Der Spielplatz an der Bergstraße in Heeren-Werve ist wieder geöffnet und punktet mit neuen Geräten. Wir stellen ihn und andere Kamener Spielplätze vor – und schauen auch hinter die Kulissen.

Heeren-Werve

, 17.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn etwas plötzlich fehlt, rückt die Bedeutung davon meist besonders ins Bewusstsein. Was vorher selbstverständlich schien, scheint auf einmal Luxus, den man sich sehnlichst herbeiwünscht. So oder ähnlich muss es vielen Eltern ergangen sein, als die Spielplätze wegen der Corona-Pandemie geschlossen blieben.

Keine neuen Plätze und Spielgeräte ausprobieren, den Kindern nicht mehr beim Toben und Kennenlernen zusehen, nicht mehr mit anderen Eltern ins Gespräch kommen. Wem es nicht schon vorher klar war, merkte spätestens dann, wie wichtig Spielplätze für das tägliche Leben sind und manch einer lernte vielleicht auch zu schätzen, was für schöne Spielplätze es in der Nähe gibt und wie wertvoll es ist, wenn diese Plätze gepflegt sind.

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In die Spielplatz-Pflege steckt die Stadt Kamen viel Arbeit

Und mit dieser Wertschätzung ist es auch an der Zeit, die Arbeit von Jörn Tautz, bei der Stadt zuständig für die Spielflächen, und seinem Kollegen Martin Schmoranzer, Spielplatz-Experte beim Bauhof, wert zu schätzen und vorzustellen. Denn dafür zu sorgen, dass die insgesamt 53 städtischen Spielplätze sicher, attraktiv, und sauber sind und auch noch Abwechslung für die verschiedenen Altersgruppen bieten – das ist wahrlich viel Arbeit.

Das Spielschiff ist derzeit noch gesperrt, weil noch Sand verteilt werden muss als Fallschutz. Es soll aber nicht mehr lange dauern, bis Kinder das neue Gerät ausprobieren dürfen. Daneben, wo jetzt noch Sand liegt, soll im Rahmen der Stadtteilentwicklung ebenfalls etwas Neues entstehen.

Das Spielschiff ist derzeit noch gesperrt, weil noch Sand verteilt werden muss als Fallschutz. Es soll aber nicht mehr lange dauern, bis Kinder das neue Gerät ausprobieren dürfen. Daneben, wo jetzt noch Sand liegt, soll im Rahmen der Stadtteilentwicklung ebenfalls etwas Neues entstehen. © Claudia Pott

Eine recht große Spielfläche, für die Tautz verantwortlich ist, gibt es zum Beispiel an der Bergstraße in Heeren-Werve. Tautz spricht übrigens lieber von Spielflächen als von Spielplätzen, denn auf Flächen gibt es zusätzliche Angebote für andere Nutzergruppen und nicht nur für Kinder.

So ist es auch bei der Fläche an der Bergstraße. Dort gibt es einen Bolzplatz, ein Beachvolleybald-Feld, Sitzecken und eben einen Spielplatz, der mit einigen Besonderheiten punkten kann: einer Wassermatschanlage, einem neuen Holzhaus mit Rutsche und einem neuen Spielschiff aus Holz – inklusive Mast. Das neue Gerät ist derzeit jedoch abgesperrt, weil noch Sand als Fallschutz aufgeschüttet werden muss.

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Bolzplätze sind Sportstätten und bleiben noch gesperrt

Mit Corona hat es also nichts zu tun, dass der Bereich mit dem Spielschiff noch abgesperrt ist. Er soll schon bald öffnen, kündigt Tautz an. Anders sieht das übrigens mit dem Bolzplatz nebenan aus. Denn dieser ist tatsächlich wegen Corona gesperrt. Bolzplätze werden als Sportstätten eingestuft, für welche die Sperrung noch andauert.

