Der Bolzplatz „Kalthof“ in der Seseke-Aue ist aktuell gesperrt. Ein Gitter verhindert den Zugang zu dem Platz. © Marcel Drawe
Freizeit

Spielen erlaubt, Bolzen verboten: Diese Regeln gelten auf Spielplätzen

Das Toben auf dem Spielplatz ist einige der wenigen Beschäftigungen, die den Alltag von Kindern gerade aufwerten. Was auf den Spielplätzen aktuell erlaubt ist, weiß Kamens Spielplatz-Beauftragter.

Für Eltern und ältere Kinder gilt auf den Spielplätzen aktuell eine Maskenpflicht. Darauf weisen Schilder an den Eingängen der Kamener Spielplätze hin. Die Plätze sind geöffnet. Kinder können hier toben und dabei fühlt es sich dann vielleicht kurz so an, als sei die Welt in Ordnung.

Ein viel genutzter Spielplatz ist zum Beispiel der große Spielplatz an der Töddinghauser Straße – der höchste Spielplatz Kamens, wie Jörg Tautz sagt. Er ist im Rathaus für die Spielplätze zuständig und sorgt dafür, dass es ausreichend Spielmöglichkeiten für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen gibt – und dass sie in einem guten Zustand sind.

Gern würde Tautz den Kindern und Jugendlichen auch die Bolzplätze zum Austoben zur Verfügung stellen, aber das ist aktuell nicht möglich. Auf dem Spielplatz an der Töddinghauser Straße gibt es einen solchen Bolzplatz, ein Ball rollt dort aktuell aber nicht von eine zum anderen Tor.

Bolzplätze sind schwer zu kontrollieren

Dafür, dass die Bolzplätze gesperrt sind, obwohl laut Infektionsschutzgesetz ab einer Inzidenz von über 100 die Ausübung von kontaktlosem Individualsport allein, zu zweit oder mit den Angehörigen eines Hausstands ausgeübt werden dürften, gibt es eine einfache Erklärung.

Laut Tautz sei es nicht möglich, die Bolzplätze auf Einhaltung dieser Vorgabe zu kontrollieren. Es müsste stets geprüft werden, ob es nicht zu viele sind und falls doch, ob die bolzenden Kinder oder Jugendlichen aus einem Hausstand kommen. Außerdem müssten laut Gesetz Schutz und Hygienekonzept eingehalten werden und bei Kindern, die sogar zu fünft spielen dürfen, müsste eine Anleitungsperson auf Anforderung ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen.

Auf dem Spielplatz an der Töddinghauser Straße gibt es einen neuen Spielturm. © Pott © Pott

Wer ins Gesetz blickt, merkt schnell, dass die Regeln vielleicht von festen Sportgruppen oder Vereinen erfüllt werden können. Aber bei Kindern und Jugendlichen, die einfach spontan bolzen wollen – wofür ein solcher Platz ja auch gedacht ist – sieht das schon anders aus. „Wir können es nicht kontrollieren“, sagt Tautz. Deshalb bleiben die Plätze vorerst gesperrt.

Bis dahin können die Kinder sich aber glücklicherweise wenigstens auf den Spielplätzen beschäftigen. Und dass die in Schuss sind, dafür sorgen Tautz und seine Kollegen ständig. Auf dem Spielplatz an der Töddinghauser Straße gibt es zum Beispiel einen neuen Spielturm, den die Kinder ausprobieren können.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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