Stadt erinnert Autofahrer: Kampstraße ist Fußgängerzone

dzNeues Piktogramm

In einem Teil der Fußgängerzone in Kamen dürfen regulär Autos fahren – und das sorgt für Konflikte mit Passanten. Nun wird dem Erinnerungsvermögen der Autofahrer auf die Sprünge geholfen.

Kamen

, 15.07.2019, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Autos ist nur Schritttempo erlaubt und Fußgänger haben Vorrang – diese Regeln gelten auf der Kampstraße in Kamen. Denn der rund 200 Meter lange Abschnitt der Straße vor dem Einkaufszentrum „Kamen Quadrat“ ist als Fußgängerzone ausgeschildert.

Nachdem Kontrollen der Polizei ergeben haben, dass sich viele Autofahrer nicht an das Schritttempo halten, hat die Stadt reagiert. Ein passendes Verkehrszeichen wurde auf die Fahrbahn gemalt: ein weißes Fußgängersymbol auf blauem und weißem Grund, im Fachjargon auch Zeichen 242.1 genannt. Das Fußgängerzonen-Piktogramm ergänzt die gleichlautenden Blech-Verkehrszeichen.

Fußgänger kreuz und quer durch den Verkehr

Autos und Fußgänger kommen sich auf der Kampstraße regelmäßig in die Quere, zum Beispiel an der Hausecke des Einkaufszentrums. Und wer die Kampstraße entlang schlendert, riskiert einen ungeduldigen Autofahrer an den Fersen zu haben, der bei Gegenverkehr die Hupe drückt.

„Das ist wohl bei dem einen oder anderen Verkehrsteilnehmer in Vergessenheit geraten, dass man hier Schritt fahren muss“, sagte Hauptkommissar Frank Ellerkmann bei einer Polizeikontrolle im April 2019. Es dauerte nicht lange nach dem Polizeieinsatz, dass die Stadt das Piktogramm anbringen ließ. Damit ist klargestellt, dass Autos sich auf keiner normalen Straße befinden.

Wer den Verkehr einige Minuten beobachtet, bekommt vermutlich Zweifel, ob das Schild wirklich eine Wirkung erzielt. Denn augenscheinlich fahren weiterhin nur die wenigsten Autofahrer mit maximal 7 km/h über die Kampstraße, sodass die Polizei den Bereich weiter beobachten muss.

Stadt erinnert Autofahrer: Kampstraße ist Fußgängerzone

Wer aus dieser Richtung kommt, muss als Autofahrer aufpassen: Hinter der Hausecke des Einkaufszentrums (l.) kreuzen Fußgänger. © Carsten Fischer

Appelle an die Autofahrer, extrem langsam durch die Fußgängerzone zu fahren, haben einen ernsthaften Hintergrund. Im Februar 2018 wurde ein fünfjähriges Mädchen auf der Kampstraße angefahren und leicht verletzt. Die Eltern verzichteten auf eine Strafanzeige gegen den Autofahrer, sodass der Mann lediglich 120 Euro Bußgeld zahlen musste und einen Punkt im Verkehrssünder-Zentralregister in Flensburg bekam.

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Die Polizei hat im Frühjahr bei mehreren Aktionen ein Zeichen gegen Raser im Bereich der Kamener Innenstadt gesetzt. So wurde unter anderem in der Tempo-10-Zone ausgangs des Marktplatzes auf der Bahnhofstraße geblitzt. Der Negativrekordhalter fuhr 58 km/h – das bedeutete 200 Euro Bußgeld, einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte. 39 Prozent aller Autofahrer waren dort zu schnell. Eine Konsequenz aus diesem Ergebnis könnte sein, dass die Stadt auch dort zusätzliche Verkehrszeichen anbringt – so wie an der Kampstraße.

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