Solar - na klar: So begreifen auch Erwachsene, wie durch Sonne Strom entsteht

dzFamilienbande

Solarstrom erzeugen ist kinderleicht, wie die Junioren der Familienbande festgestellt haben. Über eine neue Anzeigetafel erklären sie Erwachsenen, dass dafür nicht immer die Sonne scheinen muss.

Kamen

, 22.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die roten Kügelchen fallen, dann wissen nicht nur die Junioren der Kindertagesstätte Familienbande, dass die neue Solaranlage auf dem Dach des Hauses Strom produziert.

Auch die Erwachsenen, die an der ungewöhnlichen Anzeigetafel vorbei gehen, bekommen einen Eindruck davon, dass gerade Sonnenenergie fließt. „Und viele sind erstaunt darüber, dass Energie selbst dann produziert wird, wenn die Sonne nicht scheint“, sagt Tanja Brückel, Vorsitzende der Familienbande.

Junioren erklären verblüfften Erwachsenen die Technik

Die Kinder, die im Haus an der Bahnhofstraße betreut werden, darunter Henriette, Matti, Till, Julia und Luna, kennen sich schon so gut mit der Photovoltaik-Anlage aus, dass sie den verblüfften Erwachsenen erklären können, dass die empfindlichen Solarpanels auf dem Dach nicht nur bei Sonnenlicht Strom produzieren.

Zwei Solaranlagenbeauftragte haben die Kinder bestimmt, die immer einen Blick auf die Anzeigetafel „VisiKids“ haben. Denn die Kugeln, die je nach Stromproduktion schneller oder langsamer fallen, müssen wieder zurück geschaufelt werden, wenn sich alle unten im Auffangbehälter gesammelt haben. „Selbst ältere Leute bleiben stehen und lassen sich die Technik erklären“, sagt Tanja Brückel und ist erfreut, dass die neue Anlage so große Akzeptanz findet.

Solar - na klar: So begreifen auch Erwachsene, wie durch Sonne Strom entsteht

Jörg Böttcher, Energieberater bei den Gemeinschaftsstadtwerken, und Christiane Fuest, 2. Vorsitzende der Familienbande, auf dem Dach des Neubaus. 32 Photovoltaik-Module sorgen dafür, dass der stromzehrende Betrieb im Haus an der Bahnhofstraße klimafreundlicher wird. © Borys P. Sarad

Schon über 8.000 Kilowattstunden Strom

Die mithilfe von Frank Lukas und Alexander Behler, beide von den Gemeinschaftstadtwerken Kamen-Bönen-Bergkamen, aufgehängte Anlage ist jetzt ein Hingucker auf dem Kindergarten-Flur und sichtbares Zeichen dafür, dass man sich dem Thema „Klimawandel“ stellt.

Die Anlage, die Anfang voriges Jahr in Betrieb gegangen ist, hat schon einige tausend Kilowattstunden Strom produziert, genauer: 8191. In den ersten Januartagen sieht die Bilanz freilich etwas bescheidener aus. Doch obwohl es kaum Sonne gab, stehen schon 82 Kilowattstunden zu Buche. „Wir haben festgestellt, dass uns die Solaranlage gute Dienste leistet. Wir freuen uns schon auf den Sommer“, sagt Brückel.

Solar - na klar: So begreifen auch Erwachsene, wie durch Sonne Strom entsteht

Mit leichter Neigung auf dem Dach der Familienbande: 32 Module sorgen für selbst erzeugten Strom, mit dem die Einrichtung etwa 30 Prozent der benötigten Energie erzeugen kann. © Borys Sarad

Je größer die Anlagenleistung, desto mehr Glühlampen leuchten

Die Pläne für die ungewöhnliche Anzeigetafel wurden im Übrigen von der Fachhochschule Münster im Rahmen einer Diplomarbeit ausgetüftelt. Das neue Visualisierungskonzept für Solarstrom entwickelte dann die Firma IKS Photovoltaik serienreif weiter.

Die elektrische Leistung der Solaranlage wird dabei über eine analoge Anzeige mit 24 Glühlampen dargestellt – „weil Kindern Elektrizität vor allem durch Glühlampen aus dem Alltag bekannt ist“, heißt es auf der Website bei IKS. Je größer die Anlagenleistung ist, desto mehr Glühlampen leuchten.

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So läuft der Prozess ab

Und so läuft der Prozess ab: Die ins Netz eingespeiste Energie wird durch die Kugeln dargestellt. Das mit einem Schrittmotor angetriebene Rad fördert die Kugeln über eine Kugelbahn in einen transparenten Auffangbehälter. Je mehr Energie während des Monats erzeugt wird, desto mehr Kugeln befinden sich im Auffangbehälter.

Am Monatsende wird der Behälter herausgenommen, die Kugeln wieder in den oberen Behälter gefüllt und die digitale Monatsertragsanzeige auf Null gesetzt.

32 Module auf dem Flachdach des Gebäudes

Die Familienbande, die an der Bahnhofstraße zahlreiche Angebote rund um die Familie bündelt, war voriges Jahr der erste Verein, der in das sogenannte Energiedach-Programm der GSW einstiegen ist, um Photovoltaik zu nutzen. 32 Module sind auf dem Flachdach des Neubaus aufgestellt.

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