Strukturwandel und Schneewittchensarg

dzWie die Kunst auch heute noch die Stadt bewegt

Als eine von Kampmanns Leistungen gilt sein Bemühen, Kunst im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets zu etablieren. Wie Kunst bewegt und sich bewegt, zeigen alte und aktuelle Debatten.

Kamen

, 28.10.2018, 14:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Professor Lothar Kampmann gilt als einer der größten Künstler, der einmal in Kamen gewirkt hat. Diskussionen über seine Werke dauern bis heute an – auch wenn es dabei oftmals eher um Standorte und Präsentation als um Inhalte geht. Am Dienstag, 30. Oktober, ist Kampmann wieder Diskussionsthema. Im Kulturausschuss, der um 18 Uhr im Sitzungssaal II des Rathauses (öffentliche Sitzung) beginnt. Diesmal nicht sein ungewöhnliches Fischgerippe aus Stahl, der Kömsche Bleier, sondern das Objekt „Strukturwandel“ neben dem ehemaligen Eingang der Jahnschule an der Heimstraße. Die CDU setzt sich für einen neuen Standort ein.

Als eine von Kampmanns besonderen Leistungen gilt sein Bemühen, Kunst im öffentlichen Raum des zur damaligen Zeit als „kulturlos“ geltenden Ruhrgebiets zu etablieren. Die Groß-Skulptur „Strukturwandel“ scheint dagegen, so argumentiert die CDU-Fraktion in einem Antrag zum Kulturausschuss, „in Vergessenheit zu geraten. Nachdem 2015 schon einmal das Kunstwerk von davor wachsendem Grün freigeschnitten wurde und ein Zaun darum errichtet wurde, wird es dennoch kaum wahrgenommen“. Mittlerweile sei es wieder weitgehend von Grün bedeckt, sodass es frontal nicht in Gänze betrachtet werden könne. Im Zuge einer Überprüfung der Eigentumsverhältnisse und des Zustandes könnte sich die CDU einen prominenteren Standort vorstellen. „Der in Kamen viel diskutierte Strukturwandel, jetzt neu definiert etwa im Bereich der geplanten Klimaschutzsiedlung „Pastoratsfeld‘, wäre dazu ein Vorschlag: Dort werden landschaftliche Flächen umgewandelt, um modernes und energetisch bewusstes Leben und Wohnen zu ermöglichen“, wie Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhardt und Ratsmitglied Rosemarie Gerdes in dem Antrag anführen.

Vor zehn Jahren hatte es eine kuriose Standortdebatte um den Kömschen Bleier, der einst im Postpark stand, gegeben. Das Fisch-Kunstwerk sollte in einer Art „Schneewittchensarg“ präsentiert werden. Das, was wie eine Fischplatte mit Glashaube wirkte, war eine über vier Meter lange Plexiglas-Vitrine, die zwischen dem damals neuen Kreisverkehr und der Partnerschaftsbrücke stehen sollte. Nach geharnischter öffentlicher Kritik wurde das Vorhaben bereits einen Tag nach der Vorstellung zurückgezogen. Der Kömsche Bleier soll jetzt im neuen Sesekepark seinen Platz finden, aufgeständert an einer Stange und (fast) wie vom Künstler vorgesehen frei schwebend.

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