Unterwegs auf dem Klöcknerbahnweg, vorbei am Galgenberg und an der Lüner Höhe über die Seseke nach Westick und Südkamen: Der K1 rund um die Innenstadt bietet Kurzweil direkt vor der Haustür.

Kamen

, 30.07.2019, 14:26 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein violetter Teppich aus Blutweiderich an der Seseke. Leuchtende Sonnenblumen im Sonnenuntergang an der Schützenheide. Belebte Biergärten und spannende Haltepunkte wie der Wachsende Steg oder die Körneholzbrücke: Der Radweg „K1“ der rund um Kamens Innenstadt führt, ist ein heißer Tipp für eine kleine Radtour in den Abendstunden. Er ist Teil eines zehnteiligen Radtourkartenpakets, das die Stadt Kamen neu aufgelegt hat. Die neue Auflage in einer Stückzahl von 750 ist ab sofort bei dem Radfahrbeauftragten Matthias Breuer im Rathaus erhältlich.

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So schön ist Kamen: Unterwegs auf dem K1

Ein paar Abendkilometer

Die Redaktion hat das Stahlross gesattelt und ist auf der 15 Kilometer langen Strecke in den Kamener Abend gefahren. Etwas über eine Stunde sollte man für die Tour einkalkulieren, auf der Karte sind eine Stunde und 15 Minuten angegeben. Wer Fotos macht, braucht entsprechend länger. Oder wer noch einen Halt in den Biergärten einlegt. Am Montagabend brummt es im Alten Gasthaus Schulze-Beckinghausen bei Ullrich Neumann in Westick, auch an der Stadtgrenze zu Bergkamen ist es „Bei Josip“ im Biergarten höchst lebhaft. Empfohlen werden auf der Tourkarte „K1“ auch das Hotel Stadt Kamen am Alten Markt und das Haus Düfelshöft in Südkamen. Wenn das kein Anreiz ist, ein paar Abendkilometer zu strampeln!

So schön ist Kamen! Unterwegs auf dem K1 - mit Tourvideo!

Der „Wachsende Steg“ auf dem Zubringer zum K1 zwischen Seseke und der Sportanlage an der Gutenbergstraße. Von dort kann man direkt auf die Seseke blicken. © Janecke

Ein kleiner Kartenfehler: Kein Durchlass möglich

Wer über den auf der Karte verzeichneten Zubringer radelt, startet auf dem Sesekeweg in Höhe an der Ostenallee, wo der Kömsche Bleier von Winfried Totzek, der kleinere der beiden Stahlfischgerippe, einen schönen Startpunkt bildet. Der Sesekeweg glänzt gleich mit zwei Glanzlichtern - der historischen Fünfbogenbrücke und der baubotanischen Gegenwartskunst mit dem „Wachsenden Steg“, eine Aussichtsplattform, die mit den Bäumen in die Höhe wachsen soll. Erst kurze Zeit später geht es dann auf den Rundweg des K1, den man jetzt rechts oder links fahren kann. Wir entscheiden uns, links zu fahren, Richtung Nordwest, auf dem Klöcknerbahnweg der Sonne entgegen, die in etwa einer Stunde untergehen wird. Vorbei geht es an der Parkanlage Galgenberg, über den Goldbach, den man kaum wahrnimmt, um dann beim Lokal „Bei Josip“ die Werner Straße zu überqueren. Kleiner Kartenfehler: Dort, wo die grüne Tourmarkierung durchläuft, ist ein undurchdringlicher Grünstreifen und nicht der gesuchte Durchlass. Man muss die Werner Straße etwas südlicher überqueren, um dann zur Schützenheide abzubiegen.

So schön ist Kamen! Unterwegs auf dem K1 - mit Tourvideo!

Unterwegs auf dem K1: Jetzt ist die beste Zeit, um sich abends, wenn es etwas kühler ist, aufs Rad zu setzen und ein paar leichte Kilometer zu fahren. Insgesamt zehn Routen führen durch Kamen aber auch darüber hinaus. Versehen sind die Karten mit Ausflugtipps und gastronomischen Haltepunkten. © privat

Idyllischer Blick über das Sonnenblumenfeld

Idyllisch ist der Blick über das Sonnenblumenfeld, das dort auf der rechten Seite des K1 liegt. Ein Fotostopp ist unerlässlich, weil auch die Sonne dort gerade über den Sonnenblumen steht. Dann geht es weiter vorbei an der Schützenheide des Schützenvereins Kamen, kurz auf die Nordfeldstraße, bevor es auf der Straße „Auf der Worth“ durch ein kleines Wohnbaugebiet geht, wo Anwohner gerade den Kampf gegen den Buchsbaumzünsler führen. Nach der Querung der Bergkamener Straße wird es wieder ländlich. Vorbei an hochstehenden Biomaisfeldern rückt linker Hand das rotierende Windrad in den Blick, während sich rechter Hand ein schönes Panorama über die Felder Richtung Bergkamen eröffnet. Bis zur Töddinghauser Straße geht´s weiter, bevor man dort links abbiegt und eine kleine Bergwertung abzustrampeln hat - hinauf zur Lohecke/Auf dem Berge, wo es noch einmal einen schönen Blick auf die Landschaft gibt. Dann geht es steil bergab zur Lünener Straße, die man genauso überquert wie die Seseke. So verlockend es ist, den Sesekeweg zu fahren. Jetzt lässt man ihn links (und rechts) liegen, um erst die Hilsingstraße und dann einige Felder Richtung Westick zu fahren.

