Smarter Ermittler und schlagfertige Hobbydetektivin – und die Zuschauer rätseln mit

dzEin Fall für Miss Marple

Erol Sander ist bekannt als TV-Ermittler in der „Mordkommission Istanbul“. Beim Theater in der Kamener Konzertaula begeistert er das Publikum als Inspector an der Seite von Miss Marple.

von Jan Dreher

Kamen

, 04.11.2018, 10:34 Uhr / Lesedauer: 1 min

Während die letzten Besucher noch hektisch nach den rar gesäten freien Parkplätzen rund um die Aula suchen, herrscht im Foyer der Konzertaula schon reges Treiben. Allein schon der Lautstärkepegel lässt erahnen: ausverkauftes Haus.

Auf der Bühne geht es nicht minder turbulent zu. Die Adaption des Agatha-Christie-Romans „Ein Mord wird angekündigt“ heißt in der von Carpe Artem produzierten Variante „Ein Fall für Miss Marple“. Schauplatz des mörderischen Geschehens ist das Gut Little Paddocks.

Zunächst erinnert das Stück, inszeniert von Jörg Herwegh, eher an eine moderne Sitcom, als die einzelnen Charaktere etabliert werden. Doch die Zuschauer erahnen schon, dass hier nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Obwohl die Figuren allesamt interessant sind und die Zuschauer über mögliche Motivlagen rätseln lassen, sticht Inspector Craddock (Erol Sander) deutlich heraus: In dem Setting Englands gegen Mitte des letzten Jahrhunderts wirkt er eher wie ein Import aus einer Hollywood-Verfilmung der Achtziger-Jahre. Vom Anruf seines Vorgesetzten im Bett gestört, vergisst der Inspector prompt den Namen seiner aktuellen Liebschaft, und seinen Fall würde er „gerne schnell abschließen, denn am Nachmittag ist ein höchstinteressantes Fußballspiel“.

Dabei wirkt er aber zu keinem Zeitpunkt zu weit weg vom Rest der Inszenierung, auch deshalb, weil die forsche Miss Marple (Veronika Faber) ihm oft schlagfertig einen Seitenhieb verpasst. Auf die Frage Craddocks, ob sie seinen Job übernehmen wolle, als sie mal wieder im Hintergrund seiner Ermittlungen herumschnüffelt, antwortet die forsche Hobbydetektivin trocken: „Ja!“ Trotz oder gerade wegen der Gegensätzlichkeit der Protagonisten ergänzen die beiden sich zunehmend besser, bis sie im großen Finale vereint den Fall lösen.

Die Mischung aus englischen Humor und der Spannung bis zum Schluss scheint den Nerv des Publikums zu treffen, denn trotz kleinerer Tonprobleme gibt es für die Darsteller der Bairischen Komödie Wasserburg viel Applaus. „Den köstlichen Tod isst man mit Genuss“, fasst Craddock symbolträchtig den Krimispaß zusammen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Deutsche Bahn

Seil statt Schranke: Am Bahnübergang an der Südkamener Straße hakt‘s nicht zum ersten Mal

Hellweger Anzeiger Interessentenliste wächst

Im Rathaus klingelt das Telefon Sturm: So wird das neue Baugebiet vermarktet

Hellweger Anzeiger 15 Jahre Zittern und Bangen

Nach dem Aus für Kettler: Die schmerzhafte Chronik des Niedergangs

Hellweger Anzeiger Autobahn: Feuerwehr rückt aus

Tanklastzug mit Benzin rollt ohne Fahrer: Gefahrgut-Einsatz auf der A2

Meistgelesen