Stellenabbau bei Vahle: Auftakt für Verhandlungen und Start in die Kurzarbeit

dzWirtschaft in Kamen

Vahle startet nicht nur in die Kurzarbeit, sondern auch in die Verhandlungen um den Abbau von bis zu 100 Arbeitsplätzen. Kunden wie VW, BMW und Siemens bestellen in Zeiten von Corona deutlich weniger.

Kamen

, 02.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für zahlreiche Vahle-Mitarbeiter beginnen in dieser Woche die Verhandlungen, die über ihre Zukunft in dem Kamener Technologie-Unternehmen entscheiden. Geschäftsführung und Vertreter des Arbeitgeberverbands sitzen dann dem Betriebsrats-Vorstand und IG-Metall-Bevollmächtigen gegenüber, um Einzelheiten des geplanten Stellenabbaus von bis zu 100 Mitarbeiter auszuhandeln.

Zum ersten Mal muss das Kamener Vorzeige-Unternehmen, das sich an seinem Sitz an der Westicker Straße erfolgreich auf Stromzuführungen jedweder Art spezialisiert hat, so einen drastischen Einschnitt vollziehen. Am Dienstag, 2. Juni, ist zudem der erste Kurzarbeitstag; Kurzarbeit, die bis auf weiteres angemeldet wurde. Zahlreiche Mitarbeiter arbeiten zurzeit aus dem Home-Office, 280 an der Zahl.

Achim Dries, Geschäftsführer der Kamener Firma Vahle, startet in dieser Woche in die Gespräche zum angekündigten Abbau von Arbeitsplätzen. Auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzen Vertreter der IG Metall und des Betriebsrats.

Achim Dries, Geschäftsführer der Kamener Firma Vahle, startet in dieser Woche in die Gespräche zum angekündigten Abbau von Arbeitsplätzen. Auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzen Vertreter der IG Metall und des Betriebsrats. © Stefan Milk

Etliche Aufträge aus der Autoindustrie weggebrochen

Die Corona-Krise hat einen geplanten Umstruktrierungsprozess, der über eine längere Phase angelegt war, „brandbeschleunigt“, wie Geschäftsführer Achim Dries vorige Woche im Gespräch mit der Redaktion sagte.

Die als Stromschienen-Hersteller weltweit bekannt gewordene Firma hat eine Wandlung zum „Systemanbieter für mobile Industrieanwendungen“ vollzogen und versorgt dabei auch zahlreiche Autohersteller mit Spitzentechnologie made in Kamen.

„Egal ob für Steuerung, Kommunikation oder Elektrifizierung“, so Dries. Vahle-Technik wird genutzt bei der Herstellung beispielsweise von Volkswagen, Porsche und BMW sowie Autos der Groupe PSA, zu der Marken wie Citroën, Opel, Peugeot und Vauxhall gehören. Vahle-Kunden sind auch Autozulieferer wie der Maschinenbauer Dürr, der Anlagenhersteller Eisenmann oder der Siemens-Konzern. „Die Automobilindustrie war schon vorher im Wandel, sodass man einige Bereiche nicht mehr so bedienen konnte wie zuvor“, so Dries. Ein damit einhergehender „Verschlankungsprozess“ bei Vahle sei durch Corona nun schneller in Gang gesetzt worden.

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Arbeitsplatzabbau in fast allen Betriebsteilen angekündigt

Die Weichen für den Abbau von bis zu 100 Stellen sollen bereits in den kommenden drei bis vier Monaten gestellt sein, wie Vahle vorige Woche ankündigte.

Vermutlich bleibt kein Betriebsteil von der Umstrukturierung ausgeschlossen, egal ob Verwaltung, kaufmännischer Bereich, Entwicklung, Technik oder Qualitätswesen. Die Produktion in den Werkshallen ist von der Umstrukturierung wohl nicht betroffen. Von 630 Mitarbeitern arbeiten dort 100. Berührt von den Plänen sind auch nicht die zwölf neuen Ausbildungsplätze, die ab 3. August besetzt sind.

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