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Unterwegs auf dem Radweg „K1“ - das Windrad auf der Lüner Höhe, auf dem Feldweg kurz hinter der Bergkamener Straße, umwachsen von hochstehendem Biomais. © Janecke

Durchs Trogbauwerk Roggenkamp Richtung Südkamen

Wer nach dieser ländlich idyllischen Fahrt die Westicker Straße erreicht, muss genau gucken, um den Weg auf der anderen Straßenseite zu finden. Wir finden ihn nicht sofort, haben keine Lust zu suchen und machen dafür die Biege an der Mühlenstraße, was den Vorteil hat, direkt Ulli Neumanns Altes Gasthaus zu passieren, wo richtig was los ist. Auch ein Supertipp für einen Zwischenstopp, egal ob mit Speisekarte oder nur, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Über die Königstraße geht es kurz entlang an der Bahnlinie, wo man mit den passierenden RRX-Zügen nicht mithalten kann. Man lässt sie hinter sich, indem man das Trogbauwerk am Roggenkamp passiert, das nur für Radfahrer und Fußgänger gebaut worden ist. Dann geht es wieder an gelbgoldenen Kornfeldern vorbei hinab zur Körne, wo man von der Holzbrücke auf den renaturierten Fluss blicken kann. Wer Glück hat, entdeckt ein Reh, fast immer sieht man die Kaninchen, die ins Unterholz schlüpfen, wenn man sich nähert.

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Wieder zurück in der Innenstadt. Der Zubringer ist jetzt ein Zurückbringer. Dabei geht es am Sesekeweg entlang. © Janecke

Die letzte Etappe östlich der Innenstadt

Die letzte Etappe ist erreicht. Sie führt über den Siegeroth zur Dortmunder Allee. Wer abkürzen will, könnte auch schon über den Buschweg zurück Richtung Innenstadt brausen. Aber wer will das schon, bei solchen Panoramen? Gerade sind die Landwirte in Aktion, um das Korn zu mähen. Fasane, die den Betrieb mit ihren Jungvögeln aus der Entfernung betrachten, sind auf den nackten Feldern jetzt gut zu sehen. Über Horsthof und Zollpost schließt sich der Kreis der Radtour - denn jetzt erreicht man den Klöcknerbahnweg, auf dem man zuvor in die andere Richtung gestartet war. Durch die Sperrung der Trasse wegen der Brückenarbeiten an der A1 muss man allerdings improvisieren. Über Bredde und Schnepperfeld geht es zurück zum Sesekeweg - dem Ausgangspunkt der Tour. Mit dem Gefühl, einen Ganztagsausflug unternommen zu haben. Und das nach Feierabend!

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Vom K1 bis zum K10

Zehn Routen durch Kamen

  • Die K(amener)-Routen 1-9 wurden bereits Anfang der 1980er-Jahre entwickelt. Neue Radwegeverbindungen wie der Seseke-Weg und eine Vielzahl von Verbesserungen im Radwegenetz ermöglichen nunmehr optimierte Strecken. Hinzugekommen ist voriges Jahr die Kulturroute K10 des Kulturkreises Kamen.
  • Die Touren sind alle zwischen 10 und 15 Kilometer lang, berühren auch die Nachbarstädte und -gemeinden und sind etwa in einer Stunde zu bewältigen.
  • Die Nutzung der K-Routentipps ist einfach: Die gewünschte Route – ob nach Länge, Schwierigkeitsgrad oder Sehenswürdigkeit – auswählen, in einer Halterung am Fahrrad-Lenker befestigen oder zwischendurch draufschauen. Schon kann es losgehen. Und wenn es etwas länger sein darf, lassen sich die Routen durch die vielen Überschneidungspunkte kombinieren. Die Karten, die man sich von der Seite der Stadtverwaltung herunterladen kann, sind kompatibel für die gängigen digitalen Endgeräte und Navigationssysteme. Die Downloads, Links und GPS-Daten gibt es unter www.fahrrad-kamen.de.
  • Möglich wurde die neue Ausgabe der Kamener Radkarten durch Fördermittel des Ministeriums für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, die die Stadt Kamen als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) erhalten hat. Die neue Fahrradkarte ist ab sofort beim Fachbereich Planung, Bauen und Umwelt im Rathaus der Stadt Kamen erhältlich.

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