Kim und Caroline, Malte und Dustin bei einer Bollerwagentour am Maifeiertag – hier im Heerener Holz. © Stefan Milk

So läuft der Mai-Feiertag in Kamen und Bergkamen

Keine Völkerwanderung am Mai-Tag und nur vereinzelte Bollerwagen-Touren: In Kamen und Bergkamen beeinflussen strenge Corona-Regeln anscheinend das Ausflugsverhalten.

Spaziergänger und Radler sind am Samstag in den Mai gestartet. Auf beliebten Strecken in Kamen und Bergkamen waren um die Mittagszeit vor allem einzelne Menschen und Paare unterwegs. Der große Ansturm schien unter dem Eindruck geltender Kontaktbeschränkungen auszubleiben.

Die am häufigsten anzutreffende Konstellation waren Paare mit und ohne Hund, wie unser Reporter Stefan Milk berichtete. Kleinere Gruppen von Radlern konnten auf dem Sesekeweg gesichtet werden. Auf dem Galgenberg an der Stadtgrenze sei gar nichts los gewesen. Um die Mittagszeit hatte der Reporter eine Tour durch mehrere Stadtteile unternommen: Overberge, Rottum, Heeren, Wasserkurl, Methler, Oberaden, Weddinghofen, Bergkamen, Rünthe und Kamen.

Ein kleiner Pulk von Radlern hat sich am Maifeiertag bei Rottum gebildet. © Stefan Milk © Stefan Milk

Typische Bollerwagen-Ausflüge waren in diesem Zeitraum nicht zu beobachten. „Die Menschen halten sich an die Regeln“, so seine Einschätzung. Treffen im öffentlichen Raum im Kreis Unna sind derzeit nur erlaubt für Angehörige des eigenen Haushalts und einer Person aus einem anderen Haushalt.

Im Heerener Holz waren zwei Paare mit einem Wägelchen spazieren. Sofern die jungen Leute in früheren Jahren feucht-fröhlich in einem größeren Personenkreis loszogen, ist der Rahmen diesmal klein. Kim, Caroline, Malte und Dustin beschränkten ihren Spaziergang bewusst auf zwei Haushalte. Ihnen sei klar, dass sie sich vielleicht in einer Grauzone der Corona-Regeln bewegen. Wenn zwei Zweiergruppen aus zwei Haushalten mit Abstand an der frischen Luft spazieren gehen, dürfte ihrer Meinung daran nichts auszusetzen sein. Ein Paar hat eine Corona-Erkrankung überstanden, das andere freut sich, bereits geimpft zu sein.

Spaziergänger mit Hund in Overberge: Kleine Völkerwanderungen waren nicht festzustellen.
Spaziergänger mit Hund in Overberge: Kleine Völkerwanderungen waren nicht festzustellen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Sowohl Ordnungsdienste als auch Polizei hatten die Einhaltung von Corona-Regeln zu überwachen. Aus polizeilicher Sicht wurden bis zum frühen Nachmittag keine Verstöße festgestellt. „Mir ist bislang nicht gemeldet worden, dass Völkerwanderungen mit Bollerwagen stattfinden würden“, sagte ein Sprecher der Polizei-Leitstelle in Unna – das sollte auch so bleiben. „Bislang sind uns noch keine besonderen Auffälligkeiten mitgeteilt worden“, erklärte auch ein Sprecher der Stadt Kamen. „Eine detaillierte Bilanz der Kontrollen werden wir am Montag ziehen.“ Am Sonntag meldete die Polizei für den gesamten Kreis Unna eine insgesamt ruhige Lage.

Die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum sind für die Behörden in der Fläche kaum zu kontrollieren. Leichter festzustellen sind beispielsweise Verstöße gegen die Maskenpflicht in Fußgängerzonen. Kamener Ordnungshüter hatten kürzlich eine Eis essende Seniorin bestraft, die keine Maske trug.

Der Maitag lockte auch diese beiden Radler bei Heeren-Werve. Bis 22 Uhr müssen sie zu Hause sein, dann gilt die Ausgangssperre. © Stefan Milk © Stefan Milk

Größere Mai-Kundgebungen fanden im zweiten Jahr der Pandemie erneut nicht statt. Traditionelle Maifeiern der IGBCE in Oberaden oder des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Kamen-Mitte fielen aus. Zu einer kleineren Kundgebung hatten BergAuf, Die Linke und die MLPD auf dem Museumsplatz in Oberaden aufgerufen. Das Motto: „Kämpferischer 1. Mai – jetzt erst recht“.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer

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