestmögliche Lösung zu finden“, sagt Timmermann.

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