Schwierige Suche nach Platz für einen Kamener Waschbären endet glücklich

dzTierischer Besuch

Völlig unvermittelt schaute ein Ehepaar aus Methler in das schwarz-weiße Gesicht eines jungen Waschbären. Der wurde zum Problemgast, darf sich nun aber auf ein schönes Zuhause freuen.

Kamen

, 22.06.2019, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Rubrik „Zugelaufen“ wäre dieser Vierbeiner eine echte Rarität. Doch über Kleinanzeigen ist der Waschbär, der jetzt auf dem Balkon eines Ehepaares in Kamen-Methler auftauchte, auch nicht zu vermitteln. Ganz im Gegenteil: Für die tierlieben Menschen aus Methler, die den Bären nicht vertrieben, sondern versorgten, wurde der Kleine zum Problemfall.

Waschbär statt Marder

Völlig unvermittelt tauchte der kleine Waschbär auf der Terrasse von Anna-Lene und Wolfgang Schröer auf. Der Hausherr hatte schon einen Marder befürchtet, sah dann aber in die Kulleraugen eines kleinen Waschbären. „Das ist völlig verrückt. Hier ist nichts über ausgewachsene Waschbären oder weitere Jungtiere bekannt“, sagt Wolfgang Schröer.

Schwierige Suche nach Platz für einen Kamener Waschbären endet glücklich

Der kleine Bär erwies sich als zutraulich, schmiegte sich auch an Menschenfüße an. © Privat

Wie auch immer: Der kleine Waschbär erwies sich nicht nur als treuer Besucher auf dem Balkon der Familie Schröer, er war auch alles andere als Scheu. Er kuschelte sich sogar an die Füße der Menschen, die sich als besonders tierlieb erwiesen.

Die Schröers fütterten den Bären, der allerdings zunehmend frecher wurde und mit seinen Hinterlassenschaften auch für viel Dreck sorgte. „Von uns hat er Katzenfutter und verdünnte Milch bekommen“, berichtet Wolfgang Schröer. Beides tat dem Tier offenbar gut.

Nachtaktives Raubtier

Waschbären stammen aus Nordamerika

Ursprünglich stammen Waschbären aus Nordamerika. Inzwischen sind sie aber auch in Asien und in Europa zufinden. Die kleinen Raubtiere sind vorwiegend in der Nacht auf Futtersuche. Dabei sind sie nicht wählerisch, sie sind Allesfresser und durchsuchen in Städten auch Mülltonen. Waschbären fressen Insekten, aber auch Amphibien, Fische und kleine Säugetiere. Das namensgebende „Waschen“ der Nahrung praktizieren die Bären in freier Wildbahn nicht, sondern nur in Gefangenschaft. Waschbären paaren sich in der Regel im späten Winter und bringen dann im Frühjahr ihre Jungen zur Welt – im Schnitt drei Tiere.

Dem Paar war allerdings auch klar: Hier kann der Waschbär nicht bleiben. Die Suche nach einem neuen Zuhause wurde für die Schröers zu einer wahren Odyssee. Zunächst erfuhren sie, sie könnten das Tier im Wildwald Vosswinkel abgeben. Doch weit getäuscht: Mit dem Waschbären im Auto wurden sie heimgeschickt, weil der Wildwald solche Tiere nicht aufnimmt.

Schwierige Suche nach Platz für einen Kamener Waschbären endet glücklich

Der kleine Waschbär machte es sich auf dem Balkon gemütlich. © Privat

Nächster Anlaufpunkt war die Tierschutzorganisation „Arche 90“ in Dortmund. Auch dort herrschte Ratlosigkeit, letztlich erfolgte sogar der Hinweis auf einen Jäger, der das Tier erschießen könne. „Warum sollte dieser kleine Bär erschossen werden? Das habe ich überhaupt nicht eingesehen“, erklärt Wolfgang Schröer.

Neues Zuhause in Schleswig-Holstein

Hilfe bekamen die Schröers schließlich von einer Frau aus Waltrop, die sich um gefundene und verwaiste Tiere kümmert. Sie wusste, dass die anerkannte Wildtier- und Exotenauffangstation Schleswig-Holstein in Nordhastedt bei Heide wegen eines gestorbenen Jungtieres einen neuen Waschbären aufnehmen würde. Und genau dort findet das Wildtier aus Methler nun ein neues Zuhause.

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