Kreuzfahrt mit Sebastian Fitzek offenbart Düsteres und holt tote Passagiere zurück

dzKonzertaula Kamen

Am Samstagabend wird in der Konzertaula Kamen wenig gelacht. Und so ist es auch gewollt. Spannungsvolle Musik und Dunkelheit entführen die Zuschauer in einen Krimi, der zunehmendst Fahrt aufnimmt.

Kamen

, 26.01.2020, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Sie haben die Maschinen abgeschaltet“, sagt Gerlinde Dobkowitz verwundert zu dem Polizeipsychologen Martin Schwartz. Die beiden Passagiere, die sich mitten in der Nacht auf dem Deck eines Kreuzfahrtschiffes treffen, sehen sich ahnungsvoll an. Dann, „Zack!“geht das Licht auf der Bühne aus und der Vorhang gleitet zu. Die Zuschauer werden in die Pause entlassen - mit allerhand Fragen. „Das ist spannend oder?“ hört man einen Besucher der Konzertaula sagen. Denn wer den Psychothriller „Passagier 23“ von Erfolgsautor Sebastian Fitzek vor diesem Theaterbesuch nicht gelesen hat, dürfte in der Pause nur so darauf brennen, zu erfahren, wie es weitergeht.

Die Pausengespräche dürften sich auch deshalb vor allem um den Inhalt des Stückes drehen, weil kein aufwendiges Bühnenbild oder kreative Experimente des Regisseurs von der Handlung ablenken. Der Krimi wird mit wenigen Requisiten nachgespielt. Ein großes Bullauge an der Hinterwand macht einfach, aber unmissverständlich deutlich, wo die Passagiere des Schiffes „Sultan of the Seas“ sich gerade befinden.

Gänsehaut und Spannung statt Schnickschnack in der Konzertaula

Es zeigt meist die See, manchmal aber auch einen Maschinenraum oder das Video der Überwachungskamera, das Schwartz und der Kapitän sich gemeinsam ansehen. Hinzu kommen wenige Bühnenelemente und Lichteffekte. Zwischen den Szenen wird es dunkel, geheimnisvolle Musik füllt die Konzertaula. Ohne viel Schnickschnack wird bei der kurzweiligen, unterhalsamen Aufführung die Stimmung in den Raum getragen.

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Die entsteht aber freilich hauptsächlich durch die Schauspieler und die Handlungsstränge, die nach und nach miteinander verwoben werden. Martin Schwartz wird nämlich nicht zufällig von Gerlinde Dobkowitz aus seinen Ermittungen gerissen und auf das Schiff gelockt. Es ist das Schiff, auf dem vor fünf Jahren seine Frau und sein Sohn von Bord gegangen sind. Angeblich, weil seine Frau es so wollte.

Doch sein zweiter Aufenthalt offenbart Schreckliches. Schwartz erfährt, dass vor kurzem eine weitere Frau und ihre Tochter auf dem Schiff verschwunden sind. Es sind Passagiere 23. Der Begriff Passagier 23 steht für Personen, die auf Kreuzfahrtschiffen spurlos verschwinden. Doch statt dem Fall nachzugehen, stempelte die Crew der „Sultan of the Seas“ das Verschwinden als Suizid ab, um keine schlafenden Hunde zu wecken.

Am Ende kommt es anders als man denkt

Doch dann taucht das Mädchen plötzlich wieder auf, von Misshandlungen gezeichnet. Schwartz geht der Geschichte des Mädchens auf den Grund und rollt damit auch den Fall seiner eigenen Familie wieder auf. Denn der Täter, der die Mutter des Mädchens in den Tiefen des Schiffes gefangen hält und quält, ist derselbe, der die Frau von Schwartz getötet hat.

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Das ausverkaufte Stück nimmt am Samstagabend vor allem in der zweiten Hälfte Fahrt auf. Die Ereignisse überschlagen sich und als am Ende die Zusammenhänge zwischen den Vorfällen ans Licht geraten, dürfte der eine oder andere Zuschauer ungläubig auf die Bühne gestarrt haben.

Denn die tote Frau des Ermittlers war kein Unschuldsengel und die Mutter des aufgetauchten Mädchens ebenso wenig. Und als Schwartz dann noch herausfindet, dass sein Sohn noch lebt - schließt sich der Vorhang.

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