Teure Überraschung am Geldautomaten: Anbieter Cardpoint weist Abzocke-Vorwurf zurück

dzCardpoint und Postbank

Eine Kamenerin hob Geld am neuen Postbank-Geldautomaten am Marktplatz ab – und kritisierte eine Gebührenfalle. Nun hat sich der Betreiber des Automaten geäußert. Die Firma Cardpoint weist Abzocke-Vorwürfe zurück.

Kamen

, 05.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Banken bauen Geldautomaten tendenziell ab, um Kosten für die Bargeldversorgung zu sparen. In Kamen wurde gegen den Trend ein neuer Postbank-Geldautomat aufgebaut, eingelassen ins Schaufenster des Kiosks Kaya am Marktplatz. Nun hat sich der Automatenbetreiber Cardpoint zum Abzocke-Vorwurf geäußert, den eine Kundin erhoben hat.

Julia T.* zog 140 Euro an dem Automaten und musste dafür unerwartete Gebühren in Höhe von 5,49 Euro zahlen. Als Commerzbank-Kundin war sie davon ausgegangen, dass auch dieser Postbank-Automat den Kunden von Banken aus der sogenannten Cashgroup (Postbank, Commerzbank, Deutscher Bank und Hypovereinsbank) das gebührenfreie Abheben ermöglicht.

Cardpoint weist Kritik zurück

„Wir bedauern das Kundenerlebnis“, heißt es jetzt in einer Stellungnahme von Cardpoint. Darin weist das Unternehmen den Vorwurf zurück, dass anfallende Gebühren nicht transparent genug dargestellt würden. Einen Grund, die Menüführung nachzubessern oder eine Preisliste außen anzubringen, sieht der Betreiber offenbar nicht. „Die Geldautomaten der Cardpoint GmbH zeigen gemäß den gesetzlichen Regelungen und damit dem Regelwerk für das Deutsche Geldautomaten-System die Gebühren an“, heißt es in der Stellungnahme.

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Beschwerde über Cardpoint ist kein Einzelfall

Die Kritik von Julia T. („Das ist Abzocke“) ist kein Einzelfall. Der Verbraucherzentrale liegen Beschwerden aus sieben Bundesländern über die Abhebekosten an Geldautomaten mit einem Postbank-Logo vor. Das wurde kurz vor Weihnachten bekannt. Besonders tückisch laut Verbraucherzentrale: Selbst Kunden der Cashgroup müssten für Geldabhebungen zahlen. Dabei stifte vor allem der Postbank-Aufkleber auf dem Automaten Verwirrung. Denn gerade durch diesen wähnten sich einige Kunden mit Girokonto bei einem anderen Cashgroup-Partner in Sicherheit.

Teure Überraschung am Geldautomaten: Anbieter Cardpoint weist Abzocke-Vorwurf zurück

Geldautomat mit Postbank-Logo auf dem Kamener Marktplatz: Die Gebühr für Kunden, die nicht bei der Postbank sind, beträgt 5,49 Euro. © Stefan Milk

Auch Julia T. sah sich durch Postbank-Logo, Display-Menüführung und eine fehlende Preisliste außen auf dem Automaten in die Irre geführt. Sie meint, dass im Menü die Gebühr von 5,49 Euro leicht zu übersehen sei. Cardpoint redet sich heraus: Auf den Geldautomaten befinde sich kein Logo der Cash Group. Das Unternehmen erklärt zudem: Die Gebühr, die für den Service der Bargeld-Auszahlung anfalle, werde dem Kunden direkt auf dem Bildschirm angezeigt. Diesen Hinweis müsse der Nutzer aktiv bestätigen. Erst dann werde das Geld ausgezahlt und die Gebühr berechnet.

Verbraucherschützer fordern klare Hinweise

Weil Kunden in dem Menü neben dem Hinweis auf die Gebühr zugleich die Information erhalten, dass seitens der Hausbank des Verbrauchers keine Gebühr anfällt, kritisiert die Verbraucherzentrale „widersprüchlich aufeinanderfolgende Informationen“. Wenn derartige Hinweise klarer und ähnlich prominent ausgewiesen würden, gäbe es weniger Irritationen.

Cardpoint räumt ein, dass es in den vergangenen Wochen „viele negative Schlagzeilen“ gegeben habe, sagt aber nicht, ob daraus Konsequenzen gezogen werden. Derweil ist der große Postbank-Aufkleber auf dem Cardpoint-Geldautomaten am Marktplatz verschwunden.

*Vollständiger Name der Redaktion bekannt

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