Technik wie bei „Wetten dass...“: Bei Kamener Kneipenkwiz guckten auch England und USA zu

dzKultur in Corona-Zeiten

Erstmals wieder Kultur im Corona-Lockdown. Das Kneipen-Kwiz wanderte dazu ins Internet und lockte etwa 80 Teilnehmer, auch aus England und USA, die zugunsten einiger Gastronomen spendeten.

Kamen

, 14.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als alles herunter gefahren war im Corona-Lockdown, da bot das Kneipen-Kwiz in Kamen erstmals wieder Veranstaltungskultur. Nicht in einer Kneipe, sondern im Internet. Henning Tillmann und Frank Hilgenfeld, bekannt als Frank und Tilli, schafften das mit großem technischen Aufwand, organisiert von zwei unterschiedlichen Standorten in Berlin. Nach der Online-Premiere Mitte April zogen sie nun Bilanz und übergaben das eingespielte Geld. „An Gastronomen, die wir sonst selber gerne besuchen“, so Hilgenfeld.

Daumen hoch für eine löbliche Aktion zur Unterstützung Kamener Gastronomen: 
Frank Hilgenfeld (2.v.r) übergab das bei Online-Kwiz eingespielte Geld an Mutti Janzen, Miro, und Michael Wilde (v.r.).

Daumen hoch für eine löbliche Aktion zur Unterstützung Kamener Gastronomen: Frank Hilgenfeld (2.v.r) übergab das beim Online-Kwiz eingespielte Geld an Christa „Mutti“ Janzen, Miro Kosjerina und Michael Wilde (v.r.). © Privat

Quiz-Abend aus Berlin organisiert

Frank Hilgenfeld lebt seit 20 Jahren in Berlin, den Draht zu Kamen hat er nie verloren, unter anderem als Mitglied der Musikerinitiative „Laut und Lästig“. Zusammen mit Henning Tillmann, der jetzt ebenso in Berlin wohnt, rief er zudem vor Jahren das Kamener Kneipen-Kwiz ins Leben, absichtlich lautmalerisch geschrieben, zunächst im Mocca, später bei Kümpers.

Beide saßen an dem Quiz-Abend an zwei unterschiedlichen Orten in Berlin. Rund 80 „Kwizer“ schalteten sich ein – nicht nur in Kamen, sondern in Berlin, Dortmund und sogar in den USA und England. „Das war eine Technik, wie früher bei der Außenwette von Wetten, dass...?“, so Tillmann augenzwinkernd.

Alle Teilnehmer waren aufgerufen, während der Veranstaltung Geld für die Gastronomie zu sammeln. Einige Kwizer schrieben sich dabei ihre eigenen Deckel.

Insgesamt kamen 1080 Euro zusammen, die Hilgenfeld nun vier Gastronomen von Kümpers, Unikum, Stadtkrug und Opera weiterreichte.

Henning Tillmann (r.) und Frank Hilgenfeld verlagerten das Kamener Kneipenkwiz nun ins Internet. Die Kulturschaffenden unterstützten mit der Aktion Kamener Gastronomen.

Henning Tillmann (r.) und Frank Hilgenfeld verlagerten das Kamener Kneipenkwiz nun ins Internet. Die Kulturschaffenden unterstützten mit der Aktion Kamener Gastronomen. © Privat

Online-Abend „gesellig, unterhaltsam und lehrreich“

„Zu Beginn der Corona-Krise war direkt klar, dass gerade die Gastronomie und Kultureinrichtungen am schwersten gebeutelt sein würden. Ihnen haben wir schöne Stunden der Lebensqualität zu verdanken und das wollten wir mit dieser Aktion zurückgeben“ so Hilgenfeld. Er freute sich darüber, dass der Finanzdienstleister Startnext, eine Crowdfunding-Plattform, bei der Abwicklung auf Honorar verzichtete: „Die haben wegen der Dringlichkeit von Corona auf Ihre Tantiemen verzichtet und uns das gesammelte Geld zu hundert Prozent überwiesen. Da gab es ein echtes Gefühl der Solidarität!“

Fragen und Rätsel zu allen Aspekten des Lebens

Bei dem Quiz gab es Fragen und Rätsel zu allen Aspekten des Lebens: Steuerwesen, Sport, Geschichte, Feiern, Heimatkunde, Streams und Hundezucht. Manche Fragen musste man eintippen, manche gingen über Multiple Choice. „Wir wollten dabei ein Signal der Solidarität senden und auch den Menschen daheim ein paar schöne Stunden bereiten“, so Hilgenfeld. Der Kwiz-Abend sei gewohnt gesellig, unterhaltsam und lehrreich gewesen. Seine Hoffnung: „Vielleicht kann das Kwiz auch mal wieder live in einer Gaststätte stattfinden.“

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