Schallender Gesang vom Balkon in Methler: Ein Konzert der besonderen Art

dzKultur in Kamen

Keine Konzerte in Corona-Zeiten? Nicht in Methler. Dort gab es ein spontanes Konzert mit einer besonderen Bühne: Ein Balkon wurde buchstäblich zum Träger der Kultur.

von Annika Schulte

Methler

, 04.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Damit die Musik auch in Zeiten von Corona nicht zu kurz kommt, haben sich der Kamener Chorleiter Robin Lindemann und seine Partnerin Ann-Sophie Schubert ein ganz besonderes Projekt überlegt: Ein Nachbarschaftskonzert für gute Freunde und Nachbarn aus dem Eibenweg in Methler.

Vom Balkon seines Hauses sangen die beiden jetzt bekannte Hits in deutscher und englischer Sprache. Das Publikum konnte es sich – selbstverständlich unter Einhaltung der Abstandsregeln – auf der großen Wiese in Lindemanns Garten gemütlich machen, viele brachten Gartenstühle und Sitzkissen aus ihren eigenen Gärten mit. Und auch auf den Balkons oder an geöffneten Fenstern der umliegenden Häuser konnte man Nachbarn sehen, die von dort aus der Musik lauschten. Die Idee zu dem ungewöhnlichen Konzert hatte sich ganz kurzfristig ergeben, denn Lindemann und Schubert proben regelmäßig bei sich zuhause. „Nachdem uns diese Idee vor ungefähr zwei Wochen gekommen ist, haben wir sofort angefangen Flyer zu drucken und zu planen“, erzählt Lindemann.

Beim Nachbarschaftskonzert in Methler konnten die Abstandsregeln bei reichlich Platzangebot großzügig eingehalten werden. Den Gesang gab es vom Balkon.

Beim Nachbarschaftskonzert in Methler konnten die Abstandsregeln bei reichlich Platzangebot großzügig eingehalten werden. Den Gesang gab es vom Balkon. © Privat

Mitbegründer des Kamener Musicalvereins „Musicollective“

Robin Lindemann und Ann-Sophie Schubert sind beide leidenschaftliche Musiker und daher auch Mitbegründer des Kamener Musicalvereins „Musicollective“, der eine Musical-Gala in der Konzertaula für das nächste Jahr plant, bei der bekannte Stücke aus verschiedenen Musicals inszeniert werden. Durch das Coronavirus fallen sämtliche Konzerte, Musicals und Gesangsproben aus, aber die beiden lassen sich davon nicht unterkriegen.

„Mit unserem Auftritt wollen wir in dieser Zeit einfach ein bisschen Freude verbreiten“, erklären sie. Und das ist ihnen gelungen, zumindest dem kräftigen Beifall nach zu urteilen, den sie für ihre Darbietungen ernteten. In stimmungsvoller Atmosphäre sangen sie Hits wie „Africa“ von Toto und „Viva La Vida“ von Coldplay, aber auch deutsche Lieder wie Marius Müller-Westernhagens „Freiheit“ durfte nicht fehlen. Lars Funke, ebenfalls Mitglied bei Musicollective, und Hannah Rotgeri sorgten für die entsprechende Technik und Beleuchtung. Mit ihrer Hilfe konnte das Konzert auch im Internet gestreamt werden.

Viel zu schnell war das letzte Lied gesungen

Viel zu schnell war das letzte Lied des eigentlichen Programms gesungen, aber auch die Zugabe hatte es in sich. Ganz spontan gaben Lindemann und Schubert den Klassiker „Aber bitte mit Sahne“ zum Besten und Lindemanns Nachbar Heiner Peters beeindruckte mit kräftiger Stimme und einer Darbietung des Evergreens „Take me Home, Country Roads“, die beim Publikum auf viel Begeisterung stieß. Am Ende gab es aber vor allem eins: Viel Lob für diese außergewöhnliche Idee. Und auch an eine Wiederholung wird schon gedacht, je nachdem wie sich die weitere Lage entwickelt. Aber: „Spätestens im Dezember wird es ein Weihnachtssingen geben“, kündigt Lindemann an.

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