Schnellere Hilfe bei Notruf: Neue Rettungswache für Kamen

dzMillionenprojekt

Schneller zum Notfall-Patienten: Der Neubau einer Rettungswache für 5,4 Millionen Euro in Kamen soll vor allem die Raumnot an der Feuerwache beenden, aber auch Zeitvorteile bringen.

Kamen

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Kamener Rettungssanitäter und Feuerwehrleute sollen durch eine Millionen-Investition bessere Arbeitsbedingungen und mehr Platz für ihre Fahrzeuge und Ausrüstung bekommen. Sechs Rettungswagen können in der neuen Rettungswache parken, die das Dortmunder Architekturbüro Winkler im Auftrag der Stadt Kamen entworfen hat. Das ist einer mehr als bislang.

Neue Rettungswache für 5,4 Millionen Euro

Der L-förmige Neubau für rund 5,4 Millionen Euro passt nach Abriss eines Altbaus auf den Hof der heutigen Feuer- und Rettungswache am Mersch 28, wie aus einer Machbarkeitsstudie hervorgeht. Kürzere Wege und optimierte Abläufe sollen den Rettern innerhalb und außerhalb des Neubaus einen Zeitvorteil bringen. „Die Zeit zwischen Alarmeingang und Ausrücken wird verbessert“, sagte Feuerwehrdezernentin Ingelore Peppmeier. Der Kamener Rettungsdienst braucht durchschnittlich eine halbe Minute länger als der Unnaer: 1 Minute und 42 Sekunden, wie im Rettungsdienstbedarfsplan nachzulesen ist.

Schnellere Hilfe bei Notruf: Neue Rettungswache für Kamen

Wo jetzt die Wiese zwischen Feuerwache und Mehrfamilienhaus liegt, soll eine neue Ausfahrt (mit Parkplätzen) zur Henri-David-Straße entstehen. © Stefan Milk

Neue Zufahrt zur Henry-David-Straße

Im Zuge des Neubaus soll die Kamener Feuer- und Rettungswache neben der Hauptzufahrt am Mersch eine zweite Ein- und Ausfahrt entlang des Unkeler Wegs zur Henri-David-Straße bekommen. Zudem ist an der neuen Zufahrt ein Parkplatz für freiwillige Feuerwehrleute geplant – inklusive Lärmschutzwand zu Nachbarhäusern. Durch den Neubau „werden wir nicht mehr Lärm haben als jetzt auch. Wir müssen ein bisschen was tun für den Schallschutz der östlich gelegenen Wohnbebauungen“, sagte Architekt Heinrich Schwakopf.

Feuer- und Rettungswache: Mitarbeiterzahl verdreifacht

Der Neubau ist nötig geworden, weil es im Laufe der Jahre am Standort enger geworden ist. Feuerwehr und Rettungsdienst teilen sich vorhandene Gebäude. Die Bedingungen seien „nicht in Ordnung“, sagte Feuerwehrdezernentin Peppmeier. Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter hat sich wegen des gestiegenen Bedarfs innerhalb von 18 Jahren fast verdreifacht – von 37 auf 100. Der Standort platzt aus allen Nähten, wie Feuerwehrchef Rainer Balkenhoff bereits früher erläutert hat. Es fehlen beispielsweise Lagerräume.

Stichwort

Rettungswache

Zwei von 15 Rettungswachen im Kreis Unna stehen in Kamen. Fünf Rettungswagen sind an der Feuer- und Rettungswache am Mersch 28 stationiert. Dazu kommt seit 2018 die provisorische Rettungswache am Hemsack 4 mit einem Rettungswagen. In städtischen Gebieten muss ein Retter binnen acht Minuten, in ländlichen binnen zwölf Minuten am Einsatzort sein. Um diese Ziele zu erreichen, war die zusätzliche Rettungswache am Hemsack eingerichtet worden.

Rettungswagen sind nach dem Einsatz aufwendig zu reinigen und zu desinfizieren. Entsprechend gibt es in der neuen Rettungswache eigens dazu abgeschirmte Räume mit Hygieneschleusen. Dazu kommt ein Personalbereich mit Umkleiden, Duschen, Gemeinschafts- und Schlafräumen. Denn gearbeitet wird in 24-Stunden-Schichten von 7 bis 7 Uhr.

Kein Verkehrschaos bei Alarm

Sobald die neue Rettungswache fertig ist, kann sich die Freiwillige Feuerwehr in den frei gewordenen Räumen ausbreiten. Davon sollen sowohl die rund 50 hauptamtlichen als auch die freiwilligen Feuerwehrleute profitieren. Freiwillige, die für ihre Einsätze zur Wache kommen, können künftig auf einem neuen Parkplatz östlich der Wache parken. „Sie müssen nicht vorne herum und können direkt in die Umkleiden hinein“, erklärte Architekt Schwakopf. Dahinter steckt die Idee, das sich an- und abfahrende Fahrzeuge nicht in die Quere kommen. Künftig wird es auch die Möglichkeit geben, sämtliche Gebäude zu umfahren.

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Baustart noch nicht in Sicht

Ein Baustart für den Neubau ist noch nicht in Sicht, erst bedarf es weiterer Beschlüsse und Planungen. Die Investition von rund 5,4 Millionen Euro soll bis auf einen 18-prozentigen Anteil der Stadt Kamen über Rettungsdienstgebühren refinanziert werden. Dazu hat die Stadt mit Krankenkassen gesprochen. Und was passiert, wenn die neue Rettungswache einmal steht und nach einigen Jahren doch wieder aus allen Nähten platzt? Dann könnte ein Flügel des Neubaus, der nur teilweise zweigeschossig ist, aufgestockt werden.

Schnellere Hilfe bei Notruf: Neue Rettungswache für Kamen

Architektenskizze des Neubaus: L-förmiger Bau mit sechs Garagen für Rettungswagen. Rot markiert sind die Gebäude, die zur heutigen Feuer- und Rettungswache gehören. © xxx

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