Wäre der Bolzplatz geöffnet, böte die gesamte Spielfläche Möglichkeiten für Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche – das sind die drei Nutzergruppen, die Tautz bei seinen Planungen im Blick hat und für die reichlich Platz und Möglichkeiten zur Verfügung stehen sollten. Vor fast zehn Jahren hat Tautz eine aufwendige Spielplatzanalyse betrieben und die ausgewiesenen Flächen einmal genau unter die Lupe genommen.

Der Bolzplatz an der Bergstraße in Heeren-Werve zählt als Sportstätte und darf derzeit noch nicht benutzt werden. Darauf machen Schilder in den Toren aufmerksam.

Der Bolzplatz an der Bergstraße in Heeren-Werve zählt als Sportstätte und darf derzeit noch nicht benutzt werden. Darauf machen Schilder in den Toren aufmerksam. © Claudia Pott

Bei dieser Bestandsaufnahme kam unter anderem heraus, wie gut Kamen versorgt ist und wo es noch Möglichkeiten gibt. Es wurden aber auch Flächen herausgenommen, auf denen nie ein Kind gespielt hat, die damals aber offiziell als Spielfläche deklariert worden waren. Tautz hat also quasi einmal aufgeräumt und hat die Flächen seit jeher genau im Blick. Er muss vorausplanen und früh Anträge stellen, wenn teure, größere Spielgeräte angeschafft werden sollen, aber auch schnell reagieren, wenn etwa ein Gerät kaputt geht oder andere Mängel auftreten.

Alle Kamener Spielplätze werden wöchentlich kontrolliert

Tautz arbeitet eng mit den Streetworkern zusammen, die die Plätze ebenfalls gut im Blick haben, mit Bürgern, die mit Fragen oder Hinweisen an ihn herantreten – und vor allem mit Martin Schmoranzer vom Bauhof. Schmoranzer fährt jede Woche alle Spielplätze ab, um sie zu überprüfen – er führt sogenannte Sichtkontrollen durch.

Darüber, dass die Schaukel besetzt ist, muss man sich auf der Spielfläche an der Bergstraße in Heeren-Werve wohl keine Gedanken machen. Her gibt es gleich sechs Schaukeln.

Darüber, dass die Schaukel besetzt ist, muss man sich auf der Spielfläche an der Bergstraße in Heeren-Werve wohl keine Gedanken machen. Her gibt es gleich sechs Schaukeln. © Claudia Pott

Hinzu kommen vierteljährliche Funktionskontrollen, bei denen zum Beispiel geprüft wird, ob Scharniere noch richtig funktionieren. Jedes Jahr gibt es zudem eine Hauptuntersuchung – also einen Spielplatz-TÜV – und zum Ende jeden Jahres eine Inventur, bei der nachgehalten wird, welche Geräte abgebaut wurden und welche neuen hinzugekommen sind. Es gibt sogar ein eigenes Spielplatzkataster, in dem jede Überprüfung und alle durchgeführten Arbeiten festgehalten werden.

Doch nun zurück zur Spielfläche in Heeren-Werve, die am Donnerstagmorgen noch wie leer gefegt war. Kein Wasser floss durch die Matschanlage, die Schaukeln schwangen leer und leicht im Wind vor und zurück.

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Die Fläche ist trotz einiger Sperrungen bereit, wieder von Kindern erobert zu werden – und das künftig mit noch mehr Angeboten, denn die Stadt plant eine Aufwertung des Bereiches. Vor allem für Jugendliche soll er interessanter werden, doch auch Kinder dürfen sich auf weitere neue Geräte freuen. „Das bisher war nur das Bonbon, bald gibt es die ganze Tüte“, so Tautz.

Spielplätze im Test

  • Viele Kinder haben die Wiedereröffnung der Spielplätze sehnsüchtig herbeigesehnt.
  • Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort ein Bild zu machen, wie es um die Spielplätze bestellt ist.
  • In loser Folge stellen wir die Spielplätze in Kamen vor – dieses Mal die Spielfläche an der Bergstraße in Heeren-Werve.
  • Eine Liste der Spielplätze in Kamen gibt es auf der Homepage der Stadt. Sie ist gerade in Bearbeitung und soll künftig in Ortsteile untergliedert sein.
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