Nach dem Eichenprozessionsspinner kommt der schwarze Pilz: Stadt fällt 50 Bäume

dzAusgetrocknet oder krank

Die Stadt Kamen reagiert schnell: Bevor sich eine neue Krankheit ausbreiten kann, fällt sie befallene Bäume. Doch nicht nur kranke, sondern auch vertrocknete Bäume müssen dran glauben.

Kamen

, 19.08.2019, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lage ist ernst. Bei der Kontrolle in einem Gehölzgebiet auf der Lüner Höhe wurden zahlreiche ausgetrocknete, teils schon abgestorbene Bäume entdeckt, die sehr gebrechlich sind. Doch nicht nur herabfallende Äste oder ganze Bäume stellen eine drohende Gefahr dar. Beim Gang durch den Wald sei den Experten zudem ein Pilz aufgefallen, erklärt Stadtsprecher Rüdiger Büscher. Eine Probe wurde ins Labor geschickt und untersucht. Das Ergebnis war alles andere als erfreulich und erinnert an das Drama um den Eichenprozessionsspinner.

Die Bäume sind mit der sogenannten Rußrindenkrankheit befallen. Besonders Ahornbäume, die unter Trockenheit und Hitze leiden, erleiden diesen speziellen Pilzbefall. „Die Sporen können bei intensivem Kontakt eine allergisch bedingte Entzündung hervorrufen“, so Büscher über die Gefahr für Menschen. Bevor sich die Baumkrankheit ausbreiten kann, reagiert die Stadt schnell. Sie fällt die Bäume und verbrennt sie anschließend. „Als Nutzbäume sind sie nicht mehr zu gebrauchen“, erklärt Büscher.

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Absolutes Halteverbot am Freitag und am Samstag

Die Fällarbeiten werden an diesem Freitag und Samstag, 23./24. August durch eine beauftragte Fachfirma vorgenommen. Die zuständige Forstbehörde begleitet die Arbeiten. Die Stadt hatte die Fläche mit Matthias Müller, dem zuständigen Förster vom Regionalforstamt Ruhrgebiet kontrolliert und ist dabei auf die erkrankten Bäume gestoßen. Nicht nur der gefährliche Pilz, sondern auch die Gefahr durch die geschwächten Bäume, die teils in der Nähe des Freizeitzentrums, des Kindergartens und der Privatgärten in der Straße Lehmberge stehen, haben die Stadt veranlasst, sofort zu handeln.

Für die Dauer der Arbeiten ist es laut Büscher erforderlich, auf einem Teilstück der Ludwig-Schröder-Straße ein absolutes Halteverbot einzurichten, sowie den Parkplatz am Vereinsheim vollständig zu sperren. Eine entsprechende Beschilderung werde rechtzeitig aufgestellt.

Die Fläche soll als Gehölzfläche bestehen bleiben. Die Stadt wolle nach der Fällaktion gemeinsam mit der Forstbehörde entscheiden, ob die natürliche Verjüngung der Bäume ausreicht oder ob gezielte Nachpflanzungen vorgenommen werden.

Grund für die ausgedörrten Bäume ist der trockene, heiße Sommer des vergangenen Jahres. Die Bäume hatten seitdem keine Gelegenheit, sich zu erholen, denn ordentlichen Regen gab es seitdem noch nicht. Die Feuerwehr versucht, so viele Pflanzen und Bäume durch Bewässern zu retten. Dennoch werden viele Bäume diesen Sommer offenbar nicht überleben.

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