Schaurige Erkenntnisse und Familien-Intrigen mit Jutta Speidel

dzKomödie in Konzertaula

In der Gesellschaftskomödie „Sommerabend“ tun sich familiäre Abgründe auf. Jutta Speidel begeistert in der Hauptrolle das Publikum in der Kamener Konzertaula.

von Alexandra Prokofev

Kamen

, 14.10.2018, 10:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine idyllische Kulisse: Die Vögel zwitschern, die Champagnergläser klirren und im Hintergrund spielt entspannte Musik. Was eigentlich ein gemütliches Treffen mit den Eltern des Bräutigams werden sollte, entpuppt sich im Theaterstück „Sommerabend“ als große Krise. Das Münchener Tourneetheater präsentierte am Freitagabend die populäre Komödie von Gabriel Barylli.

Die Hausfrau Anna (Jutta Speidel) und der Chirurg Wilhelm (Daniel Friedrich) erwarten Gäste. Zum ersten Mal sollen sie die Eltern des Bräutigams ihrer Tochter kennenlernen: die versnobte Madeleine (Carin C. Tietze) und den gequälten Schriftsteller Richard (Ralf Komorr). Was mit unehrlichen Komplimenten und Kriechereien beginnt, endet nach einigen Champagnergläsern mit ehrlichen Wutausbrüchen und Tränen. Und plötzlich scheinen sich Anna und Ralf etwas zu gut zu verstehen. Und auch Wilhelm und Madeleine verschwinden ein wenig zu lange im Werkzeugschuppen.

Ob ein uneheliches Kind in Italien oder die Brustvergrößerung der Frauen: Tabu-Themen werden mit Humor genommen und sorgen für wildes Gelächter in den Sitzreihen. Und das mit Dialogen und Schauspielkünsten, die authentischer nicht sein könnten. Es ist, als sehe man das eskalierende Familienfest der Nachbarn an und nicht etwa ein Theaterstück. Nicht umsonst sind gerade durch die prominente Besetzung alle Plätze in der Konzertaula gefüllt.

Schaurige Erkenntnisse und Intrigen sorgen dafür, dass am Ende jeder der vier mit einem Glas Wasser überschüttet die Bühne verlässt. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war, und die Ehe der Protagonisten steht auf der Kippe. Und bei den Kindern der Eheleute (gespielt von Sarah Elena Timpe und David Paryla) bleibt nur ein Gedanke: „So wollen wir auf keinen Fall werden.“ Ein langer und lauter Beifall des Publikums rundet den Abend ab.

„Man misst ein Stück ja auch nach dem Verhalten der Zuschauer danach“, weiß Jörg Höning vom Kulturamt der Stadt Kamen. Und die Gäste dieser Komödie wirken besonders ausgelassen und heiter.

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