Statt iPhone nur Shampoo im Paket: Angeklagter wegen Betruges zu zehn Monaten Haft verurteilt

dzGericht

Nicht das ersehnte iPhone, sondern eine Flasche Shampoo im Paket. „Ich dachte, ich seh nicht richtig“, so ein geprellter Käufer. Der Verkäufer wird vor Gericht zu einer Haftstrafe verurteilt.

von Jana Peuckert

Kamen

, 16.01.2020, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Ich dachte, ich seh nicht richtig“, erinnerte sich ein Zeuge im Amtsgericht Kamen am Mittwoch an den Tag, als er voller Vorfreude auf sein neues iPhone, das Postpaket öffnete. Statt des ersehnten Handys kam eine Flasche Shampoo zum Vorschein.

Geschickt hatte das ein Mann aus Kamen. Der 25-Jährige hatte das iPhone über Ebay für 850 Euro an den Empfänger der Sendung verkauft. Im Gericht stritt er ab, etwas mit dem Shampoo zu tun zu haben. Er habe den Käufer mehrmals angeboten, das Handy abzuholen. Erst, als der Mann ihn gebeten habe, das iPhone per Post zu schicken, habe er es im versicherten Paket auf die Reise geschickt.

Kein Nachweis, dass er das Handy überhaupt hatte

Der Richter zählte die aus seiner Sicht drei Möglichkeiten des Geschehens auf:

1. Ein Mitarbeiter der Post hat das Handy gegen das Shampoo getauscht.

2. Der Käufer hat diesen Tausch vorgenommen, um doppelt abzukassieren.

3. Der Angeklagte hat von Anfang an das Shampoo verschickt.

Gegen den Kamener sprach, dass er keinen Nachweis vorlegen konnte, dass er das Handy überhaupt hatte. Zudem trat der Angeklagte mit sieben Vorstrafen, meist wegen Betruges, zu seinem Prozess an.

Erst im vergangenen Dezember war er wegen Betruges zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Am Mittwoch kamen zehn weitere dazu.

Keine Manipulation der Post feststellbar

Zudem hat die Staatsanwaltschaft das Recht, die 850 Euro, die der Angeklagte dem Geschädigten nicht zurückerstattet hat, einzuziehen und an den Käufer weiterzugeben.

Er glaube dem Geschädigten, dass dieser das Paket mit dem Shampoo drin erhalten hatte, so der Richter. Da die Sendung unversehrt war, käme auch keine Handlung eines Mitarbeiters der Post in Frage. „Es passt ins Bild“, erklärte der Richter mit Blick auf die Vorstrafen des Kameners.

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