Der Kamener Einzelhandel startet ins Weihnachtsgeschäft. 250 Geschäfte erwarten die Kunden. Statt auf einen verkaufsoffenen Sonntag setzen einige Händler auf eine anderen Aktion.

Kamen

, 24.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein verkaufsoffener Sonntag in der Adventszeit, aber kleinere Aktionen sowie der neue Adventsmarkt in der Innenstadt. Darauf setzen Kamener Einzelhändler in der umsatzstärksten Zeit des Jahres.

Neu ist ein lebendiger Adventskalender, der Kunden vom 1. bis 24. Dezember in die Geschäfte locken soll. Dahinter stehen Mitglieder der Kamener Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden (KIG). „Die Menschen sollen jeden Tag einen Grund haben, nach Kamen zu kommen“, sagt Mitorganisatorin Yvonne Flechsig von der gleichnamigen Fleischerei.

Lebendiger Adventskalender

Präsente, Rabattaktionen und andere Vorteile für Kunden gibt es jeden Tag im Aktionszeitraum in einem anderen Geschäft. Eine Ausnahme bilden die Adventssonntage: Dann ist jeweils ab 15 Uhr freies Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn der Kamener Winterwelt angesagt – spendiert von der Händlervereinigung KIG. Eisläufer sparen so den regulären Eintrittspreis von vier Euro für Erwachsene und 3,50 Euro für Kinder und Jugendliche. Die an dem lebendigen Adventskalender beteiligten Läden liegen fast alle in der Innenstadt. Welches Geschäft gerade eine Ladentür für den Adventskalender öffnet, ist beim Bummel an einem großen aufblasbaren Weihnachtsmann vor der Tür zu erkennen.

Aktionen wie der neue Adventsmarkt, der vom 29. November bis 1. Dezember auf dem Willy-Brandt-Platz stattfindet, gelten als wichtig für das Image der Innenstadt. Daran wurde in den vergangenen Wochen bereits mit einer Wanderausstellung über die Zukunft des Einzelhandels geschraubt. In Begleitveranstaltungen wurde über mögliche Rezepte gegen Leerstände und Antworten auf die Konkurrenz durchs Online-Shopping diskutiert. Mit den Aktionen wollen die KIG-Mitglieder zeigen, dass Kamen weiterhin eine Einkaufsstadt ist, deren Besuch sich lohnt.

Über 300 Millionen Euro Umsatz

Der Einzelhandelsexperte Stefan Kruse hat vor wenigen Tagen den Entwurf des neuen Kamener Einzelhandelskonzepts vorgelegt, ein Steuerinstrument für die künftige Entwicklung. Zu der Expertise zählt auch eine Bestandsaufnahme, die zeigt, welche Wirtschaftsmacht der Einzelhandel in der Sesekestadt darstellt. 341,8 Millionen Euro Umsatz machen die örtlichen Geschäfte nach Berechnungen der Beratungsfirma Junker & Kruse. Für Ausgaben im Handel stehen den Kamenern statistisch gesehen rund 283,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die Millionendifferenz zwischen Umsatz und Kaufkraft zeigt: Kamener Geschäfte ziehen viele auswärtige Kunden an. „Es kommt mehr Umsatz von außen rein, was mit Ikea zu tun hat“, erklärt Kruse.

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Ungleichgewicht zu Lasten der Innenstadt

Die neue Zahlen machen deutlich, dass sich an einem schon lange bekannten Ungleichgewicht nichts geändert hat. Kunden bringen viel Geld ins Kamen-Karree oder zum Zollpost, wo die umsatzstärksten und flächenmäßig größten Betriebe liegen, statt in die Innenstadt. Im Vergleich zu anderen Städten ist der Anteil der Innenstadt am gesamten Handelsvolumen der Stadt relativ klein. Kruse meint: „Es muss mehr Speck an die Innenstadt, damit sie den Stellenwert bekommt, der ihr gebührt.“

Auch vor diesem Hintergrund hat sich die Händlergemeinschaft Aktionen wie den neuen Adventsmarkt einfallen lassen. Einen verkaufsoffenern Sonntag in der Adventszeit gibt es hingegen nicht. Dieser war in der Händlerschaft immer umstritten, sodass es bei den verkaufsoffenen Sonntagen im Frühjahr und im Herbst blieb.

So stellt sich der Kamener Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft auf

Mit rund 30.950 Quadratmetern Verkaufsfläche hat das Gewerbegebiet Kamen-Karree, bekannt für den Ikea-Standort, fast so viel Verkaufsfläche wie die gesamte Kamener Innenstadt mit 36.900 Quadratmetern. © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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