So kommt der Notarzt bei einem lebensgefährlichen Schlangenbiss ans Gegengift

dzKamener Krankenhaus

Eine ausgebüxte Giftschlange sorgt in Herne für Angst und Schrecken. Im Falle eines lebensgefährlichen Schlangenbisses in Kamen würde das Krankenhaus darauf setzen, dass die Feuerwehr das Gegengift besorgt.

Kamen, Unna

, 27.08.2019, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Mensch ist von einer gefährlichen Giftschlange gebissen worden – und was nun? Im Hellmig-Krankenhaus in Kamen kann sich kein Arzt erinnern, dass er ein solches Szenario schon einmal vor Ort erlebt hat. Aber Chefarzt Dr. med. Christos Erifopoulos, der über eine langjährige notfallmedizinische Erfahrung verfügt und viel Zeit auf dem Notarzt- und Rettungswagen verbrachte, weiß natürlich trotzdem, was zu tun ist.

Wenn in Kamen und Umgebung der Notruf 112 gewählt wird, setzen sich in der Regel der am Hellmig-Krankenhaus stationierte diensthabende Notarzt und die Rettungssanitäter des Rettungsdiensts der Stadt Kamen in Bewegung. „Zwei Dinge sind für sie wichtig“, erklärt Krankenhaussprecher Klaus-Peter Wolter nach Rücksprache mit dem Chefarzt für Intensivmedizin.

Das Schlangenbiss-Opfer muss versorgt, die Bisswunde behandelt, der Kreislauf stabilisiert werden. Außerdem ist zu klären, welche Schlangenart zugeschnappt hat. „Wenn es einen Halter gibt, ist das Thema gelöst, indem man ihn fragt. Sonst würden Feuerwehr und Polizei, die maßgeblich beteiligt sind, die Informationen beschaffen“, erklärt Wolter.

Die in Herne vermisste Monokelkobra kann Menschen durch ihren Biss töten – im Extremfall durch einen allergischen Schock binnen Minuten, aber auch erst nach Tagen durch Atemlähmung. „Wir haben einen Reptilien-Experten, der hinzugezogen werden kann“, sagt Volker Rost, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Kamen. Dieser kann bei der Bestimmung des Reptils helfen.

Der örtlichen Feuerwehr käme möglicherweise die Rolle zu, das Gegengift zu besorgen bzw. diese Aktion zu unterstützen. „Wahrscheinlich ist, dass das dann über die Kreisleitstelle in Unna läuft“, erklärt Rost. Welches Antiserum erforderlich ist und wo es verfügbar ist, dass wissen Giftnotrufzentralen, die im Ernstfall von den Einsatzkräften kontaktiert werden.

Als im August 2015 ein Mann in Mülheim an der Ruhr von einer schwarzen Mamba gebissen wurde, forderte der Notarzt einen Hubschrauber an. Über eine Giftnotrufzentrale wurde von der Leitstelle ermittelt, dass ein geeignetes Gegengift in der Uniklinik Düsseldorf vorrätig war. Der Rettungshubschrauber flog dorthin und brachte das Gegengift zum Patienten, der mittlerweile in der Uniklinik Essen angekommen war.

Giftnotruf: Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn, Tel. (0228) 19 24 0
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