In Mini-Kamen haben Kinder die Möglichkeit, zwei Wochen lang Erwachsene zu spielen. Arbeiten, Geld verdienen und entscheiden, wofür man es ausgibt, das kommt gut an bei den jungen Besuchern. Die Kinder arbeiten bei der Ferienaktion als Frisör, Fernsehmoderator, Gärtner oder Bankangestellter und haben eine Menge Spaß.

Kamen

, 23.07.2018, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lena und Tanja haben sich einen der wohl besten Jobs ausgesucht. Die Zwölfjährigen stehen am Eisstand, eine lange Kinderschlange hat sich schon vor der kleinen Bude gebildet. „Ich find‘s einfach toll“, sagt Lena und grinst über beide Ohren. Die Mädchen sind zwei von rund 230 Kindern, die dieses Jahr bei der 17. Auflage der Ferienaktion Mini-Kamen am Freizeitzentrum Lüner Höhe mitmachen.

Stadtsimulation lässt Kinder die Welt der Erwachsenen erleben

Der neue Eisladen in Mini-Kamen kommt gut bei den Kindern an. Betrieben wird er unter anderem von Lena (4.v.r.) und Tanja (5.v.r.). © Marcel Drawe

Eine Welt für sich

Mini-Kamen ist eine Welt für sich, die Kinder regeln dort fast alles alleine und können so einen Einblick in die Welt der Erwachsenen bekommen. Es gibt dort ein Reisebüro, eine Bank, eine Post, einen Friseur, ein Fernsehstudio, Handwerker, Gärtner und vieles mehr – überall arbeiten Kindern, haben dabei einen Riesenspaß und lernen so auch neue Freunde kennen.

So ist es etwa den Freundinnen Lyn (8) und Alicia (9) passiert. Sie haben sich voriges Jahr bei der Stadtsimulation kennengelernt. Jetzt sind die beiden beim Mini-Kamener Friseur, Lyn sitzt geduldig auf einem Stuhl, während Alicia ihr die Haare mit Wasserfarbe blau pinselt. „Ich wollte mir sowieso irgendwann die Haare färben und Blau ist meine Lieblingsfarbe“, sagt Lyn lächelnd. Fachkundigen Rat gibt es derweil von der 18-jährigen Schülerin Melissa Berwing. Sie ist eine von rund 40 Helfern, die tatkräftig bei Mini-Kamen mitanpacken. „Ich arbeite gerne mit Kindern zusammen und finde, dass das hier eine schöne Idee ist“, sagt die Schülerin. Für die kommenden zwei Wochen wird sie für den Friseursalon verantwortlich sein.

Stadtsimulation lässt Kinder die Welt der Erwachsenen erleben

Yara (l.) und Mia sind Moderatorinnen der Mini-Kamener Morning-Show. © Marcel Drawe

Eine Talkshow für Mini-Kamen

Plötzlich laufen bunt kostümierte Kinder durch das Freizeitzentrum und kündigen lauthals die Morning-Show an, die Talkshow von Mini-Kamen. Eine von den Kindern ist die zehnjährige Mia, die sich ein schwarzes Kleid als Kostüm ausgesucht hat, „weil sonst einen ja keiner beachtet“. Mia mag es vor Publikum zu stehen und zu reden, der Job am TV-Studio, das bei der Ferienaktion auch ohne Kameras auskommt, habe sich da angeboten. Neben der Talkshow bereitet Mia auch Werbung für die anderen Stände vor. Heute ist das Angebot noch kostenlos, an den kommenden Tagen wird das Schalten von Werbung aber Mini-Moos kosten. Mini-Moos ist die Währung der Kinderstadt. Wer arbeitet, bekommt einen Check vom eigens eingerichteten Arbeitsamt und kann diesen dann bei der Bank gegen Mini-Moos umtauschen.

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Mini-Kamen

In Mini-Kamen haben Kinder die Möglichkeit, zwei Wochen lang Erwachsene zu spielen. Arbeiten, Geld verdienen und entscheiden, wofür man es ausgibt, das kommt gut an bei den jungen Besuchern. Die Kinder arbeiten bei der Ferienaktion als Frisör, Fernsehmoderator, Gärtner oder Bankangestellter und haben eine Menge Spaß.
23.07.2018
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Yara (l.) und Mia sind Moderatorinnen der Morning-Show im Fernsehstudio.© Marcel Drawe
Mini-Kamen hat auch eine eigene Arztpraxis, in der Mini-Arzt Caius (2.v.l.) das begehrte Mini-Moos verdient.© Marcel Drawe
Bei der Bank in Mini-Kamen können sich die Kinder den Verdienst für ihre Arbeit abholen. Gezahlt wird aber nicht in Euro, sondern in Mini-Moos, der eigenen Währung der Kinderstadt.© Marcel Drawe
Eine beliebte Station ist die Backstube, vielleicht auch wegen der Chance etwas zu naschen.© Marcel Drawe
Der neue Eisladen in Mini-Kamen kommt gut bei den Kindern an. Betrieben wird er unter anderem von Lena (4.v.r.) und Tanja (5.v.r.).© Marcel Drawe
Saskia (l.) und Lyn probieren das Kosmetik-Studio aus. Es gibt auch einen Friseur und eine Wellness-Oase.© Marcel Drawe
Tim Ole (li) und Jan arbeiten bei schönstem Wetter draußen in der Waschstraße.© Marcel Drawe

Der Kopf hinter der aktuellen Auflage von Mini-Kamen ist die Sozialarbeiterin Janken Krauße. Seit zwei Jahren ist sie federführend für die Ferienaktion zuständig. „Die Kinder sollen in diesen zwei Wochen viel Spaß haben und ein bisschen das Leben der Erwachsenen kennenlernen“, sagt die Sozialarbeiterin. In der Ferienveranstaltung stecke viel Arbeit, bereits im April sei die Planung gestartet, zwei Wochen benötigen die Mitarbeiter des Freizeitzentrums für den Aufbau. Mitmachen bei der Stadtsimulation kann jedes Kind zwischen sechs und 13 Jahren, ab 14 Jahren kann man sich dort als Hilfsbetreuer engagieren, ab 16 Jahren als Honorarkraft arbeiten. Für die Teilnahme an der Ferienaktion muss man sich anmelden. Zwar sind bereits viele Kinder bei Mini-Kamen dabei, doch wer sich noch spontan entscheidet, dass er mitmachen möchte, hat noch gute Chancen. „Wir können traurige Kinder nicht aushalten“, sagt Krauße schmunzelnd.

Wer noch bei Mini-Kamen mitmachen möchte, kann einfach beim Freizeitzentrum Lüner Höhe, Ludwig-Schröder-Straße 18, vorbeischauen. Die Ferienaktion geht noch bis Freitag, 3. August, und findet täglich von 10 bis 15.30 Uhr statt. Der Kostenbeitrag für die zwei Wochen beträgt 35 Euro. Anmeldungen sind telefonisch beim Freizeitzentrum möglich unter Tel. (02307)12552.
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