Stadt macht handwerkliche Fehler Bürger-Dialog endet mit Eklat

Freier Mitarbeiter
Stefan Milk
Die Zahl der Anwesenden war gering. Eingeladene Händler, Eigentümer oder Gastronomen kamen erst gar nicht. Nach rund einer Stunde verkündete Beigeordnete Ingelore Peppmeier den Abbruch der Veranstaltung. © Stefan Milk
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So hatte sich das die Rathausspitze – in diesem Fall war die Beigeordnete Ingelore Peppmeier federführend – wohl in ihren schlimmsten Träumen nicht vorgestellt. Einer Einladung zu einem „Umsetzung-Workshop“, in dem über die Planungschancen für ausgewählte Projekte zur Verbesserung der Innenstadt diskutiert werden sollte, endete mit einem Eklat. Die Versammlung wurde abgebrochen. Was war passiert?

Im August 2022 hatte die Stadt eine Auftaktveranstaltung durchgeführt, um mit Einzelhändlern, Gastronomen, Immobilieneigentümern sowie Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die damalige Sitzung war gut frequentiert, rund 80 Personen – bunt gemischt aus den gewünschten Gruppierungen – hatten sich eingefunden und Vorschläge, Projekte und Ideen zusammengestellt. Im Anschluss hatte der von der Stadt Kamen beauftragte externe Partner die in der Versammlung herausgebildeten fünf Themenbereiche (Bauen, Begrünung, Veranstaltungen, Organisation sowie Sicher & Sauber) gebildet. In dem für Montagabend angesetzten zweiten Workshop sollte es nun darum gehen, Projekte zu priorisieren und auf Umsetzbarkeit zu prüfen. Doch so weit kam es gar nicht.

Fehler in der Kommunikation

Schon zu Beginn der Veranstaltung fiel auf: Die Beteiligung ist mehr als mau. Maximal 20 Personen – außer Veranstaltern und Stadtverwaltung – befanden sich im Raum. Die schleppende Anmoderation des von der Stadt ins Boot geholten Dienstleisters trug auch nicht gerade zur Stimmungsaufhellung bei. Als dann auch noch unter den Anwesenden kaum Bereitschaft zu erkennen war, sich inhaltlich mit der Sache zu beschäftigen, ergriff der anwesende Vorsitzende der KIG (Kamener Interessengemeinschaft für Gewerbetreibende aus Handel, Handwerk, Dienstleistungsgewerbe und Gastronomie), René Hanck, das Wort und empfahl den Abbruch der Veranstaltung: „Hier sind kaum Vertreter der Händler, Eigentümer oder Gastronomen anwesend. Auch die Zahl der Bürgerinnen und Bürger ist zu gering, um etwas zu erarbeiten.“

Nach kurzer Bedenkzeit verkündete dann die Beigeordnete Ingelore Peppmeier etwas ratlos das Ende der Veranstaltung. Warum so wenige der Angesprochenen erschienen waren? Gründe waren wohl in erster Linie mangelnde Kommunikation des Termins im Vorfeld durch die Stadt (lediglich „Save the date“ und Einladung per E-Mail, keine Infos über Soziale Medien) sowie der Zeitpunkt. Zum Start der Veranstaltung um 18 Uhr arbeiten die meisten Händler und Gastronomen eben noch. Peppmeier gelobte Besserung: Zu einem neuen, besser gewählten, Termin wolle man im Vorfeld alle möglichen Teilnehmer persönlich anrufen. „Wir wollen wieder in den Dialog kommen und werden uns vor dem nächsten Treffen besser vorbereiten“, verspricht Peppmeier.