Schlägerei bei Einschulungsfeier: Hausverbot doch nicht gegen alle Beteiligten

dzEltern prügelten sich

Einige mutmaßliche Beteiligte der Schlägerei bei der Einschulungsfeier in Kamen bleiben von einem Hausverbot verschont. Die Stadt hat jetzt ihre Angaben über die verhängten Maßnahmen konkretisiert.

Kamen

, 01.09.2019, 13:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei der sieben mutmaßlichen Beteiligte der Schlägerei an der Friedrich-Ebert-Schule bleiben von einem Hausverbot verschont. Die Stadt Kamen hat jetzt ihre Angaben über die Strafmaßnahme konkretisiert.

Das Hausverbot betrifft nicht alle Personen, die die Polizei zu den mutmaßlichen Beteiligten zählt, gegen die wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt wird. Das Hausverbot wurde lediglich gegen vier Personen ausgesprochen. Das stellte Stadtsprecher Peter Büttner am Freitag auf Anfrage klar.

Sieben Mitglieder von zwei „verfeindeten Familien“, insgesamt vier Kamenerinnen und drei Kamener im Alter von 29 bis 53 Jahren, sollen nach Polizeiangaben in die Auseinandersetzung am Donnerstagmorgen verwickelt gewesen sein.

Eine Mitteilung der Stadt Kamen vom selben Tag konnte den Eindruck erwecken, dass sich das Hausverbot gegen alle sieben Personen richtet. Darin heißt es: „Die Schule hat in Absprache mit der Stadt Kamen als Schulträger den an der Auseinandersetzung beteiligten Personen umgehend Hausverbot erteilt.“

Hausverbot betrifft vier Personen

Das Hausverbot wurde den vier Personen nach neuen städtischen Angaben am Donnerstag schriftlich zugestellt. Dass es sich dabei um die Elternpaare von zwei i-Dötzen handelt, wollte der Stadtsprecher aus Datenschutzgründen weder bestätigen noch dementieren.

Dass mindestens ein Elternpaar in die Auseinandersetzung verwickelt war, geht aber aus einer Stellungnahme hervor. „Es handelt sich um einen einmaligen Vorfall eines innerfamiliären Konfliktes zwischen zwei Parteien. Dieses völlig unverständliche Verhalten von Eltern am Einschulungstag ihrer Kinder hat bei allen Beteiligten und auch der Bürgermeisterin großes Entsetzen ausgelöst“, so die Stadt.

Die Frage, warum nicht alle sieben Personen von der polizeilichen Liste der mutmaßlichen Beteiligten ein Hausverbot bekommen, ließ der Stadtsprecher ebenfalls unter Verweis auf den Datenschutz offen. Die mögliche Erklärung für die Abweichung ist, dass die Stadt die vier Hausverbote für ausreichend hält, um sicherzustellen, dass sich die sieben Mitglieder der Konfliktparteien nie wieder auf dem Schulgelände begegnen.

Bislang keine Erklärung für angebliche Feindschaft

Ein Foto soll Auslöser der Prügelei mit Turnstäben und Slalomstangen gewesen sein. Die Polizei ließ eine Anfrage der Redaktion zu eventuellen neuen Erkenntnissen bislang unbeantwortet, zum Beispiel ob beteiligte Personen polizeibekannt sind und auf welche Informationen die Polizei ihre Aussage stützt, dass es sich um zwei „verfeindete Familien“ handelt.

Eltern sorgen sich nach der Schlägerei um den Schulfrieden. Zu möglichen Sicherheitsmaßnahmen erklärte die Stadt: „Ein generelles Sicherheitsproblem besteht an der Friedrich-Ebert-Schule mit einer guten offenen Schulgemeinschaft nicht, sodass auch der Einsatz eines Sicherheitsdienstes nicht erforderlich ist. Selbstverständlich gibt es enge Kontakt zur Polizei, um die Situation entsprechend zu begleiten.“

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