So überstehen Kurrende-Bläser eine Cabriofahrt bei Temperaturen am Gefrierpunkt

dzAdventsbrauch

An eine Cabriofahrt würde wohl niemand bei eisigen Temperaturen denken, doch eigentlich ist es genau das, was der „Ökumenische Bläserkreis Heeren-Werve“ vorhat. Auf Tour mit der „Kurrende“.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 17.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Schon am Freitag schwärmten sie zur Kurrende aus, am Samstag geht es in die nächste Runde.

Es ist bereits früher Nachmittag, als die Bläser am Samstag in der Ebertallee ankommen. Die Musiker verlieren keine Zeit: Kaum ist der Wagen zum Stehen gekommen, spielen sie das erste Weihnachtslied. „Schneeflöckchen“ oder „O Tannenbaum“, es gibt kaum einen Weihnachtsklassiker, den die Bläser nicht aus dem Stegreif aufrufen könnten. „Das ist die jahrzehntelange Erfahrung“, so Angelika Menne, Posaunistin und erste Vorsitzende des Vereins. „Irgendwann gehen einem diese Lieder in Fleisch und Blut über.“ Viel üben müssten sie deshalb für dieses Ereignis eigentlich, erzählt sie weiter, „aber für die jüngeren Mitglieder tun wir das natürlich trotzdem.“

Während die Bläser zum nächsten Lied ansetzen, lauscht Klaus Kasperidus der Musik. Er wohnt an der Ebertstraße, die Tradition gefalle ihm gut, meint er: „Ich bekomme das jetzt schon seit fünf Jahren mit und finde das total schön.“ Schade sei nur, dass nach drei Liedern schon alles vorbei ist, aber Kasperidus ist geduldig. „Ich freue mich schon wieder auf nächstes Jahr.“

Der Bläserzug nimmt nun Kurs auf das Gemeindehaus, nur einige Straßen weiter. Karl-Heinrich Lehnert spielt am Freitag und Samstag den Chauffeur. Der pensionierte Landwirt zieht das Ensemble im mit Tannenzweigen geschmückten Anhänger mit seinem Trecker durch die Gemeinde. Am Freitag sind es elf Stationen, an denen sie Halt machen, am Samstag sogar 14 Stationen. Gegen die Kälte hilft nur dicke Kleidung. „Und vielleicht das ein oder andere warme Getränk“, so Jochen Menne. Das bekommen sie, zusammen mit vielen Süßigkeiten, von ihren Zuhörern an den verschiedenen Stationen. „Von Alkohol halten wir uns aber fern.“ So gibt es statt Glühwein heißen Kakao, der schmeckt Amelie, mit neun Jahren das jüngste Mitglied im Verein.

Am Gemeindehaus wartet bereits Pfarrerin Andrea Mensing mit einigen Besuchern auf die Bläser. Auch Musikwünsche nehmen sie auf Zuruf entgegen. So bekommen Mensing und die Anderen zum Beispiel auch „Tochter Zion“ zu hören. Auch hier ist nach vier Liedern alles wieder vorbei. Die Bläser ziehen weiter zum Bürgerhaus weiter.

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