Schimpfender Bulli-Fahrer muss Strafe zahlen, weil er einen Radfahrer belästigte

dzWütend in Wasserkurl

Unfallflucht, fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr: Ein zorniger Bulli-Fahrer landet vor Gericht, weil er einen Radfahrer belästigt haben soll.

von Jana Peuckert

Kamen

, 13.12.2018, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Darüber, dass ein Radfahrer statt auf dem Radweg auf der Straße gefahren war, hatte sich ein Bulli-Fahrer mächtig aufgeregt. Am Ende wurde der Zweiradfahrer verletzt und der Fall landete im Amtsgericht Kamen.

Es war der 20. Februar, als der Geschädigte mit seinem Rad auf der Wasserkurler Straße in Kamen unterwegs war. Zeitgleich nutzte auch der Angeklagte in seinem Bulli die Strecke. Beim Überholen beschimpfte der Angeklagte den anderen, weil dieser nicht auf dem für Radfahrer vorgesehenen Weg geblieben war. Kurz darauf, so der Vorwurf, traf der Außenspiegel den Geschädigten und verletzte ihn am Arm. Ohne sich weiter um den Radler zu kümmern, sei der Angeklagte weiter gefahren. Im Amtsgericht musste er sich wegen Unfallflucht, fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten.

Bereits Ende September trafen die Beteiligten im Amtsgericht Kamen aufeinander. Damals hatte der Bully-Fahrer angegeben, keinen Zusammenstoß bemerkt zu haben. Auch habe er den anderen nicht beschimpft. Der Geschädigte hatte erklärt, der 51-Jährige habe absichtlich in seine Richtung gelenkt, um ihm Angst zu machen. Der damalige Verteidiger des Angeklagten hatte vieles infrage gestellt. So zum Beispiel Farbe und Stelle des Hämatoms, das der Radfahrer am Arm davongetragen hatte. Das passte laut Verteidiger nicht zum angeblichen Unfallhergang. Schließlich hatte der Richter den Prozess ausgesetzt, um Gutachter zu beauftragen, die am Freitag hätten aussagen sollen.

Doch dazu kam es nicht. Der Angeklagte hatte zwischenzeitlich den Verteidiger gewechselt. Sein neuer Rechtsbeistand riet ihm, zuzugeben, was zuzugeben war, und auf die Gutachter zu verzichten. Der Angeklagte hörte darauf und gab zu, den Radfahrer verbal angegangen zu sein. Den Zusammenstoß habe er aber tatsächlich nicht bemerkt. Das glaubte der Richter dem 51-Jährigen. Immerhin gehe es um einen Bulli und einen Arm. Das müsste er auch nicht bemerkt haben, so der Richter.

Er stellte das Verfahren letztlich gegen eine Zahlung von 500 Euro Schmerzensgeld sowie weitere 2000 Euro unter anderem an die Wildtierstiftung vorläufig ein. Obwohl er das Schmerzensgeld zugesprochen bekommen hatte, schien der Radfahrer nicht zufrieden. Er wolle eine persönliche Entschuldigung, brachte er aufgebracht hervor. „Die werden Sie heute aber nicht bekommen“, machte der Richter klar. Der Geschädigte sollte zufrieden sein, da er sich schließlich auch nicht richtig verhalten hatte, und auf der Straße statt auf dem Weg gefahren sei.

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