Stadt beseitigt Gefahrenpunkte am Spielplatz im Postpark

dzSpielplatz-Check in Kamen

Alte Spielgeräte und Disteln im Gras: Der kleine Spielplatz am Postpark braucht dringend eine Erneuerung. Freiliegende Metallrohre bergen sogar eine Gefahr für spielende Kinder.

von Annika Schulte, Dirk Becker

Kamen

, 17.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Skate-Anlage, der großen Grünfläche und den Boule-Bahnen bietet der Postpark in Kamen etwas Abwechslung und Spaß für jede Altersgruppe. Doch wie ist es eigentlich um den dazugehörigen Spielplatz bestellt?

Der kleine Spielplatz liegt abseits der großen Wiese, umgeben von einigen Bäumen, die unter der Nachmittagssonne etwas Schatten spenden. Hier turnt gerade die vierjährige Elin am Klettergerüst und lacht vergnügt. Ihre Mutter Anja Beuse steht direkt daneben und beobachtet, wie sie geschickt die Leiter erklimmt. Eigentlich war sie mit ihrer Tochter und ihren Eltern zum Minigolfen auf der benachbarten Anlage, ein kurzer Abstecher zum Spielplatz muss aber noch gemacht werden, bevor es nach Hause geht.

Das Klettergerüst ist noch nicht so alt wie die meisten anderen Spielgeräte im Postpark.

Das Klettergerüst ist noch nicht so alt wie die meisten anderen Spielgeräte im Postpark. © Marcel Drawe

Anja Beuse ist froh, dass die Spielplätze nach der Corona-Zwangspause wieder geöffnet sind. „Es wurde meiner Tochter von jetzt auf gleich alles genommen: das regelmäßige Schwimmen, ihre Turngruppe und natürlich die Spielplätze“, sagt sie. Angst, sich auf dem Spielplatz mit dem Coronavirus zu infizieren habe sie nicht. „Da sind wir jetzt erstmal entspannt“, so Beuse.

Die Beton-Kletterwand dient nicht nur zum Klettern. Sprayer setzen ihre Tags darauf.

Die Beton-Kletterwand dient nicht nur zum Klettern. Sprayer setzen ihre Tags darauf. © Marcel Drawe

Ansonsten ist auf dem Spielplatz eher weniger los, was vermutlich daran liegt, dass neben dem neueren Klettergerüst und der Schaukel die anderen Spielgeräte schon sehr in die Jahre gekommen wirken.

Der klobige Kletterturm mit Sprossenwand sieht nicht mehr wirklich einladend aus und hat schon so einige Graffiti abbekommen, im Sandkasten wachsen Pflänzchen und Grashalme. Auch die große Holzwippe sieht aus, als wäre sie schon sehr alt, die spaßige Benutzung wird hier allerdings nicht beeinträchtigt.

Die Wippe aus einem Baustamm hat ihre besten Zeiten hinter sich.

Die Wippe aus einem Baustamm hat ihre besten Zeiten hinter sich. © Marcel Drawe

Anders sieht es am Klettergerüst aus: Bei genauerem Hinsehen werden beim Spielplatz-Check der Redaktion zwei offene Metallrohre sichtbar, deren Kanten sich beim wilden Herumtollen schnell zu einer Verletzungsgefahr entwickeln können.

Die Verkehrssicherungspflicht liegt bei der Stadt Kamen. Stadtsprecher Rüdiger Büscher erklärt: „Alle städtischen Spielplätze werden in regelmäßigen Abständen durch Kontrolleure unserer Servicebetriebe auf ihre Sicherheit hin überprüft. Wenn uns Hinweise aus der Bevölkerung auf eventuell zwischenzeitlich neu aufgetretenen Schäden erreichen, werden wir natürlich sofort tätig. Die Kollegen der Servicebetriebe haben das Gerüst überprüft und werden kurzfristig neue Blindstopfen an den beiden Rohren anbringen.“

Eine andere Einschränkung ist Sache der Natur: Auf der Wiese des Spielplatzes sollte man vom Barfußlaufen eher Abstand nehmen, denn es verstecken sich einige Disteln im Gras.

Spielflächen und Kiesgruben sind sauber

Positiv ins Auge fällt jedoch, dass die Spielflächen und Kiesgruben relativ sauber und frei von Müll sind. Nichtsdestotrotz wird der kleine Platz den Anforderungen eines langen und sicheren Spielnachmittags nicht gerecht.

Insgesamt macht der Spielplatz im Kamener Postpark eher einen tristen Eindruck.

Insgesamt macht der Spielplatz im Kamener Postpark eher einen tristen Eindruck. © Marcel Drawe

Die Skate-Anlage ist dagegen ein beliebter Treffpunkt für die etwas Älteren. In den Abendstunden kann man besonders viele Skateboarder beobachten, die auf der mit Graffiti besprühten Halfpipe ihre Tricks üben.

Auf der Skate-Anlage im Postpark kann man an den Nachmittagen und Abenden viele Skater beobachten.

Auf der Skate-Anlage im Postpark kann man an den Nachmittagen und Abenden viele Skater beobachten. © Annika Schulte

Batuhan und Quentin sind Abiturienten am Gymnasium in Kamen und gehören zu den „Stammgästen“ der Anlage. „Wir kommen jeden zweiten Tag hierher – wenn es geht, auch öfter“, erzählt er. Während der wochenlangen Schließung des Parks mussten sie notgedrungen auf die Straße ausweichen.

Skater wünschen sich Beleuchtung

Obwohl die beiden sich sehr freuen, dass der Park wieder geöffnet hat, haben sie ein paar Verbesserungsvorschläge für die Anlage. „Es wäre gut, wenn es hier eine richtige Beleuchtung gäbe, damit wir auch nach Einbruch der Dunkelheit noch skaten können“, erklärt Batuhan. Und auch hier zeigt sich dasselbe Problem wie am Spielplatz: Die in die Jahre gekommenen Elemente müssen ersetzt werden.

SPIELPLÄTZE IM TEST Viele Kinder haben die Wiederöffnung der Spielplätze in der Corona-Krise sehnsüchtig herbeigesehnt. Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort ein Bild zu machen, wie es um die Spielplätze bestellt ist. In loser Folge stellen wir die Spielplätze in Kamen vor.
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