Schwerstarbeit in schwindelerregender Höhe. Fachkräfte deinstallieren über der Villa Möcking den Ausleger des 40 Meter hohen Baukrans. © Carsten Janecke
Wohnen in Kamen

Schwerstarbeit in 40 Metern Höhe: Riesiger Baukran bei Möcking Stück für Stück demontiert

Der große Baukran, der über der Villa Möcking thronte, verschwindet Stück für Stück. In schwindelerregender Höhe werden die großen Bauteile vertäut und zu Boden gelassen.

Spektakuläre Ansichten auf der Großbaustelle „Villa Möcking“ an der Nordstraße. Der Abbau des Baukrans, den Fachleute als „Oberdreher“ bezeichnen, läutet einen weiteren Bauabschnitt ein für das stadtprägende Wohnhaus mit zwei Ladenlokalen: Der Rohbau ist fertig, das Dach ist geschlossen. Die Fertigstellung des Millionenprojekts ist Ende des Jahres geplant. Das Hauptgebäude zur Nordstraße wird über 19 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten verfügen, das rückseitig liegende Stadthaus erhält zwei Wohnungen.

Der Kranausleger schwebt davon. Mit dem Mobilkran wird das Bauteil auf der Nordstraße abgesetzt und auf Sattelschlepper verladen.
Der Kranausleger schwebt davon. Mit dem Mobilkran wird das Bauteil auf der Nordstraße abgesetzt und auf Sattelschlepper verladen. © Carsten Janecke © Carsten Janecke

In schwindelerregender Höhe an der Arbeit

„Alles verläuft nach Plan“, berichtet Bauleiter Michael Sutmeier mit Blick auf die ersten Stahlträger, die per Mobilkran sanft auf der Nordstraße abgesetzt werden – der Mobilkran übertrifft den Baukran an Höhe noch einmal deutlich und ist von weit her zusehen. Auf der Oststraße stehen schon die Sattelschlepper bereit, um die großen Stahlsegmente aufzunehmen und abzutransportieren. „Gleich wird der seitliche Ausleger abmontiert“, so Sutmeier. In schwindelerregender Höhe sind zwei Fachkräfte an der Arbeit, die die Halterungen abmontieren. Dann schwebt der Ausleger plötzlich frei in der Luft. Jetzt steht nur noch der Turm, der dann im Tagesverlauf abmontiert wird.

Spektakuläre Bilder beim Abbau des Oberdrehers, mit dem Baustoffe für die Villa Möcking in die Höhe gehoben wurden.
Spektakuläre Bilder beim Abbau des Oberdrehers, mit dem Baustoffe für die Villa Möcking in die Höhe gehoben wurden. © Carsten Janecke © Carsten Janecke

Ausleger konnte über dem Turm der Lutherkirche hinweg schwingen

Der Baukran wird seine Spuren in dem Gebäude hinterlassen – diese bleiben aber unsichtbar. Für den Oberdreher war ein eigenes Fundament gegossen worden. Das Kranfundament besteht aus 75 Kubikmetern Beton, fünf Tonnen Stahl und hat eine Grundfläche von acht mal acht Quadratmetern. Es liegt noch unterhalb der Tiefgarage und bleibt dort vermutlich für die Ewigkeit: Es wird nun zubetoniert.

Der Kran war größer als die Lutherkirche. Der ca. 40 Meter lange Ausleger könnte somit über den Turm der Kirche hinweg schwingen – ganz erreicht hat er ihn aber nicht. Die malerische Kirche der Ev. Gemeinde Kamen ist etwa 25 Meter hoch und damit deutlich kleiner als die Pauluskirche, die es auf 60 Meter bringt.

Der riesenhafte Ausleger, ca. 40 Meter lang, liegt am Freitagmorgen am Boden. Die Nordstraße ist gesperrt.
Der riesenhafte Ausleger, 40 Meter lang, liegt am Freitagmorgen am Boden. Die Nordstraße ist gesperrt. © Carsten Janecke © Carsten Janecke

21 Stellplätze in der Tiefgarage

Das große City-Bauprojekt besteht aus zwei Gebäuden, die durch eine Tiefgarage miteinander verbunden sind: Das Hauptgebäude zur Nordstraße wird über 19 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten verfügen, das rückseitig liegende Stadthaus erhält zwei Wohnungen. 21 Stellplätze werden in der Tiefgarage für die neuen Eigentümer vorgehalten. Die Zufahrt erfolgt rückwärtig – vorbei am Commerzbank-Parkplatz – über die Kampstraße.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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Carsten Janecke
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