Seseke: Abkühlen ist in Ordnung – aber nicht das Schwimmen im Fluss

dzFreizeit am Wasser

Der Seseke und ihren Bewohnern geht‘s gut – zum Badegewässer sollte sie aber nicht werden. Einige Nutzer übertreiben ihre Naturbegeisterung, findet der Gewässerwart der Kamener Sportfischer.

von Werner Wiggermann

Kamen

, 13.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Seseke ist ein wunderbares Stück zurückeroberter natürlicher Landschaft. „Es ist schön, dass viele Menschen versuchen, die Natur zu genießen – aber sie ist kein Badegewässer“, warnt Michael Prill, Fischereiberater des Kreises Unna.

Besonders einladende Stellen seien offenbar das Sesekeknie in Oberaden oder auch die Mühlbach-Mündung in Heeren-Werve. 20 bis 30 Pärchen mit Decken habe er selbst an einem der warmen letzten Tage in Oberaden gesehen, berichtet Prill.

Starke Strömungen sind möglich

„Keine Frage, die Freizeitnutzung nimmt hier etwas überhand“, so Prill. Jedenfalls, wenn es um das Gewässer in der freien Fläche gehe. Im Sesekepark in Kamen sei das natürlich anders. Der sei ein wunderbar gestalteter Erlebnisraum in der Stadt, alles sei flach gestaltet – keine Gefahr für spielende Kinder.

Im Außenbereich könne man davon aber gerade nicht ausgehen. Wenn nach Niederschlägen die Klärwerke ihre Rückhaltebecken entleerten, könne es durchaus zu starken Strömungen in der Seseke kommen, und dann seien zumindest Kinder wieder gefährlichen Situationen ausgesetzt.

Gegen ein Fußbad ist wenig zu sagen

Das sollten Eltern vielleicht im Blick haben, wenn sie mit ihrem Nachwuchs ans Wasser gehen. Grundsätzlich gehe es allerdings auch nicht darum zu verbieten, ein wenig Abkühlung zu suchen. Den Fischen in der Seseke schade ein solcher Fußbadebetrieb jedenfalls nicht. „Die flüchten auf jeden Fall schnell genug“, versichert der Fischereiberater und Gewässerwart des Angelsportvereins Kamen. Wirklich gestört aber würden in den Sesekeauen viele Bodenbrüter, wenn schlecht oder gar nicht beratene Halter ihre Hunde frei laufen ließen. Mindestens im Zeitraum März/April richte das erheblichen Schaden an.

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Trockenheit schadet Sesekefischen nicht

Die anhaltende Trockenheit der vergangenen Woche habe der Seseke und ihren geschuppten Bewohnern kaum geschadet, sagt Michael Prill. Höchstens im Bereich Flierich könne das Gewässer einmal wirklich trocken fallen, aber auch dann nur so, dass die Fische rechtzeitig ins fließende Wasser flüchten können.

Nicht bewahrheitet hat sich übrigens der Verdacht, dass ein Otter den Weg zur inzwischen als fischreich geltenden Seseke gefunden haben könnte. Eine große Forelle war mit Bissspuren gefunden worden, die die Vermutung begründeten. Weitere Spuren fanden sich trotz intensiver Bemühungen allerdings nicht.

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