Sesekeweg für den Radfahr-Alltag nicht ausreichend

Ausbau Heerener Straße gefordert

Der geplante Radweg an der Heerener Straße taucht beim Regionalverband Ruhr, der den Alltagsradverkehr fördert, nicht auf. Das stößt auf Kritik, denn der Sesekeweg ist nicht immer nutzbar.

Kamen

, 18.12.2018 / Lesedauer: 3 min
Sesekeweg für den Radfahr-Alltag nicht ausreichend

Der Sesekeweg zwischen Kamen und Bönen ist ein schöner Freizeitweg, für das Radfahren in Dunkelheit oder bei Schlechtwetter aber nicht geeignet.

Entlang der Seseke von Kamen nach Heeren radeln oder umgekehrt. Der Sesekeweg bildet eine schnelle Strecke mit hohem Freizeitwert, wenn man zwischen den Stadtteilen pendeln möchte. Doch das gilt bei Schlechtwetter und Dunkelheit nur eingeschränkt. Deswegen will die Stadtverwaltung daran festhalten, zusätzlich den schon lange geplanten Radweg an der Heerener Straße durchzusetzen. Problem: In der Planung des Regionalverbands Ruhr, der zurzeit ein Konzept für den künftigen Radverkehr in der Metropole Ruhr entwickelt, taucht der Radweg an der Heerener Straße überhaupt nicht auf. „Wir wollen deswegen jetzt deutlich machen, dass der Sesekeweg auf der Strecke nicht ausreichend ist. Als Alltagsverbindung ist er nur bedingt nutzbar“, so der Fahrradbeauftragte Matthias Breuer jetzt bei einer Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses. „Wir setzen wir weiter auf den Ausbau der Heerener Straße.“

Sesekeweg für den Radfahr-Alltag nicht ausreichend

Auf der Karte des RVR für das Radwegenetzes der Metropole Ruhr ist die Verbindung zwischen Kamen und Heeren-Werve über den Sesekeweg (114) dargestellt statt über die Heerener Straße, an der ein geeigneter Radweg noch fehlt. Die blaue Linie mit den roten Punkten zeigt den Verlauf des sich in Planung befindlichen Radschnellwegs (RS1).

Mit dem Rad zur Arbeit

In seinem Bedarfsplan weist der RVR zwischen den Kommunen jeweils einen vorrangigen Radweg aus, der die Fahrradfahrer auf günstigstem Weg in die nächste Stadt bringen soll. Dabei soll vor allem die Alltagsmobilität gefördert werden, sprich: Es sollen auch Anreize geschaffen werden, das Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit zu nutzen. Doch im Streckennetz gibt es große Defizite. Zum Beispiel zwischen Unna und Kamen, wo sich Radler an den Gewerbegebieten Kamen-Karree und Zollpost vorbei quälen müssen, entgegengesetzt zum Verkehr fahren und die Straßenseite wechseln müssen. Diese Verbindung soll künftig der Radschnellweg1 (RS1) abdecken, der ebenso seit Jahren in der Planungsphase steckt und von einer Umsetzung vor Ort noch weit entfernt ist.

Der Radweg an der Heerener Straße bildet von Kamen aus die östliche Radverkehrsachse. Der Weg, der noch länger in der Planung ist als der RS1, ist noch nicht ganz abgeschrieben. „Er steht immer noch auf der Prioritätenliste des Landes“, berichtet Breuer.

Pläne seit etwa 25 Jahren

Den Wunsch, den Radweg zu bauen, gibt es im Übrigen seit etwa 25 Jahren. Seit 2008 steht die Planung auf der Prioritätenliste. Obwohl die Planung in den vergangenen Jahren immer auf den ersten Rängen platziert war, kam es nicht zur Realisierung, obwohl regelmäßig Baustartdaten wie 2007, 2010, 2011, 2012 und 2013 gehandelt wurden. Grund: Schwierige Grundstückverhandlungen. Im Jahr 2012 waren noch 17 Grundstückserwerbsfälle abzuarbeiten, zuletzt waren Verhandlungen im östlichen Bereich gescheitert. Vor drei Jahren war deswegen die Möglichkeit in Aussicht gestellt worden, erst einmal nur ein Teilstück über 800 Meter zwischen Henry-Everling-Straße und dem Klöcknerbahnweg zu bauen. Seitdem ist öffentlich nichts mehr passiert.

Das künftige Netzkonzept des Regionalverbands Ruhr bildet im Bereich zwischen Duisburg und Hamm Radwege über 1.800 Kilometern ab und ist dreistufig aufgebaut: Mit Radschnellverbindungen über 335 Kilometer, Radhauptverbindungen über rund 690 Kilometer und Radverbindungen über rund 775 Kilometer. Ziel ist es, das bestehende, freizeitorientierte Radwegenetz fit für die Mobilität im Alltag zu machen.

  • Der Radweg an der Heerener Straße soll den Ortsteil Heeren mit Kamen-Mitte verbinden – das ist vor allem interessant für Heerener Schüler, die dann sicher und schnell über die Heerener Straße mit dem Rad zur Gesamt- und Realschule fahren könnten.
  • Der Radweg zwischen Einmündung Henry-Everling-Straße und Derner Straße soll nördlich der Heerener Straße verlaufen, nicht direkt entlang am Seitenstreifen, sondern „feldseitig“ per Grün- und Strauchstreifen von der Fahrbahn getrennt.
  • Der Radweg soll 2,3 Kilometer lang sein und eine Breite von 2,25 Metern haben. Der Sicherheitsabstand zur Straße soll mindestens 1,75 Meter betragen, wegen des Strauch- und Baumstreifens dazwischen wird er vermutlich sogar größer sein.
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