Schnelleres Internet für Kamen: Was das neue Multifunktionsgehäuse der Telekom bringt

dzBaustelle Sesekedamm

Die Telekom baut ihre Nahbereiche aus. Auch in Kamen. Der neue graue Schrank am Sesekedamm verspricht schnelleres Internet für die Anwohner. Darin verbirgt sich komplizierte Technik.

Kamen

, 10.03.2020, 15:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer den Sesekedamm entlang geht oder fährt, dem wird die Baustelle schon ins Auge gefallen sein. Sie stört zwar weder Autofahrer noch Fußgänger, denn die können auf der anderen Straßenseite laufen, macht aber freilich etwas neugierig. Der graue Schrank verrät aber schnell, worum es sich bei der Maßnahme handelt: Die Baustelle gehört der Telekom.

Sie baue dort ihren Nahbereichs aus, erklärt Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney. An der Ecke Sesekedamm/Dürerstraße wird ein Multifunktionsgehäuse aufgestellt und ans Telekomnetz angeschlossen. Die Tiefbauarbeiten dazu haben am Montag begonnen, gearbeitet werde dort etwa zwei Wochen.

Telekom modernisiert Nahbereiche für schnelleres Internet in Kamen

Die Telekom ist derzeit dabei, all ihre 7.600 Nahbereiche in Deutschland zu modernisieren. Der Nahbereich umfasst die Betriebsstelle, die dazugehörigen Kabelverzweiger und die damit verbundenen Kundenanschlüsse. Doch was steckt eigentlich genau in dem grauen Schrank und was bringt der Ausbau den Anliegern?

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Die klassischen grauen Schaltkästen, die seit Jahrzehnten überall in Deutschland am Straßenrand stehen, heißen KVz (Kabelverzweiger). „Sie verteilen die Telefon- und Internetsignale aus den Vermittlungsstellen in die einzelnen Haushalten.“ Seit einigen Jahren hätten diese Kabelverzweiger „einen großen, schlauen Bruder bekommen“. Die neuen Stellen heißen „Multifunktionsgehäuse“ (MFG). Sie haben die gleiche Aufgabe wie die klassischen Vermittlungsstellen, also die Signale für Telefon und Internet den Anschlüssen zuzuordnen und dann durch dünnere Kabel in die Straßenzüge zu schicken.

Die Telekom stellt ein Multifunktionsgehäuse am Sesekedamm auf und schließt es dann ans Telekomnetz an.

Die Telekom stellt ein Multifunktionsgehäuse am Sesekedamm auf und schließt es dann ans Telekomnetz an. © Borys Sarad

Das Gehäuse hat einen eigenen Stromanschluss und einen Alarm gegen Vandalismus

Ein deutlicher Unterschied ist laut Telekom jedoch, dass zwischen der Vermittlungsstelle und MFG kein Kupferkabel mehr liegt, sondern eine Glasfaserleitung. Erst dadurch werde das deutlich höhere Tempo fürs Internet möglich, so die Telekom.

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Für die vielen Funktionen die das Multifunktionsgehäuse erfüllen muss, braucht es einen eigenen Stromanschluss. Das Gehäuse verfügt auch über eine eingebaute Klimatechnik, einen Filter für verschmutzte Außenluft, elektromagnetische Strahlung wird abgeschirmt und es gebe sogar einen eingebauten Alarm, zum Beispiel gegen Vandalismus.

Bauarbeiten verzögerten sich

Eigentlich wollte die Telekom schon im September 2018 fertig mit den Bauarbeiten im Stadtgebiet sein. Mit dem Breitband-Ausbau in Kamen hat das Unternehmen im Januar 2018 begonnen. Insgesamt sollten 23.350 Haushalte von schnelleren Leitungen und den neuen Kästen, wie derzeit am Sesekedamm, profitieren.

Zwischenzeitlich kam es jedoch zu Problemen auf den Kamener Baustellen. Fahrzeuge behinderten den Verkehr, mal fehlte eine Baustellenabsicherung, mal ein Verkehrsschild. Das sorgte für Anwohnerbeschwerden.

Die Stadtverwaltung hatte die Telekom im April 2018 als Auftraggeber ins Bild gesetzt und die Beschwerden weitergeleitet. Die Telekom sicherte der Stadt seinerzeit zu, dass alle weiteren Arbeiten nunmehr von einem Unternehmen begleitet werden, das extra für die Verkehrsabsicherung zuständig und verantwortlich ist. Auf der Baustelle am Sesekedamm scheint bisher alles ruhig.

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