Südkamener Spange: Ist sie endgültig gestorben?

dzStadt widerspricht Spekulationen

Arbeiten auf der Südkamener Straße lassen Spekulationen aufkommen, dass die Südkamener Spange endgültig gestorben ist. Die Stadt widerspricht: Die Arbeiten haben damit nichts zu tun.

Kamen

, 20.08.2019, 13:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Südkamener Straße zwischen Buschweg und Westicker Straße erhält eine neue Asphaltdecke. Der Weg sollte durch den Bau der Südkamener Spange eigentlich schon längst nicht mehr den Durchgangsverkehr tragen und zur Sackgasse umfunktioniert worden sein. Da sich das Bauprojekt „Südkamener Spange“ aber um Jahre verzögert hat, erwachsen mit der Straßensanierung Gerüchte: Sind die Arbeiten an einer eigentlich bald nicht mehr benötigen Straße ein Indiz, dass die Südkamener Spange endgültig nicht mehr kommt? Nein, das sind sie nicht. Stadtsprecher Rüdiger Büscher widerspricht energisch. „Das hat damit nichts zu tun.“

Südkamener Spange: Ist sie endgültig gestorben?

Die Südkamener Spange, wie sie einmal verlaufen soll (grün). Die Südkamener Straße wird dann vor den Bahngleisen als Sackgasse enden. © Archiv

Das Bauprojekt hat sich um viele Jahre verzögert

Zur Erinnerung: Die Südkamener Spange, die schon seit den 80er-Jahren geplant ist, soll in Zukunft den Durchgangsverkehr zwischen Westicker Straße und Dortmunder Allee tragen und auch das Gewerbegebiet am Buschweg anschließen. Durch juristischen Streit mit den Anwohnern, Nachbesserungen der Baupläne und einigen Planungs-Pannen allerdings verzögerte sich das Straßenbauprojekt aber um viele Jahre. Zuletzt verstrichen zwei Sperrpausen auf der Bahnstrecke Dortmund-Hamm, die zur Errichtung genutzt werden sollten, ergebnislos. Zurzeit befinden sich der Kreis Unna, die Deutsche Bahn und der Bund in Verhandlungen, wie die Ausgaben für das Projekt aufgeteilt werden. Zudem: Über die Jahre sind die Kostenprognosen für das Millionen-Projekt angestiegen. Womöglich wird es durch die allgemeinen Baukostensteigerungen deutlich teurer als bisher erwartet.

Arbeiten werden im DSK-Verfahren ausgeführt

Die Arbeiten auf der Südkamener Straße sollen im DSK-Verfahren ausgeführt werden. „Die Straße ist in erheblich schlechtem Zustand. Deswegen soll die Fahrbahndecke jetzt erneuert werden“, so Büscher. Eigentlich habe man mit der Grundsanierung warten wollen, bis die Spange fertig ist. Durch die Verzögerungen habe man mit der Erneuerung nicht mehr abwarten können. „Es handelt sich um eine Baumaßnahme des laufenden Unterhalts“, macht der Stadtsprecher deutlich. Der Straßenzustand sei auch durch jüngste Kanalbauarbeiten und dem Glasfaser-Netzausbau schlechter geworden. „Außerdem wollen wir die Gefährdung von Radfahrern und Motorradfahrern reduzieren.“

DSK: Dünne Schichten im Kalteinbau

DSK-Verfahren bedeutet so viel wie „Dünne Schichten im Kalteinbau“. Mit dem Spezialverfahren lassen sich marode Straßen und bröckelnde Gehwege schnell und kostengünstig aufbessern. Bei den Vorarbeiten wird die Straße gefräst, wobei die Schlaglöcher weggepickt werden und ein tragfähiger Haftuntergrund geschaffen wird. Dann wird eine lediglich etwa 1,5 Zentimeter starke Asphaltschicht über die vorbearbeiteten Bereiche gezogen. Mit einer breiten Asphaltaufbereitungsmaschine wird der Belag in einem Rutsch aufgetragen. Die tiefschwarzen Schichten sind bereits nach 15 Minuten begehbar und befahrbar. Das geht jedenfalls deutlich schneller, als eine Südkamener Spange zu bauen.

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