Start in den Freibädern verschoben: Harsche Kritik der Stadtwerke an spät formulierten Auflagen

dzSaisonstart später

Der Sprung in kalte Nass muss noch warten: Die GSW verschoben am Dienstag den geplanten Saisonstart in den Freibädern. Zu umfangreich seien die Auflagen und zu spät kommuniziert, so die Kritik.

Kamen

, 19.05.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Doch kein Badespaß bereits zu Pfingsten im Freibad Kamen und im Wellenbad Bergkamen. „Der Start der Freibadsaison in Kamen und Bergkamen verzögert sich“, meldete am Dienstag Timm Jonas, Sprecher der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen.

Der Sprung ins kühle Nass ist vermutlich erst Anfang Juni möglich. Einen genauen Termin nannte Jonas nicht. Zuletzt hatten die GSW den Saisonstart für Ende Mai geplant. Die Auflagen durch die Corona-Pandemie sind nun offenbar doch so umfangreich, dass die Stadtwerke mehr Zeit benötigen, um sie erfüllen.

Erst spät über die Auflagen informiert

Die Auflagen für die Badbetreiber sind fixiert im sogenannten „Maßnahmenplan Bäder“, das für die hiesigen Freibäder mit dem Gesundheitsamt des Kreises Unna abzustimmen ist. Zwar hatte die Landespolitik bereits am 6. Mai signalisiert, dass die Bäder am 20. Mai wieder öffnen dürfen – „überraschenderweise“, wie es bei den GSW heißt. Trotz Drängens der Kommunen habe der Katalog mit den Auflagen erst am 16. Mai vorgelegen. Badbetreiber, so Jonas, „konnten somit erst spät in die Planungen einsteigen und müssen nun teilweise sehr strenge Auflagen berücksichtigen. Das erschwert die Vorbereitungen auf die Saison“.

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Kurze Vorbereitungszeit erzeugte Skepsis

GSW-Chef Jochen Baudrexl hatte zwar kurz nach dem Signal aus Düsseldorf, dass die Bäder wieder öffnen dürfen, gesagt: „Wir fahren unsere Systeme wieder voll hoch.“ Gleichzeitig hatte er schon skeptisch auf die kurze Vorbereitungszeit geblickt, die den Betreibern bis zur Eröffnung noch bleibt. Das Hochfahren der Systeme sei eine beachtliche Herausforderung, „da wir quasi bis Mittwoch nicht wussten, ob wir in diesem Jahr überhaupt die Bäder öffnen können“, sagte er zu dem Zeitpunkt.

Skepsis, die sich nun offenbar bewahrheitet hat. Die späte Bekanntgabe der Auflagen, die einen hohen Planungs- und Abstimmungsaufwand erfordern, machten den Saisonstart schwer abschätzbar, hieß es am Dienstag. Zudem sei Gründlichkeit vor Schnelligkeit im Sinne der Sicherheit der Badegäste die Devise.

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Hygieneproben über zehn Tage

Zu beherzigen gilt es aus Sicht der GSW einiges: Sie nennen darunter „umfangreiche Hygienemaßnahmen, Auflagen zur Gewährleistung der Einhaltung von Abstandsregeln von Menschen zueinander, die Vorgaben zur Vermeidung von Warteschlangen“. All das sei im „Maßnahmenplan Bäder“ für Duschen, Umkleiden sowie Schwimmbecken in einem individuellen Konzept pro Bad zu regeln.

Zurzeit werden zudem die üblichen Hygieneproben entnommen. Jonas: „Da diese Beprobung in der Regel zehn Tage dauert, kann erst einige Tage später ein vorsichtiger Termin für den Saisonstart des jeweiligen Bades verkündet werden.“

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