Stellenabbau bei Vahle: Einigung liegt offenbar vor

dzWirtschaft in Kamen

Beim Ringen um den Stellenabbau bei Vahle in Kamen und Dortmund ist offenbar eine Entscheidung gefallen. Die Geschäftsführung informiert die Belegschaft am kommenden Dienstag in der Stadthalle.

Kamen

, 05.08.2020, 14:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Ringen um den geplanten Stellenabbau in Kamens Technologie-Firma Vahle ist offenbar eine Entscheidung gefallen. Die Geschäftsführung kündigte am Mittwoch an, die Öffentlichkeit am Dienstag, 11. August, in Kenntnis zu setzen. Zuvor gibt es eine Betriebsversammlung in der Stadthalle Kamen, die gegen 13 Uhr beginnt.

Einzelheiten über den Ausgang der Gespräche zwischen Betriebsrat, IG Metall und der Geschäftsführung um Firmenchef Achim Dries sind bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Das Unternehmen will erst einmal seine Mitarbeiter informieren.

Abfindung: Angebot an ca. 30 ältere Mitarbeiter

Mindestens sechs Gesprächstermine hat es in den vergangenen Wochen zwischen Arbeitnehmervertretung und Geschäftsführung gegeben. Der fünfte Gesprächstermin hatte das erste Ergebnis bei dem weltweit agierenden Stromschienen-Hersteller erbracht.

30 älteren Mitarbeitern sollte ein Angebot mit einer Abfindung unterbreitet werden, damit sie das Unternehmen vorzeitig verlassen. Die Mitarbeiter sollten angeschrieben werden, um Beratungstermine ausmachen zu können. Dort sollte geklärt werden, für wen ein vorzeitiges Ausscheiden infrage kommt.

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Bis Ende 2021 soll Personalabbau beendet sein

Zu dem Zeitpunkt lag auch eine Liste vor, wer in welcher Abteilung gehen soll. Dabei war der Begriff „Streichliste“ offiziell nicht gefallen, sondern von Personalüberhängen die Rede. Insgesamt sollen etwa 100 Stellen von 630 abgebaut werden, vor allem in Kamen und Dortmund-Brackel. Es betrifft die vier Bereiche Technik, Gewerbe/Logistik, Vertrieb und Zentrale Dienste mit Buchhaltung und Personalabteilung. Ausgenommen ist die Produktion.

Inwieweit das nun umgesetzt wird, ist vermutlich Thema bei der Versammlung am Dienstag. Der Betriebsrat um Vorsitzenden Dietmar Hupe hatte versucht, den personellen Einschnitt zu verkleinern und betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern .

Bis Ende kommenden Jahres, so zuletzt der Plan, soll der Stellenabbau abgeschlossen sein, damit das Unternehmen unter neuen Vorzeichen ins Geschäftsjahr 2022 starten kann.

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Mehrere Bausteine für den Stellenabbau

Angebote an rentennahe Mitarbeiter waren einer von mehreren Bausteinen, um die von der Corona-Pandemie getroffene Firma personell zu verkleinern. Zudem soll es ein sogenanntes Freiwilligenprogramm geben mit Abfindungen für jene, die von selbst kündigen, weil sie möglicherweise einen anderen Job haben.

Weiterer Baustein soll eine Transfergesellschaft sein. Einige Mitarbeiter könnten auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen haben. „Wir reden hier nicht über 100 Hilfsarbeiter. Es geht um Facharbeiter, Sachbearbeiter und Techniker, die sofort einen Job finden könnten. Für den Arbeitsmarkt wären das einige Interessante“, so der Betriebsratsvorsitzende.

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