Stadt baut Brücke über abgesackten Bürgersteig – und dann passiert erst einmal nichts

dzKanal kaputt

Eine abgesackte Stelle auf dem Bürgersteig an der Weststraße ist seit Monaten provisorisch abgesichert. Anlieger wundern sich, wo die Bauarbeiter bleiben. Die Verzögerung hat einen Grund.

Kamen

, 26.08.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bürgersteig an der Weststraße ist so kaputt, dass schon seit mindestens vier Monaten ein Metallsteg die Schadstelle überbrückt. Anwohner und Passanten wundern sich, wo die Bauarbeiter bleiben, die die Ursache für das Hindernis beseitigen.

Ein Nachbar schildert, dass der Metallsteg schon seit einigen Monaten auf dem abgesackten Pflaster stehen soll. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben die Platte mit den seitlichen Geländern dort sicherheitshalber aufgestellt. Das geschah auf Initiative der Stadt Kamen, der genaue Zeitpunkt war auf Anfrage nicht in Erfahrung zu bringen.

Grundstückseigentümer soll Schaden beseitigen

Klar ist, dass der Schaden beseitigt werden muss. Die Verantwortung dafür liegt nach Angaben von Stadtsprecher Peter Büttner beim Eigentümer des dortigen Hauses. Denn der Bürgersteig sei abgesackt, weil eine Hausanschlussleitung defekt ist. Das habe eine Kanalinspektion des Stadtentwässerungsbetriebs Kamen ergeben.

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Ein noch relativ neuer TV-Kanalinspektionswagen lieferte Beweisfotos aus dem Untergrund. „Die Leitung ist undicht, da ist Bodenmaterial drin“, sagt Stadtsprecher Büttner. Die Stadt Kamen habe daraufhin den Hauseigentümer über das Ergebnis informiert, die Fotos beiliegend. In dem Schreiben vom 30. April bat die Stadt den Immobilieneigentümer, den Schaden bis zum 20. Mai durch eine Fachfirma beseitigen zu lassen. Doch passiert ist bislang: nichts. „Vom Grundstückseigentümer wurde bislang kein Vollzug gemeldet“, sagt Büttner.

Stadt geht nur bei eiligen Fällen in Vorleistung

Grundsätzlich obliegt der Stadt Kamen die Herstellung, Beseitigung, Veränderung sowie die laufende Unterhaltung von Grundstücksanschlussleitungen. Der Grundstückseigentümer muss der Stadt die entstehenden Kosten erstatten, wie aus der Abwassersatzung hervorgeht. Praktisch gestattet die Stadt den Grundstückseigentümern, die Arbeit auf eigene Kosten und Verantwortung ganz oder teilweise durchzuführen. Soweit bei „Einbrüchen oder Senkungen im Verkehrsraum oder sonstigen wichtigen Gründen“ Eile geboten ist, behält sich die Stadt vor, selbst tätig zu werden. So ist es in der Satzung geregelt.

Frist seit drei Monaten verstrichen

Eilig hat es an der Weststraße weder der Grundstückseigentümer noch die Stadt. Denn als die Frist am 20. Mai verstrich, fragte die Stadtverwaltung nicht beim Hauseigentümer nach. „Es wurde nicht nachkontrolliert“, räumt Stadtsprecher Büttner ein. Das soll nun nachgeholt werden. „Wir sind dankbar für den Hinweis aus der Bürgerschaft.“

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