Was gegen Grippe schützt, schützt auch vor dem Coronavirus

Tipps vom Lungenfacharzt

Ein Kamener hat sich bei einer China-Reise mutmaßlich mit dem Coronavirus angesteckt. Wie man sich vor dem Virus schützen kann, erklären Experten vom Klinikum Westfalen, zu dem das Kamener Hellmig-Krankenhaus gehört.

Kamen

, 31.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Mensch mit schniefender Nase: Fragen und Antworten rund um das Coronavirus beantworten Experten vom Klinikum Westfalen.

Ein Mensch mit schniefender Nase: Fragen und Antworten rund um das Coronavirus beantworten Experten vom Klinikum Westfalen. © picture alliance

Noch ist der Verdacht unbestätigt: Ein Kamener könnte sich bei einer Chinareise mit dem Coronavirus angesteckt haben und befindet sich bis zum gegenteiligen Beweis auf einer Isolierstation in Lünen. Der erste Coronavirus-Verdachtsfall im Kreis Unna wirft dennoch die Frage auf, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann.

Das Hellmig-Krankenhaus in Kamen gehört zum Klinikum Westfalen mit Hauptsitz in Dortmund und ist dadurch mit dem dortigen Lungenfachzentrum verbunden. Dessen Experten sehen aktuell keinen Anlass zur Sorge vor einer gravierenden Krankheitswelle im Einzugsgebiets des Klinikums, das außer in Dortmund und Kamen noch in Lünen vertreten ist.

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Der Direktor der Pneumologischen Kliniken, Dr. Clemens Kelbel, und der Leitende Oberarzt und Infektiologe Dr. Simon Larrosa-Lombardi haben Antworten auf häufige Fragen rund um den Krankheitserreger, der vor allem in China grassiert und dessen Auswirkungen bis nach Deutschland reichen – sei es durch gestrichene Langstreckenflüge und Dienstreisen, Rückholaktionen von deutschen Staatsbürgern oder aufgekommene Verdachtsfälle im ganzen Land.

? Was sind Coronaviren?

„Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren. Coronaviren verursachen bei Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potentiell tödlich verlaufenden Krankheiten wie dem Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder dem Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). In der Vergangenheit waren schwere, durch Coronaviren verursachte Krankheiten wie SARS oder MERS zwar weniger leicht übertragbar als Influenza, aber sie haben dennoch zu hohen Fallzahlen geführt. Der aktuelle Ausbruch wird nach aktuellem Wissensstand durch ein neuartiges Coronavirus verursacht, das genetisch eng mit dem SARS-Virus verwandt ist.“

Tipps zum Schutz vor Grippe- und Coronaviren: Pneumologie-Chefarzt Dr. Clemens Kelbel (l.) und der Leitende Oberarzt und Infektiologe Dr. Simon Larrosa-Lombardi aus dem Lungenfachzentrum im Klinikum Westfalen.

Tipps zum Schutz vor Grippe- und Coronaviren: Pneumologie-Chefarzt Dr. Clemens Kelbel (l.) und der Leitende Oberarzt und Infektiologe Dr. Simon Larrosa-Lombardi aus dem Lungenfachzentrum im Klinikum Westfalen. © Klinikum Westfalen

? Wie gefährlich ist das Coronavirus?

„Coronaviren verursachen beim Menschen meistens eine milde Erkältungssymptomatik. Bestimmte Coronaviren können aber auch schwere Infektionen der Atemwege verursachen, und zu Lungenentzündungen führen. Das neue Coronavirus scheint mit einem schwereren Verlauf einherzugehen. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei älteren Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten.“

? Wie kann man sich schützen?

„Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Um die Ausbreitung zu vermeiden, sollten ganz besonders in Regionen mit Erkrankungsfällen durch das neuartige Coronavirus gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette beachtet sowie Abstand zu Erkrankten gehalten werden. Empfohlen werden damit Maßnahmen, wie sie auch bei einer Grippewelle überall und jederzeit angeraten sind.“

? Wer kann betroffen sein?

„Eine Abklärung sollte erfolgen wenn eine Person mit einem entsprechenden klinischen Bild innerhalb der letzten 14 Tage entweder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatte oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hatte.“

? Wie erfolgen Diagnostik und Behandlung?

„Bei begründeten Verdachtsfällen kann ein Coronavirusnachweis in einem Speziallabor erfolgen. Die Behandlung einer nachgewiesenen Infektion umfasst entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes umfassende unterstützende Maßnahmen, zum Beispiel Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, gegebenenfalls. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ-/Begleitinfektionen, engmaschiges Monitoring, ggf. unterstützende nicht-invasive/invasive Beatmung sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen.“

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