Schäferhund attackiert Mischling „Honey“ und Frauchen am Heerener Bach

dzHundeattacke in Kamen

Bisswunden und Prellungen trugen Hund „Honey“ und Caren Pagel davon, als ein Schäferhund am Heerener Bach zuschnappte. Gegen solche Attacken gebe es kein Patentrezept, meint eine Expertin.

Heeren-Werve

, 02.08.2019, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Horror passierte beim Gassigehen. Caren Pagel wollte mit dem Mischling „Honey“, gerade einmal neun Monate alt, in den Abendstunden am Heerener Bach, zwischen Heerener Straße und Bergstraße, entlangschlendern.

„Ich telefonierte gerade mit meinem Freund“, erzählt sie. Auf der anderen Seite des Baches sah sie einen Mann, der mit zwei Schäferhunden unterwegs war. „Ich dachte mir dabei schon: Das ist nicht gut“, so Pagel.

Der Bach war kein Hindernis

Dann passierte es: Einer der beiden Hunde, unangeleint, richtete seinen Blick auf Pagel und Honey - und rannte los. Der kleine Bach war kein Hindernis und wurde von dem Hund einfach übersprungen. „In fünf Sekunden war der bei mir“, so Pagel.

„Ich konnte es einfach nicht fassen. Der Hund schnappte zu und das ganze Hinterteil von meinem Hund war auf einmal in seinem Maul“, sagt die Kamenerin. Schlagen und wegtreten wollte sie den Angreifer nicht. „Ich habe losgeschrien und versucht, meinem Hund zu helfen.“ Schließlich schaffte sie es durch Ziehen und Ruckeln, ihren Hund zu befreien und in rettende Höhe zu ziehen, der Schäferhund schnappte weiter - vermutlich nach dem Hund - und traf dabei auch die Kamenerin am Finger. Sowohl Pagel als auch Honey erlitten Bisswunden und Prellungen.

Freund war immer noch am Telefon

Dann die Rettung: Der Mann auf der anderen Seite watete durch den Bach und zog den Schäferhund weg. „Er versuchte noch seinen Hund zu bändigen, doch der war außer sich“, so Pagel. Der Mann gab Namen und Wohnort preis und entfernte sich wieder.

Am Telefon saß derweil immer noch der schockierte Lebensgefährte von Pagel. Er hörte alles mit und rief schließlich auch die Polizei. Mittlerweile, einige Tage nach dem Vorfall, geht es Pagel und Honey wieder gut, auch wenn der Schock tief sitzt.

Statistisch nicht gesondert erfasst

Wie häufig solche Fälle vorkommen, lässt sich nicht sicher sagen. „Das wird gesondert nicht statistisch erfasst und läuft unter Körperverletzung beziehungsweise fahrlässiger Körperverletzung“, sagt Polizeisprecher Thomas Röwekamp. Welche Konsequenzen drohen, hänge vom Sachverhalt ab. Neben einer Strafanzeige könne es je nach Fall auch sinnvoll sein, einen Vermerk ans Ordnungsamt zu schicken.

Cornelia Wehmeier-Ziesing ist seit 26 Jahren Hundetrainerin und im Polizeihundesportverein in Kamen aktiv. „Ich habe selbst drei Hunde und kenne solche Situationen nur zu gut“, sagt die Trainerin. Ein Patentrezept, sich gegen solche Attacken zu wehr zu setzen, gebe es nicht. „Das ist eine schwierige Sache“, so die Expertin. Mit der Rasse Schäferhund hänge das Problem nicht spezifisch zusammen. „Die sollte man jetzt nicht alle über einen Kamm scheren“, so Wehmeier-Ziesing, die selbst einen belgischen Schäferhund besitzt. Für die Hundetrainerin ist klar: „Das Problem ist der Zweibeiner.“

Die Pflichten eines Hundehalters

Hundehalter sind dazu verpflichtet, auf ihre Mitmenschen Acht zu geben. Vonseiten der Stadt Kamen heißt es in einem Infoblatt für Hundehalter: „Hunde sind so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht.“ Zudem: „Nur außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile kann auf die Leine verzichtet werden, wenn sichergestellt ist, dass der Hund im Einwirkungsbereich des Halters bleibt und Dritte nicht durch Anspringen, Nachlaufen, Beschnuppern o.ä. belästigt werden.“

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