Suppenkoch Mario Schwiderowski verkauft an Markttagen in Kamen nicht mehr nur Suppen, Pommes und Bratwurst, sondern neuerdings auch Reibekuchen. © Claudia Pott
Markt in Kamen

Suppenkoch darf auf dem Markt Reibekuchen verkaufen – vorerst

Bislang verkaufte Mario Schwiderowski Suppen, Pommes und Bratwurst an seinem Stand auf dem Alten Markt. Jetzt kommen auch frische Reibekuchen hinzu – zumindest vorübergehend.

Dienstag ist in Kamen Markttag und wie immer steht Mario Schwiderowski in seinem kleinen Wagen auf dem Alten Markt. Es regnet unerlässlich, die Kunden eilen zu dem Stand und verziehen sich schnell wieder. Manch einer bleibt aber auch stehen und hält einen kurzen Plausch mit dem Suppenkoch, der trotz Regen guter Laune ist.

Der 56-Jährige wirbt vor allem mit seinen frisch gekochten Suppen, die er jeden Morgen selbst im Wagen zubereitet. Auch Klassiker wie Pommes, Bratwurst und Frikadellen hat er im Programm.

Doch ein Klassiker fehlte bislang – und das obwohl auf dem Wagen groß „Claudi‘s Reibekuchen“ steht – benannt nach Schwiderowskis Frau Claudia, die das Geschäft vor 15 Jahren startete.

Claudia Schwiderowski verkauft an anderen Standorten neben Suppen auch Reibeplätzchen. In Kamen gehörte die frittierte Kartoffelmasse bislang aber nicht zum Sortiment. Mario Schwiderowski begründete das bei seiner Neueröffnung damit, dass es bereits einen Reibekuchen-Stand auf dem Markt gibt.

Als er aber noch einmal beim Marktleiter nachgefragt habe, habe er die Erlaubnis nun doch bekommen. Seit kurzem gibt es neben Suppen, Pommes und Bratwurst an Markttagen nun auch Reibekuchen auf dem Alten Markt. Auch die seien wie die Suppen frisch und handgemacht. „Selbst geschält und gerieben“, sagt Schwiderowski.

Anderer Reibekuchenverkäufer ist vorübergehend nicht da

Warum der Suppenkoch jetzt doch Reibekuchen verkaufen darf, weiß Stadtsprecher Peter Büttner. Es hänge damit zusammen, dass der langjährige Reibekuchenverkäufer auf dem Willy-Brandt-Platz diesen Monat vorübergehend nicht da ist. So lange ist es in Ordnung, dass es auf dem Alten Markt Reibekuchen gibt.

Die Suppen, die Mario Schwiderowski auf dem Alten Markt in Kamen verkauft, bereitet er morgens selbst zu. © Stefan Milk © Stefan Milk

Die Stadt achtet darauf, dass es unter den Händlern keine zu starke Konkurrenz gibt, erklärt Büttner. Das bedeutet aber nicht, dass Schwiderowski den Reibekuchenverkauf auf jeden Fall wieder aufgeben muss, wenn der andere Verkäufer wieder da ist. „Dann müssen wir abklären, wie es weitergeht. Die Einschätzung kann auch sein, dass die Entfernung zwischen den Ständen groß genug ist“, so Büttner.

Noch ist also alles offen und der Suppenmeister freut sich, dem Namen auf dem Wagen vorerst gerecht werden zu dürfen – auch wenn das Geschäft angesichts der Pandemie nicht so gut läuft, wie es laufen könnte. Doch weder der Regen noch die Krise können dem Suppenkoch die gute Laune nehmen. Schwiderowski: „Es läuft schlechter, ist aber noch auszuhalten. Wir sind froh, dass wir überhaupt raus dürfen.“

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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