Veranstaltungen erfinden sich in Corona-Zeiten neu: Krimis und Gedichte bei Lesereihe in Kamen

dz„Summerlife“ in Kamen

Eine literarische Lesereihe lockt am 18. Juli in drei Kirchen der Innenstadt. Die Veranstaltung im Rahmen des Summerlife-Programms wird von sechs bekannten Autorinnen und Autoren gestaltet.

von Werner Wiggermann

Kamen

, 06.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das lokale Kulturangebot muss sich in Corona-Zeiten praktisch neu erfinden. Einen interessanten Beitrag dazu leistet jetzt das Kulturbüro der Stadt Kamen gemeinsam mit den heimischen Autoren Heinrich Peuckmann und Bernhard Büscher. Im Rahmen des Summerlife-Programms soll am Samstag, 18. Juli, eine literarische Lesereihe an drei sakralen Orten das geneigte Publikum in Bewegung bringen und mit spannenden Texten fesseln.

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Insgesamt sechs Autoren werden Gedichte und Erzählungen in Paulus- und der Lutherkirche sowie in der Pfarrkirche Zur Heiligen Familie lesen. Die Auswahl der teilnehmenden Autoren ist ausgesprochen prominent: Regula Venske ist Präsidentin der renommierten Autorenvereinigung PEN. Sie hat unter anderem einen großen Krimipreis erhalten. PEN-Vizepräsident Leander Sukov ist für seine Romane und Gedichte bekannt und Heinrich Peuckmann, seit einem Jahr Generalsekretär des PEN, muss in seiner Heimatstadt Kamen sicher keinem Krimi-Fan mehr vorgestellt werden.

Verfolgte Schriftstellerin lebt bald auch in Kamen

Besonders gespannt sein dürfen die Zuhörer auf die Dichterin Yirgalem Mebrahtu aus Eritrea, die wegen ihrer kritischen Texte sechs Jahre lang in eritreischen Gefängnissen eingesperrt war und gefoltert wurde. Ihre Gedichte spiegeln diese Erfahrungen wider und sind tief beeindruckend. Yirgalem ist Stipendiatin im PEN-Programm „Writers-in-Exile“ und lebt nun in München. Der PEN hat für sein Programm inzwischen sogar eine Wohnung in Kamen angemietet, so dass auch Kamen, neben Berlin und München, bald Zufluchtsort für eine verfolgte Schriftstellerin sein wird.

Yirgalem Mebrahtu aus Eritrea hat in ihren Gedichten schreckliche eigene Erfahrungen verarbeitet.

Yirgalem Mebrahtu aus Eritrea hat in ihren Gedichten schreckliche eigene Erfahrungen verarbeitet. © Stefanie Silber

Abgerundet wird das Programm von den Kamener Autoren Gerd Puls, der Erzählungen und Gedichte lesen wird, und Bernhard Büscher, dessen erster Gedichtband 2019 erschien und viel Anerkennung fand.

Umrahmt werden die Lesungen von einem kleinen Musikprogramm. Insgesamt zwei Stunden lang soll die literarische Lesereihe dauern, so dass die Zuhörer Zeit haben, zwischendurch den Veranstaltungsort zu wechseln, um möglichst alle Autor(inn)en zu hören. Natürlich wird es auch Gelegenheit zu Fragen und zu Diskussionen geben.

In der Pauluskirche lesen Heinrich Peuckmann und Yirgalem Fisseha Mebrahtu, in der Lutherkirche Leander Sukov und Gerd Puls und in der Katholischen Kirche Regula Venske und Bernhard Büscher.

Der Zutritt wird mit Blick auf die Infektionsschutzregelungen gesteuert, die Zahl der gleichzeitig anwesenden Besucher ist daher begrenzt, auf dem Weg zu/von den Sitzplätzen der Plätze ist Nasen-/Mundschutz zu tragen.

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